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WEEKLY GHOST STORY – Das Kind, was mit den Feen verschwand

Das Kind, was mit den Feen verschwand

Östlich der alten Stadt Limerick, etwa zehn irische Meilen unterhalb der als Slieveelim Hills bekannten Bergkette, die dafür bekannt ist, Sarsfield in ihren Felsen und Höhlen Schutz geboten zu haben, als er sie auf seinem heldenhaften Zug zu den Kanonen und Munitionsvorräten von König William überquerte, die auf dem Weg zur belagernden Armee waren, verläuft eine sehr alte und schmale Straße. Sie verbindet die Straße von Limerick nach Tipperary mit der alten Straße von Limerick nach Dublin. Sie führt durch Moore und Weideland, über Hügel und durch Täler, vorbei an strohgedeckten Dörfern und dachlosen Burgen. Die Strecke ist etwa zwanzig Meilen lang.

Entlang der heidekrautbewachsenen Berge, von denen ich gesprochen habe, wird sie an einer Stelle besonders einsam. Über mehr als drei irische Meilen durchquert sie eine verlassene Gegend. Auf der linken Seite erstreckt sich, wenn man nach Norden fährt, ein breites, schwarzes Moor, flach wie ein See und von Gebüsch gesäumt. Auf der rechten Seite erhebt sich eine lange und unregelmäßige Bergkette, bedeckt mit Heidekraut und unterbrochen von grauen Felslinien, die den kühnen und unregelmäßigen Umrissen von Befestigungsanlagen ähneln. Die Bergkette ist zerklüftet von vielen Schluchten, die sich hier und da zu felsigen und Weiterlesen

Frank Allan Band 1.2

Frank Allan
Rächer der Enterbten
Band 1
Die Zuchthausrevolte
2. Kapitel

Spät am Abend verließ der Sekretär sein Büro. Das Konto von Fred Hozkin lautete nun so, wie Mac Farlan es sich gewünscht hatte.

Stetton war mitschuldig geworden!

Zum ersten Mal?

Schwer atmend trat er ins Freie. Die frische Luft kühlte seine glühende Stirn angenehm.

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Die Gespenster – Vierter Teil – 37. Erzählung

Die Gespenster
Kurze Erzählungen aus dem Reich der Wahrheit von Samuel Christoph Wagener
Allen guten Schwärmern, welchen es mit dem Bekämpfen und Ablegen beunruhigender Vorurteile in Absicht des Geisterwesens ernst ist, liebevoll gewidmet von dem Erzähler Friedrich Maurer aus dem Jahr 1798
Vierter Teil

Siebenunddreißigste Erzählung

Der Schlossküster Wuth zu Hannover

»Als ich neun Jahre alt war, erzählte uns der vermutlich noch lebende Schlossküster Georg Adam Wuth zu Hannover, lag ich bei meinen Eltern an einer schweren Krankheit danieder. Die verabreichte Medizin zeigte keine Wirkung. Ich schien dem unvermeidlichen Tod sichtbar entgegen zu reisen und starb, zumindest nach der festen Überzeugung meiner Eltern. Indessen war ich nur scheinbar und keineswegs wirklich tot. Zwar konnte ich mit offenen, halb gebrochenen Augen und gesunden Hörwerkzeugen alles, was um mich Weiterlesen

Old Wide West History – Eine Einführung

Die Geschichte des amerikanischen Westens – womit das Gebiet westlich des Mississippi gemeint ist – ist im Kern die Geschichte der Herausbildung der Vereinigten Staaten als Nation. Als Thomas Jefferson im Jahr 1803 den Erwerb des französischen Louisiana-Territoriums verhandelte, das sich über 820.000 Quadratmeilen erstreckte und für 80 Millionen Franc den Besitzer wechselte, vergrößerte sich das Staatsgebiet der jungen Republik schlagartig um 140 Prozent. Zu diesem Zeitpunkt war Amerika noch ein vergleichsweise kleiner Staat.

Bei der Volkszählung von 1800 lebten etwa 5,31 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten, darunter fast eine Million versklavte Personen. Der geografische Mittelpunkt der Bevölkerung lag lediglich achtzehn Meilen südwestlich von Baltimore in Maryland. Die sogenannte Frontier verlief entlang des Mississippi: Östlich davon befand sich das Gebiet des Indiana-Territoriums, westlich davon das weitgehend unerforschte Louisiana.

Im Verlauf des folgenden Jahrhunderts durchliefen die Vereinigten Staaten eine tiefgreifende Umwälzung, die selbst die Revolution der Unabhängigkeit an Bedeutung übertraf. Aus einer überwiegend agrarisch geprägten, halbkolonialen Gesellschaft entwickelte sich eine mächtige Nation, die sich schließlich von einem Ozean bis zum anderen erstreckte. Hundert Jahre später war die Weiterlesen

Kapitän Luzifer Erster Teil – 1. Kapitel

Gaston Choquet
Kapitän Luzifer
Erster Teil
1. Kapitel
Das Kriegsschiff

In der großen Stille dieses schwülen, tropischen Nachmittags ertönte laut die Stimme des Ausguckes vom Toppmast: »Segel, Steuerbord, achtern!«

Auf der Brücke griff der stämmige, rotgesichtige Bretone und Wachoffizier nach seinem Fernrohr und richtete es auf das gemeldete Schiff. Er musterte es lange, runzelte besorgt die Stirn und rief einen vorbeikommenden Matrosen zu sich: »Yann, sag dem Kapitän, dass ein Schiff in Sicht ist und er hierherkommen soll.«

Der Matrose gehorchte und wenige Augenblicke später erschien der Kapitän. Er war ein alter Seebär von etwa vierzig Jahren mit Weiterlesen