Taltoes Mittel
Eine Krimi/Thriller-Kurzgeschichte von Hanno Berg
I
»Ich möchte dich am nächsten Sonntag meinen Eltern als meinen Bräutigam vorstellen, Schatz«, sagte Florence.
»Um Gottes willen!«, entfuhr es Sammy. »Ich habe gerade mein Studium in Kiel abgebrochen und jobbe für einen Fünfziger am Abend als DJ im Kontika-Club in Hamburg. Du aber bist eine Tochter aus gutem Hause. Dein Vater ist Direktor einer Bank und verdient an die vierhunderttausend Euro im Jahr. Er wird mich achtkantig hinauswerfen und von dir verlangen, Weiterlesen
Ein neuer Auftrag
Eine Krimi/Thriller-Kurzgeschichte von Oliver Wehse
Ständig war es in den letzten Monaten im Gespräch! Unsere Firma sollte von einem US-Konzern geschluckt werden.
Traurige Gewissheit wurde es dann letzten Monat, der Vorstand hatte sich gesundgestoßen und eine Kündigungswelle von apokalyptischem Ausmaß erfasste das Unternehmen. 75 von 160 Mitarbeitern wurden entlassen.
Ausgerechnet ich sollte nun in die USA reisen und die verbleibenden Verträge mit dem Weiterlesen
Ein Job wie jeder andere
Eine Krimi/Thriller-Kurzgeschichte von Oliver Wehse
»Beeilt euch ihr zwei!«, drängelte ich, »Ich muss nachher noch arbeiten.«
»Papa, dann musst du rechtzeitig hier sein!«, nörgelten meine beiden Töchter wie aus einem Munde.
»Ob ich nun 5 Minuten eher hier gewesen wäre oder nicht! Ihr seid nicht angezogen!«, rechtfertigte ich mich. »Los jetzt! Wir haben es eilig!«
Am helllichten Tag
Eine Krimi-Kurzgeschichte von Bernd Hasch
Kommissar Gilles stand vor der Leiche im kleinen Apartment des 6. Obergeschosses und nagte an seiner kalten Pfeife. Da lag vor ihm eine junge, hübsche Frau, fast nackt und mit einem Schal erdrosselt.
»Anscheinend hat der Serienmörder wieder zugeschlagen«, ließ Assistent Holbein vernehmen.
»Quatsch«, brummelte Gilles, »Lassen wir die Spurensuche in Ruhe ihre Arbeit machen. Wer Weiterlesen
Ein neuer Engel für die große Stadt
Eine Krimi-Kurzgeschichte von Renate Behr
Fröstelnd zog er die Schultern hoch. Die Nächte waren schon empfindlich kalt. Bald würde er sich eine Bleibe suchen müssen, um die frostkalten Nachtstunden zu überstehen. Das Leben auf der Straße – er hatte sich damit arrangiert. Im Sommer, da hatte es einen Hauch von Freiheit und Abenteuer und war genauso, wie er es sich vorgestellt hatte. Aber jetzt, wo der Winter in greifbare Nähe gerückt war, da wurde es unangenehm. Er sah sich um. Die Leute hasteten an ihm vorbei, würdigten ihn keines Blickes. Alle wollten sie schnell wieder ins Warme.
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