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Storys & Lyrik

Das Gespenst von Amalfi – Teil 1

Das-Gespenst-von-AmalfiDas Gespenst von Amalfi
Eine Erzählung von Robert Kohlrausch

Es war das wunderlichste Gasthaus, das ich in meinem Leben bewohnt hatte. Von der Weltabgeschiedenheit war sein Weg zur Weltoffenheit gegangen. Ehemals ein Kloster war es jetzt ein Hotel. In den früheren Zellen der Mönche hausten für kurze Wochen die Fremden aus aller Welt. Es war also ganz, verschieden von allen anderen Gasthäusern, weil es den ursprünglichen Klostercharakter in seinem Bau fast unverändert bewahrt hatte.

Dazu seine Lage, die so schön und so merkwürdig war. Auf einem steilen Felsen, der weit hinein trat ins Meer, stiegen seine leuchtend weißen Mauern hoch empor. Schon außen, von der Landstraße her, die sich mit scharfer Biegung unten um den Felsenfuß krümmte, klommen vielstufige, von bunten Petunien umblühte Treppen an den Weiterlesen

Pamfilius Frohmund Eulenspiegel 1

Pamfilius-Frohmund-EulenspiegelDer durch eine steinalte, boshafte, drachenhässliche Teufels-Hexe in allerlei Viecherln verzauberte und durch einen Teufels- und G’waltsrausch wieder glücklich erlöste
Pamfilius Frohmund Eulenspiegel,
Erzkalfakter und einziger Sohn des weltberühmten Till Eulenspiegels,
nebst Pamfilis ganz neue, höchst lustigen Abenteuer, lustigen Streichen und tollen Possen
Altötting, Verlag der J. Lutzenberger’schen Buchhandlung.

Sichtbare Räuber und unsichtbare Jäger

Die herzogliche Residenzstadt Assingen, in welcher ich am Hof ein so vergnügtes Leben geführt hatte, wie der Vogel im Hanfsamen, verließ ich im Grunde doch mit schwerem Herzen, obgleich der Gedanke mich tröstete, dass Weiterlesen

Der Freibeuter – Der Hamburger Spion

Der Freibeuter
Erster Teil
Kapitel 20

Während der ambitiösen Expektorationen der Frau Ankarfield war es auch zwischen Flaxmann und jenem ihn betrachtenden Spieler zu gegenseitigen Äußerungen gekommen. Dieser verwegen aussehende Kerl hatte offenbares Unglück im Spiel, und ein Taler um den anderen rollte aus seiner Hand in die Taschen der Mitspieler. Dem ungeachtet richtete er seine Aufmerksamkeit auf die Reden der Wirtin und spannte sein lauerndes Ohr, als er von den Geldsäcken der im Haus wohnenden Fremden und den Ort, wo dieselben aufbewahrt seien, hörte. Endlich war der Mensch beutelleer und wandte sich mit einem widrigen Grinsen an Flaxmann.

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Der bayerische Hiesel – Teil 4

Der-bayerische-HieselFriedrich Wilhelm Bruckbräu
Der bayerische Hiesel
Wildschützen- und Räuberhauptmann, landesverrufener Erzbösewicht

Der kühne Sprung

Das Landgericht Friedberg kannte die Scheu Hiesels vor dem Soldatenleben sehr wohl. Elfmal war es ihm gelungen, sich frei zu losen, und der Landrichter ärgerte sich nicht wenig, dass ihm ein so hübscher Rekrut so oft entwischte.

Er hatte sogar öfter die Werber auf Hiesel aufmerksam gemacht, die sich alle erdenkliche Mühe gaben, ihn in ihr Netz zu bringen. Da Hiesel aber nie dem Trunk ergeben war und ihre großen Versprechungen nicht beachtete, Weiterlesen

Im fernen Westen – Der junge Auswanderer 7

Der junge Auswanderer
Kapitel 7

Am folgenden Nachmittag ritten Alfred und Emmy in frischem Trab von einem Ausflug zurück, den sie miteinander gemacht hatten, und waren eben an jene Talsenkung gekommen, die weiter unten die beiden Ranches trennte, als Emmy ausrief: »Dort oben hält ein Reiter, der uns winkt! Seht, Fred! Dort bei den Baumwollholzbäumen!«

Als Alfred in die angedeutete Richtung hinaufblickte, sah er in der Tat einen Mann, welcher seinen Hut schwenkte, im scharfen Trab auf sich heranreiten. Er hielt sein Pferd an und sah einen wildfremden Mann vor sich, der ihn alsbald anredete.

»He, seid Ihr etwa Squire Alfred von Holz’ Ranch?«

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