Archiv

Wolfgang Brandt

Hessische Sagen 26

Langwasser und Garen

Als das Schloss Ulrichstein erbaut wurde, mussten die Arbeiter das Wasser aus dem Brunnen und dem Bach in dem südlich vom Berg gelegenen Tal holen. Weil aber das Wassertragen lang dauerte, so nannten sie den Ort, wo sie es schöpften, Langwasser, wie noch einige einsame Höfe im Tal heißen. Unweit davon ist eine alte Schanze und nahe bei derselben ein Platz, der Garen heißt. Weiterlesen →

Petra Hartmann – Timur

Timur

Ermar hatte das Geschlecht von Parimor vom Thron gestoßen, Parimor selber, sein Weib und seine Freunde waren gefallen unter dem Schwerte des Überwinders, nur Timur sein einziger Sohn fiel lebend in Ermars Hände. Ungern unterwarf sich das Land dem Sieger, der die Burg des unglücklichen Parimor an der Nordküste der Insel bezog; und die höchste Gewalt mit seinem Bruder, dem wilden Konnar teilte.
Keiner von allen Freunden des gestürzten Königshauses wusste, wo Timur sei, und ob er lebe? Nur die Prophetin wusste es, die verschwiegene Seherin, die in einer Höhle am Eingang der Erde wohnte, sie sah die kommenden Schicksale, die Tiefen der menschlichen Brust und des unglücklichen Timurs Ketten. Einsam lebte die Prophetin und verrichtete geheimnisvolle Werke, und von allen Sterblichen wusste nur Thia, die schöne Tochter von Ermar, ihre Wohnung. Die Seherin liebte das Mädchen, sie lehrte sie mancherlei Geheimnisse und enthüllte ihr oft die Weiterlesen →

Was ist ein Bestseller?

Was ist ein Bestseller?

Eine Veranstaltungseinladung auf Facebook für den 20. August 2015 animierte mich, dieser Frage einmal nachzugehen. Ghostwriter und Lektoren kennen sie zur Genüge, diese Frage, welche sie immer wieder heimsucht. Es ist das Gespenst des Bestsellers. Autoren, mit denen ich bisher – in welcher Form auch immer – zu tun hatte, wagen es nicht, dies laut zu sagen, aber jeder von ihnen fragt: »Könnte mein Buch ein Bestseller werden?« Zu denen, welche mich unverblümt fragen, antworte ich in der Regel, dass es dafür keine Garantien gibt. Der richtige Zeitpunkt und etwas Glück sind alles, was man braucht. Das Verlegen ist kein Geschäft, sondern vielmehr ein Roulette wie im Spielkasino. All die alten Sprüche vieler Verlagsleute kennt man bereits seit Ewigkeiten und sind zum größten Teil nichts weiter als höflich formulierte Floskeln. Weiterlesen →

Nicholas Bennett – Dunkler Fluss

Nicholas Bennett – Dunkler Fluss

Dunkler Fluss ist ein seltsamer Roman, welcher in der fiktiven Stadt Measton, in der Region Cotswold liegend, angesiedelt ist. Er konzentriert sich auf die dunklen Ereignisse eines Flusses, der durch die Stadt fließt. Dieses Buch ist ein Mysterium der Geheimnisse, die der Fluss enthält, und der übernatürlichen Ereignisse, die den Einheimischen widerfahren.

Es scheint einfach zu sein, mit seinem Hund an irgendeinem Fluss spazieren zu gehen, in den Tag hineinzuträumen und dabei seinen Blick auf das dahinfließende Gewässer zu richten. Doch dieser Roman hat es in sich. Nichts scheint so, wie es die Oberfläche des Flusses einem erscheinen lässt. Es gibt jede Menge Düsterkeit in dieser Story, und das Mysterium beginnt sich sehr langsam zu entfalten. Nach und nach bewegt sich der Plot, welcher zu Weiterlesen →

Dr. LeStons Kabinett der seltsamen Szenarien

Dr. LeStons Kabinett der seltsamen Szenarien

»Ich weiß schon nicht mehr genau, wie all das, was ich hier zu berichten beabsichtige, eigentlich begonnen hat und kann auch nicht im Geringsten abschätzen, wann dies enden wird. Jedoch befürchte ich, dass ich den Schrecken und meine Verstrickung, in Form etlicher widersinniger Handlungen meinerseits, darin nur äußerst unzureichend für meine Hinterbliebenen beschreiben und erklären kann. Weshalb ich auch auf keinerlei Verständnis oder gar mildtätiger Gnade durch meine durch mich derart geplagten Verwandten oder meine Mitmenschen hoffen kann und werde. Ich vermag es nur alleine hier an dieser Stelle so gut und verständlich wie möglich darzulegen, was mir aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gelingen mag, doch die Entscheidung darüber liegt nun nicht mehr in meinen Händen. Denn wenn man mich dereinst mit, von unzähligen Schrotkügelchen, zerschossenem Schädel hier am Schreibtisch in meinem Arbeitszimmer finden wird, liegt auf Weiterlesen →