Der Welt-Detektiv – Band 13 – 7. Kapitel
Der Welt-Detektiv Nr. 13
Die unsichtbare Geheimpost
Verlagshaus für Volksliteratur und Kunst GmbH Berlin
7. Kapitel
Eine furchtbare Stunde
Sherlock Holmes starrte auf die Zeilen. Wut packte ihn. Woher konnte jemand wissen, was in diesem Zimmer gesprochen worden war? Plötzlich fixierten seine Augen einen dünnen Draht an der Wand. Hoch oben an der Decke glänzte ein kleines, seltsam geformtes Etwas.
Der Weltdetektiv stürmte aus dem Zimmer und rannte die Treppe empor zu Miss Condell. Jonny bestätigte, dass sie das Zimmer nicht verlassen hatte. Holmes trat ein. Miss Condell blickte ihn aus großen Augen an. »Haben Sie ihn, Mr. Holmes?«, fragte sie zitternd.
»Ich möchte Ihnen ein Geständnis machen!«, flehte sie dann. Sherlock Holmes schickte die Dienerinnen hinaus.
»Ich bin schuldig – und doch unschuldig!«, keuchte sie. Sie erzählte, wie der rote Triangel sie vor zwei Wochen maskiert besucht und mit dem Tod bedroht hatte. Aus Feigheit hatte sie geschwiegen und ihm Informationen über Mr. Buckins Vermögen gegeben. Sie gestand auch, den Geldschrank geöffnet zu haben, um ihr Leben vor dem unheimlichen Affen des Mörders zu retten.
»Ich will Ihnen noch verraten, was ich bemerkt habe. Der Mann besitzt an der rechten Hand nur drei Finger, und an der linken Ohrmuschel habe ich einen …« Weiter kam sie nicht. Ein Schuss krachte. Die Kugel traf sie in die Stirn. Ein Schatten verschwand durch eine Seitentür.
Zähneknirschend jagte Sherlock Holmes ihm nach. Draußen knatterte ein Motor – es war Dr. Lermans Wagen! Holmes schwang sich auf sein Motorrad und nahm die Verfolgung mit 90 Stundenkilometern auf. Kugeln pfiffen an ihm vorbei. Vor ihnen tauchte die geschlossene Bahnschranke auf. Das Auto raste mit voller Wucht dagegen, überschlug sich und stürzte die Böschung hinab. Ein ohrenbetäubender Knall folgte.
Der Verunglückte wurde schwer verletzt geborgen. Auf dem Totenbett legte er ein umfassendes Geständnis ab. Er hatte eine Lautsprecheranlage genutzt, um das Haus abzuhören. Er genas zwar noch einmal, endete jedoch ein Vierteljahr später am Strang.
Ende
Schreibe einen Kommentar