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Das Mahlen der Finsternis

Das Mahlen der Finsternis

Der Westen blutet, das Licht verreckt,
vom Schattenleichentuch jäh zugedeckt.
Kein sanftes Gehen – die Nacht bricht ein,
um Fleisch und Welt vom Sein zu befrei’n.
Sie saugt das Bunte aus der Welt,
bis nur das fahle Skelett noch hält.

Es ist nicht die Schwärze, die mich erstickt,
nicht das Dunkel, das stumm von den Wänden nickt.
Es ist der Abgrund, der im Herzschlag gähnt,
und sich nach meiner Auslöschung sehnt.
Ein hohles Schweigen, das die Ordnung frisst,
wo Gott und Mensch die Zeit vergisst.

Die Straßen sind tot, der Wind ist verraucht,
in kalte Agonie getaucht.
Das Zimmer dehnt sich, ein Grabmal aus Stein,
ich bin der Fremde im eigenen Gebein.
Die Wände rücken in die Unendlichkeit,
ein Gefängnis aus leerer, gefräßiger Zeit.

Die Angst hat kein Antlitz, sie hat keinen Namen,
sie bricht aus der Seele den morsch geword’nen Rahmen.
Sie zerrt an der Ankerkette der Welt,
bis alles ins bodenlose Schweigen fällt.
Der schwarze Spiegel – ein Schlund ohne Licht,
der die Wahrheit in tausend Scherben bricht.

Man horcht auf das Pochen, das Hämmern im Blut,
wie ein Ruderschlag auf der schwarzen Flut.
Die Leere krallt nach dem Verstand,
mit kalter, knöcherner Geisterhand.
Und der graue Schein, der am Ende erwacht?
Nur ein bleiches Echo der ewigen Nacht.

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