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Storys & Lyrik

John Tanner – Das Leben eines Jägers 18

John Tanner
Das Leben eines Jägers
oder
John Tanners Denkwürdigkeiten über seinen 30-jährigen Aufenthalt unter den Indianern Nordamerikas
Erstmals erschienen 1830 in New York, übersetzt von Dr. Karl Andree

Achtzehntes Kapitel

Vier Tage nach meiner Heimkehr vom Red River machten wir uns auf, um in die Wälder zu ziehen. Unsere Gesellschaft bestand aus Wa-me-gon-a-biew mit seinen beiden Frauen, Waw-be-be-nais-sa, einer Frau mit mehreren Kindern, mir nebst meiner Frau, endlich Net-no-kwa und ihrer Familie. Wir nahmen unseren Weg zum Weiterlesen

Der Freibeuter – Des Kaperkapitäns Jugendgeschichte

Der Freibeuter
Erster Teil
Kapitel 12

Die Graf Mörner ging mit vollen Segeln die Ostsee hinauf und führte den dänischen Schoner im Schlepptau, um also im Triumph im Hafen von Stockholm einzulaufen. Die Sonne bestreifte in schräger Richtung das Verdeck der Fregatte, auf welchem man in der Nähe des Bugspriets die chargierten Personen von beiden Schiffen an einer langen Tafel versammelt sah. Den Ehrenplatz an derselben hatte die einzige Dame an Bord des Schiffes, die schöne Friederike von Gabel, eingenommen. In ihrem Gesicht waren die Spuren eines großen Schmerzes sichtbar, den sie vergeblich zu bekämpfen sich bemühte. Still und in sich gekehrt schaute sie vor sich hin auf die Reste des Mahls, welches der Kapitän allen Standespersonen auf beiden Schiffen zu Ehren gegeben hatte. Als die übrigen Weiterlesen

Die sechs schlafenden Jungfrauen 9

Die sechs schlafenden Jungfrauen oder: Der schreckliche Zweikampf
Eine furchtbare Ritter- und Geistergeschichte von Wilhelm Bauberger erzählt
Kapitel 9
Alfreds weitere Schicksale

Die Venezianer hatten sich mit den Kreuzfahrern entzweit und die Folge davon war, dass den venezianischen Schiffen streng untersagt wurde, Lebensmittel oder Leute den Kreuzfahrern zuzuführen. Ritter Alfred von Steinkopf war daher gezwungen, sich nach Genua zu begeben, um dort vielleicht ein Schiff zu treffen, welches nach Palästina segelte. In Genua erwartete den schönen Jüngling, den die feurigen Italienerinnen allenthalben mit freundlichen Blicken betrachteten, ein ähnliches Abenteuer wie in Venedig, indem bei einem glänzenden Fest, das der Herzog von Genua seiner Tochter zu Ehren veranstaltete und wozu auch alte in Genua anwesenden fremden Weiterlesen

Im fernen Westen – Feurige Kohlen 6

Feurige Kohlen
Kapitel 6

Bald darauf traf die Antwort Howards von Vancouver ein, welche den Befehl erhielt, dass Max und Otto mit etwa fünfzig Ruderern und einigen Führern und Dolmetschern in sechs Kähnen verschiedene Handelsgüter und Lebensbedürfnisse nach Fort Bute bringen sollten, welches damals der äußerste Handelsposten der Company in dieser Richtung der Felsengebirge war. Die Kähne, deren man sich dazu bediente, waren aber nicht von Birkenrinde erbaut, wie die auf der Ostseite der Felsengebirge üblichen, sondern sogenannte Einbäume, nämlich aus einem einzigen Stamm der weißen Zeder ausgehöhlt und durch Sperrhölzer, welche oben am Rande des Kahns angebracht waren, gesprießt. Sie wurden mittels hohler Schaufelruder von etwa fünf Fuß Länge fortbewegt, und fasste jedes neun Mann und eine Last von etwa dreißig Zentnern in Waren. Max befehligte die Weiterlesen

Im Goldlande Kalifornien 8

Sophie Wörishöffer
Im Goldlande Kalifornien
Fahrten und Schicksale Gold suchender Auswanderer
Zeitgemäß gekürzt von A. Flügel um 1930

Kapitel 3 – Teil 2

Schon lange vor Tagesanbruch ging durch das Dorf ein Treiben, das sich in unbestimmbaren Lauten äußerte, dem man aber die allgemeine Geschäftigkeit anmerkte. Eilende Schritte huschten vorüber, scharfe Instrumente kratzten und sägten an festen Gegenständen. Man trug Lasten und sprach in leisem Ton miteinander. Dazwischen klang das Weinen der Frauen.
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