Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 69
Der Untergang des Mundua-Stammes
Der Mundua-Stamm war der Schrecken aller in seiner Nähe wohnenden Stämme, und er hätte diese sicherlich ganz vernichtet, wenn sich nicht noch beizeiten die Anishinabe gesammelt und ihm den Kriegsbelt zugeschickt hätten. Aber die Mundua waren durch ihr langjähriges Kriegsglück so verwöhnt, dass sie sich gegen ihre neuen Gegner gar nicht rüsteten und ihnen am ersten Tag nur halb erwachsene Knaben entgegenstellten, die, wie sie glaubten, die Fehde schon allein ausfechten könnten. Jene wurden jedoch alle erschlagen und skalpiert, und die Anishinabe rückten siegreich gegen das große Mundua-Dorf vor.
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Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 68
Kosmogonie der Potawatomi oder der Feuermacher
Die Potawatomi sagen, dass die Welt von zwei mächtigen Geistern regiert werde, nämlich von Gitschi Manitu, dem guten, und Matschi Manitu, dem bösen Geist.
Als Gitschi Manitu die Erde geschaffen hatte, füllte er diese mit einer Menge Wesen, die zwar menschlich aussahen, sich aber sehr unmenschlich benahmen. Es waren dies abscheulich gemeine Schlingel, denen es im Traum nicht einfiel, ihrem Schöpfer zur Freude zu leben und ihm für die vielen Wohltaten zu danken, die Weiterlesen
Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 67
In alten Zeiten kam einmal ein großer Manitu auf die Erde, der einem Indianer die Frau wegnahm und mit ihr in kurzer Zeit vier Kinder zeugte. Der erste Sohn hieß Menabuscho oder Freund der Menschen; der Zweite hieß Tschibiabos, und dieser hatte die Toten zu bewachen und war der Beherrscher des Seelenreiches. Wabasso, der Dritte, floh, sobald er das Weltlicht erblickte, in den fernen Norden und wurde dort in einen weißen Hasen verwandelt, in welcher Gestalt er für einen mächtigen Geist gehalten wird. Der vierte Sohn, bei dessen Geburt die Mutter starb, erhielt den Namen Tschokanipock oder der Mann des Feuersteins.
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Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 66
Die Auswanderung der Chickasaw
Als einst die Chickasaw auswanderten, gab ihnen der Große Geist einen kräftigen Hund zur Bewachung und eine lange Stange, um ihnen den Weg zu zeigen. Der Medizinhund verriet jedes Mal durch sein Bellen die Nachbarschaft der Feinde, sodass sie sich gehörig vorbereiten konnten, und die Stange wurde jeden Abend in die Erde gesteckt, und am Morgen neigte sie sich jedes Mal in der Richtung, die sie einschlagen sollten.
Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 65
Lange Jahre bevor der weiße Mann das neue Land betreten hatte, stand am Menominee River ein großes Muskogee-Dorf, in dem ein mächtiger Chief wohnte, der die Oberaufsicht über die Fischerei in jenem Strom führte. Weiter unterhalb hatten sich die friedlichen Ojibwa vier Dörfer gebaut, in deren größtem ihr Chief wohnte, der vor Kurzem die Schwester des Muskogee-Häuptlings geheiratet hatte. Beide Stämme standen somit auf dem freundschaftlichsten Fuß. War die eine Nation in einen Krieg verwickelt, so stand ihr die andere treulich bei, und zuletzt ließ sich niemand mehr mit feindlichen Absichten in der Nähe dieser Stämme Weiterlesen
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