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Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 31

Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

8. Der Schatz im Burgkeller

Hinter dem Haupteingang der Burg Lähnhaus zeigt sich an der linken Seite im Gebüsch ein halbverfallenes Kellerloch, aus welchem ein kalter Modergeruch steigt. Dieses Loch soll der Eingang zu einem unermesslichen Schatz sein, der seit Jahrhunderten dort in der Tiefe ruht. Die Reichtümer sind aber von einem geisterhaften Ritter bewacht, der bei Mondschein oft aus dem Kellerloch hervorlugt. Der Ritter wird entweder Hans oder Konrad genannt. Unter Hans von Czedliz, der 1465 in den Besitz der Burg kam, wurde sie zu den gefürchtetsten Raubschlössern des Landes gerechnet.

9. Die Burgkirche

Obwohl die alte Burg- oder Hedwigskirche auf dem Lähnhaus schon um das Jahr 1660 abtragen worden ist, heißt die dafür in jener Zeit erbaute Kirche auch noch gewöhnlich die Burgkirche. Dieselbe steht auf dem siebenhundert Jahre alten Friedhof und birgt ein Bild der heiligen Hedwig, welches lange Zeit den Wallnern wundertätig gewesen sein soll, die in frommer Andacht vor demselben knieten. In dem Kirchlein sind auch alte Waffen aufgehängt, welche der Sage nach in den Hussitenkriegen erbeutet worden seien. Chronisten behaupten, dass der Erbauer Adam von Kohlhans seine eigenen Waffen in der Kirche aufgehängt habe.

10. Der Lähner Wald

In der grauen Vorzeit hat die Burg und Stadt Lähn in einem ungeheuren Wald gelegen, der so groß gewesen sein soll, dass die Städter ihren ganzen Unterhalt aus demselben bezogen und sogar den Zehnten mit Eichhörnchenfellen bis 1217 beglichen.

11. Das Röhrsdorfer Vorwerk

Westlich von Lähnhaus liegt Klein-Röhrsdorf, gegenüber dem Maiberg. Dasselbe soll die Schäferei gewesen sein, welche der Greisbezwinger Gotsche Schof (Siehe III, 2) seinem Vater, der sein Lebelang ein Schäfer bleiben wollte, erbaut hat.

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