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Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 29

Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

13. Der Hedwigsberg

Beim Dorf Röchlitz liegt der Hedwigsberg. Einst soll dort ein heidnischer Tempel gestanden haben. An dessen Stelle ließ Herzog Heinrich der Bärtige später die Racklitzburg erbauen. Die dortige Kapelle nannte er nach seiner frommen Gemahlin Hedwigskapelle, wodurch der Berg schließlich den Namen Hedwigsberg erhielt. Die Überreste der Burg und der Kapelle sind noch heute zu sehen.

14. Der Hedwigsbrunnen

Am Fuße des Hedwigsberges bei Röchlitz liegt der Hedwigsbrunnen. Er soll seinen Namen ebenfalls von der heiligen Hedwig erhalten haben. Die Heilige badete oft in dieser Quelle, wodurch das Wasser der Sage nach wundertätig und heilkräftig wurde.

15. Der Spitzberg

Im Kreise Goldberg liegt ein hoher, spitzer Berg, der Goldberger Spitzberg. Um ihn herum sollen im 16. Jahrhundert viele Anhänger der Lehre Caspars von Schwenkfeld gewohnt haben. Wie die verhassten Schwenkfelder ausgerechnet an den Spitzberg kamen, berichtet die Sage so: Der Teufel persönlich holte einst einen Sack voll Schwenkfelder und flog mit ihnen in Richtung Höllenloch. Als er über den Spitzberg flog, blieb der Sack an der scharfen Spitze hängen und riss auf. In seiner Eile bemerkte der Teufel dies nicht sofort. So purzelte eine große Menge der Insassen heraus und jeder siedelte sich genau dort an, wo er aus dem Sack gefallen war.

16. Die Gründung Schönaus

Das Städtchen Schönau wurde am 14. August 1296 von Herzog Bolko I. gegründet. Dieser bereiste einst mit seiner schönen Gemahlin Beatrix das Land. Als der fürstliche Zug am Fluss Katzbach entlangzog, erblickte die Herzogin eine wunderschöne Wiese inmitten eines frischen Waldes und rief aus: »Was für eine schöne Au das ist! Schade, dass hier kein Dorf steht.«

Der Herzog schenkte die Gegend seiner reizenden Gemahlin und erbaute ihr dort eine Stadt, die er nach ihrem Ausspruch Schönau nannte.

17. Der Schönauer Brand

Im Jahre 1487 soll ein Bauer aus Würgsdorf die Stadt Schönau aus Mutwillen in Brand gesteckt haben. Der gesamte Ort brannte nieder. Das Feuer verbreitete sich so rasch, dass es unmöglich war, die alten Urkunden und Dokumente zu retten. Der Brandstifter wurde jedoch gefasst und endete auf einem Scheiterhaufen in Bolkenhain.

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