Sagen der mittleren Werra 95
Von der Schlüsselblume auf dem Ringelstein
Eines Tages sah der Förster von Waldfisch auf dem alten Schloss oben eine ungewöhnlich große und schöne Schlüsselblume blühen. Da dachte er bei sich: Die bringst du deiner Liebsten mit heim. Er knickte sie ab und steckte sie an den Hut. Da er sich wieder erhob, erschrak er nicht wenig, als er eine weiße Jungfrau von wunderbarer Schönheit vor sich erblickte. Sie stand vor einer weit geöffneten, mit reichem Schnitzwerk verzierten Tür, die zu einem Gewölbe führte, von dem er zuvor nie etwas gesehen hatte. Der Förster fasste sich ein Herz und folgte der freundlich winkenden Jungfrau in den Berg. Diese deutete nun auf einen großen Haufen, der wie eitel Gold schimmerte, und sagte zu dem erstaunten Förster: »Nimm so viel, wie du zu tragen vermagst.«
Er tat, wie ihm geheißen, und füllte sich die Taschen.
AIs er sich hierauf anschickte, den Keller zu verlassen, rief ihm die Jungfrau nach: »Förster, Förster! Du vergisst das Beste!«
Der aber hatte keine Zeit und suchte das Freie, und wie er nun durch die Tür sprang, schlug ihn die so heftig an die Ferse, dass er vor Schmerz laut aufschrie. Die Tür aber war verschwunden. Nun erst bemerkte der Förster, dass er den Hut, den er in dem Weiterlesen
Fleisch (1979)
In den späten 1970er Jahren sorgte der visionäre Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Rainer Erler mit seinem eindringlichen Fernsehfilm Fleisch für eine lebhafte Diskussion unter den deutschen Fernsehzuschauern. Schon bevor der Film am 21. Mai 1979 seine Premiere im ZDF erlebte, wurde er von einigen als anstößig empfunden. Insbesondere innerhalb der Ärzteschaft wurde er kontrovers diskutiert. Es wurde ihm vorgeworfen, bewusst eine ablehnende Stimmung gegenüber der Organspende zu schüren. Eine der entschiedensten Kritikerinnen war Mildred Scheel, die zugleich Ehegattin des damals amtierenden Bundespräsidenten Walter Scheel und Mitbegründerin der Deutschen Krebshilfe war. Die engagierte Ärztin und Radiologin setzte sich dafür ein, dass der fiktive Medizin-Thriller nicht ausgestrahlt werden sollte, da sie die Befürchtung hatte, dass derartige utopische Schreckensszenarien niemals Realität werden dürften.
Erler wies den Vorwurf, seine Werke seien gegen die Organspende gerichtet, als haltlos zurück. Vielmehr sei sein bereits publizierter Roman Fleisch ein leidenschaftliches Plädoyer für die Annahme von Organspenderausweisen. Trotz der Weiterlesen
Westward! Ho! – Erinnerungen eines Trappers – Kapitel 38
Am dreiundzwanzigsten erklommen wir eine Hügelkuppe, die sich am unteren Ende des Tales in den Fluss erstreckte. Dann überquerten wir eine unregelmäßige Ebene in nordwestlicher Richtung und erreichten einen kleinen Bach, dem wir neun Meilen in die Berge folgten, bevor wir unser Lager aufschlugen. Unser Weg war an vielen Stellen fast unpassierbar, da wir uns durch dichtes Espengestrüpp kämpfen mussten, das unsere Kleidung stark beschädigte und unsere Augen in große Gefahr brachte, von den zahlreichen Zweigen getroffen zu werden. Diese Zweige, die durch die Last der Packpferde in eine gespannte Position gebracht worden waren, schnellten immer wieder zurück und versuchten uns offenbar auf äußerst schmerzhafte Weise die Elastizität dieses Holzes zu lehren. Wenig dankbar für diese unfreiwillige Lektion, waren wir sehr froh, als die Arbeit beendet war und wir uns zurückziehen und ausruhen konnten, in der festen Überzeugung, dass, obwohl in vielen Fällen die Schonung der Rute das Kind verderben mag, ihre zu häufige Anwendung in einer solchen Situation unsere Gefühle verletzen würde, ohne einen nützlichen Zweck zu erfüllen.
Am Morgen des vierundzwanzigsten Tages schien die Sonne klar und freundlich, und wir machten uns wieder auf den Weg. Wir stiegen einen Flussarm hinauf und überquerten die Berge, bis wir die Quelle eines Baches erreichten, der in Pierre’s Holes mündet; diesem folgten wir vier Meilen hinunter in die Ebene, verließen ihn dann und überquerten das Gelände, um den Fluss zu erreichen, der den Übergang nach Jackson’s Hole markiert, etwa zwei Meilen entfernt. Sehr erschöpft hielten wir etwa eine Meile oberhalb des Weiterlesen
Slatermans Westernkurier Ausgabe 01-2025
heute beschäftigen wir uns mit einer Bande, die seinerzeit in New Mexico ihr Unwesen trieb.
Der Name Vicente Silva ist vielleicht einer der am meisten verachteten in der Geschichte von Las Vegas. Mild ausgedrückt wird er oft mit einer Männergruppe in Verbindung gebracht, die als Las Gorras Blancas (Weiße Kappen) bekannt ist, eine Basis-Selbstverteidigungsorganisation, die von vielen nicht-hispanischen Historikern oft als Terroristen bezeichnet wird. Weniger wohlwollend führte er später seine eigene berüchtigte Gruppe von Banditen an, die entweder verdächtigt oder verurteilt wurden, zwischen 1891 und 1893 zahlreiche Raubüberfälle und Morde begangen zu haben.
Unter den zahlreichen historischen Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Las Vegas zählen die ehemaligen Ranches von Vicente Silva zu den interessantesten. Diese dienten als Versteck für seine Bande sowie als Aufbewahrungsorte für gestohlene Rinder, Pferde und Schafe. Eine dieser Ranches, das Ojo del Monte Largo, Weiterlesen
Neues aus dem Verlag Saphir im Stahl
Neues aus dem Verlag Saphir im Stahl
Die Detektivgeschichte, eine literarische Gattung, die ihren Ursprung im 19. Jahrhundert hat, fasziniert seit jeher durch ihre komplexen und durchdachten Handlungsstränge, die um die Aufklärung mysteriöser Taten kreisen. Im Mittelpunkt dieser Geschichten steht traditionell ein Detektiv, der mit scharfsinnigem Verstand und unermüdlichem Ermittlungsgeist selbst die rätselhaftesten Verbrechen aufklärt. Als maßgeblicher Erfinder dieses Genres gilt Edgar Allan Poe, dessen Einfluss die Entwicklung der Detektivliteratur weitreichend und nachhaltig prägte.


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