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Slatermans Westernkurier Ausgabe 11-2024

Auf ein Wort, Stranger, lass uns heute einmal über Walkara reden

Häuptlinge waren bei den Ureinwohnern Amerikas hauptsächlich Kraft ihrer Taten geachtete und respektierte Krieger, deren Macht aber in der Regel gering, zweckgebunden und meistens zeitlich begrenzt war, wie zum Beispiel der Rang als Jagdhäuptling oder Kriegshäuptling. So wie es unzählige Stämme oder Bands gab, so gab es auch dementsprechend unzählige Häuptlinge.

Namen wie Sitting Bull, Cochise oder Red Cloud sind heute noch fast jedem ein Begriff. Doch bis auf die genannten und vielleicht zwei Dutzend anderer Namen, die wahrscheinlich aber nur noch Westernfreunde kennen, sind alle anderen Männer, die jemals die Häuptlingswürde trugen, längst verblasste Erinnerungen an eine weit zurückliegende Vergangenheit.

Eigentlich schade, denn unter ihnen waren Männer, deren Leben und Wirken die Geschichte so manche Region oder gar einen ganzen Bundesstaat nachhaltig geprägt haben. Einer von ihnen war Walkara, über den wir an dieser Stelle berichten wollen.

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Anthologieausschreibung »cosy crime at christmas time«

Anthologieausschreibung »cosy crime at christmas time«

Draußen schneit es, der Wintersturm fegt über das Land und die Eiskristalle lassen die Welt magisch funkeln. Überall freut man sich auf Weihnachten, und die Menschen kuscheln sich gemütlich in ihre Decken und blicken ins Kaminfeuer. Alles wäre besinnlich und voller Frieden, wenn da nicht das Rot frischen Blutes etwas Schnee schmelzen ließe …

In den Geschichten, die sich rund um »cosy crime zur Weihnachtszeit« drehen sollen, dürfen die Orte des Geschehens vielfältig sein. Wichtig: Die Geschichten (und Verbrechen) müssen zur Advents- und Weihnachtszeit spielen. Ob jene christliche Zeit auf einem Schiff, einer Burg, bei Freunden in den Bergen oder im trauten Heim, inmitten der Familie stattfindet – es bleibt völlig der Fantasie des Autors überlassen. Auch sind die Verbrechen frei zu wählen. Es muss also nicht zwingend ein Mord stattfinden, sondern es darf auch gerne ein anderes Verbrechen sein. Sei es eine Erpressung, Entführung, ein Raub oder ein Überfall, oder etwas ganz Anderes. Lasst eurer kriminellen Energie virtuell freien Lauf. Wichtig: Die Kriminalgeschichten sollten klar dem cosy crime zugeordnet Weiterlesen

Der Märkische Eulenspiegel 16

Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe

Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin

Wie Clauert den Bauern von Spernberg Wein holte

Einstmals geschah es, dass ein Zimmermann, Heinrich Miderhorch, aus Spernberg gebürtig, sich nach Trebbin begab, und als er später dort Hochzeit hielt, hatte er die Bauern von Spernberg fast alle dazu eingeladen. Als diese des anderen Tages beim Frühmahl den neuen Wein gekostet – es war nämlich gerade um Martini – und dieser ihnen sehr gut gemundet hatte, brachten sie acht Märkische Groschen zusammen, um Wein dafür zu holen. Nun aber war Clauert auch bei ihnen. Dieser hatte nämlich die Bauern an demselben Weiterlesen

Der Kurier und der Detektiv – Kapitel 8

Allan Pinkerton
Der Kurier und der Detektiv
Originaltitel: The Expressman and the Detective
Chicago: W. B. Keen, Cooke & Co., 113 and 115 State Street. 1875

Kapitel 8

Bis zur Ankunft in Natchez geschah nichts Erwähnenswertes, doch hier war Roch sehr erstaunt, Maroneys Koffer auf dem Anlegesteg zu sehen. Er wusste, dass es üblich war, dass die Verwalter der Anlegestege Gepäck dort belassen und eine geringe Summe für die Aufbewahrung verlangen, daher nahm er seine Reisetasche und stellte sie in die Nähe von Maroneys Koffer.

Er verließ das Boot gerade rechtzeitig, um zu sehen, wie Maroney die einzige Kutsche nahm, die zufällig am Fluss war, als der Dampfer ankam, und schnell den Hügel hinauffuhr. Er wusste, dass er in ein paar Minuten genügend Kutschen bekommen könnte, aber bis dahin, wo wäre Maroney dann? Seine einzige sichere Methode war, ihm sofort zu folgen und darauf zu vertrauen, auf dem Hügel eine Weiterlesen

Aus den Geheimakten des Welt-Detektivs – Band 8 – 1. Kapitel

Aus den Geheimakten des Weltdetektivs
Band 8

Die Geliebte des Staatsanwalts

1. Kapitel

Ein unlösbares Rätsel

Es war am Morgen nach einem Jubelfest. Der Tag schien grau durch die Fenster eines vornehmen Hauses der City. Die Dienerschaft war es gewohnt, dass die Herrschaft nach einem solchen Abend ganz besonders lange schlief. Heute aber war es fast Mittag, und noch immer war es still in den Schlafzimmern des Lords Sir Dempson und seiner Gemahlin Lady Maud.

»Ich werde einmal vorsichtig nachsehen«, sagte der alte Kammerdiener zu den miteinander unruhig dispu­tierenden Lakaien. »Vom Balkon aus ist es möglich, in das Schlafzimmer des Lords hineinzugucken.«

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