Gettysburg – Monument einer Nation im Feuer der Geschichte
Gettysburg – Monument einer Nation im Feuer der Geschichte
In Ronald F. Maxwells eindrucksvoller Neuinterpretation verdichtet sich das Schicksal einer Nation in drei heißen Sommertagen des Jahres 1863. Basierend auf Michael Shaaras Pulitzer-Preis-gekröntem Roman The Killer Angels entfaltet sich ein Film von monumentaler Wucht, der den Zuschauer mit jedem Augenblick tiefer in die Tragik und Größe der berühmtesten Schlacht des amerikanischen Bürgerkriegs hineinzieht. Ursprünglich als Miniserie für Turner Network Television (TNT) konzipiert, wurde Gettysburg von Ted Turner selbst zur Kinoreife gebracht, als er die unbändige Kraft des epischen Stoffes erkannte. Wer sich auf die außergewöhnliche Laufzeit von 234 Minuten einlässt, wird mit einem cineastischen Meisterwerk belohnt, das seinesgleichen sucht.
Der Film, durch eine wohlverdiente Pause in zwei Hälften geteilt, führt uns zurück in die schicksalhaften Tage vom 1. bis 3. Juli 1863. Der erste Teil, ein meisterhaftes Mosaik aus Strategie, Verzweiflung und Mut, gipfelt in der heldenhaften Verteidigung von Little Round Top durch Colonel Joshua Chamberlain – eine Sequenz, die an Intensität und künstlerischer Perfektion kaum zu überbieten ist. Der zweite Akt konzentriert sich auf den verzweifelten Angriff von Generalmajor George Picketts Division auf Weiterlesen
Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 8
Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 2, Teil 3
Zahllos sind die Anekdoten, welche in England über diesen Mann zirkulieren, so zum Beispiel, wie einmal in seiner Villa eingebrochen wurde, und wie am anderen Tag der Einbrecher zu ihm kam, um ihm persönlich den Raub zurückzubringen und ihn um Entschuldigung zu bitten, er habe nicht gewusst, dass diese Villa dem Freund der Verbrecher gehöre, und wie Sir Clane im Jahre 1887 starb, da sah man ein Begräbnis, wie es die Welt noch nicht erlebt hatte. Ehemalige Sträflinge und die Frauen und Kinder von Zuchthäuslern folgten seinem Sarg und weinten an seinem Grab, schmückten es mit Blumen, und in den Verbrecherspelunken von Whitechapel wurden Gedächtnisfeiern abgehalten, aber keine Orgien, sondern Andachten.
Für solch einen Mann verzeiht der Leser wohl diese kleine Abschweifung.
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Die drei Musketiere – Zwanzig Jahre danach – 11. – 14. Bändchen – Kapitel XXII
Alexandre Dumas
Zwanzig Jahre danach
Elftes bis vierzehntes Bändchen
Fortsetzung der drei Musketiere
Nach dem Französischen von August Zoller
Verlag der Frankh’schen Buchhandlung. Stuttgart. 1845.
Kapitel XXII. Die Fallgruben des Monsieur Mazarin
Die zwei improvisierten Soldaten marschierten mit ernster Haltung hinter dem Kammerdiener. Er öffnete ihnen die Tür eines Vorplatzes, dann eine zweite, die in eine Vorhalle zu führen schien, deutete auf zwei Schemel und sagte: »Der Befehl ist ganz einfach: Ihr lasst nur eine einzige Person herein, versteht ihr, nur eine einzige, nicht mehr. Dieser Person gehorcht ihr in allem. Was die Rückkehr betrifft, so wartet ihr, bis sie euch ablösen.«
Nick Carter – Band 16 – Haken-Max – Kapitel 4
Nick Carter
Amerikas größter Detektiv
Haken-Max
Ein Detektivroman
Des Mordes angeklagt
All dies hatte der Meisterdetektiv gehört, ohne den Sinn der Worte begreifen zu können. Es lastete ein Bann auf ihm, der ihm die Glieder lähmte und ihn am Denken hinderte. Die Besinnung kehrte ihm erst wieder zurück, als er dicht neben sich eine raue, tiefe Männerstimme hörte, die ihn barsch anfuhr: »Was soll denn das heißen? Was hat sich hier zugetragen?«
Wie ein Trunkener stand Nick Carter auf und starrte einem Policeman in das Gesicht.
»Ihr habt wohl miteinander gerauft, eh?«, knurrte der Beamte.
Carl Theodor Dreyer: Vampyr (1932)
Carl Theodor Dreyer: Vampyr (1932)
Im Schatten der frühen 1930er Jahre, als die Welt in ein neues Jahrzehnt aufbrach, entstand ein Meisterwerk des Kinos: Carl Theodor Dreyers makabrer, düsterer Liebesfilm Vampyr. Er erstrahlt in einem Glanz, der seine unvergängliche Bedeutung unterstreicht. Das halbstumme Werk, das eine unheimliche Atmosphäre und die gespenstische Qualität eines düsteren Traums verkörpert, lässt die Ereignisse in einer schlafwandlerischen, fast hypnotischen Abfolge ablaufen. Es ist, als ob die Handlung einem tiefen, geheimnisvollen Bann gehorcht, der die Grenzen zwischen Realität und Imagination verwischt.
Eine unausgesprochene Faszination geht vom frühen Kino aus, einem Medium, das seinerzeit die Vorstellungskraft der Zuschauer in ungeahnte Höhen trieb. Ein Flüstern durch die Zeit: »Ich sehe Tote«. Es ist der Anblick von längst Vergessenen oder Verstorbenen, die durch die flimmernden Bilder der Leinwand in ein untotes Dasein zurückgerufen werden. Eine zutiefst makabre und zugleich poetische Metapher, wie sie im Kontext von Vampyr kaum treffender sein könnte.
Inspiriert von Sheridans Le Fanu-Geschichten, die Bram Stokers Dracula vorwegnahmen, erzählt der Film die Geschichte einer Weiterlesen
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