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Storys

Taltoes Mittel

Eine Krimi/Thriller-Kurzgeschichte von Hanno Berg

I

»Ich möchte dich am nächsten Sonntag meinen Eltern als meinen Bräutigam vorstellen, Schatz«, sagte Florence.

»Um Gottes willen!«, entfuhr es Sammy. »Ich habe gerade mein Studium in Kiel abgebrochen und jobbe für einen Fünfziger am Abend als DJ im Kontika-Club in Hamburg. Du aber bist eine Tochter aus gutem Hause. Dein Vater ist Direktor einer Bank und verdient an die vierhunderttausend Euro im Jahr. Er wird mich achtkantig hinauswerfen und von dir verlangen, Weiterlesen →

Blutige Tränen

Wenn der Verstand versagt

Ich fragte mich, wo zum Teufel ich bin, als ich in einem Heuhaufen aufwachte. Eingesperrt in einem kleinen Stall, die Füße an einem Gitter angekettet, und meine Hände so eng zusammengeschnürt, dass ich sie nicht mehr spüren konnte. Mein Kopf schmerzte, als ich mich versuchte, mich aufzusetzen. Als ich an mir heruntersah, wurde mir speiübel. Ich war splitternackt, mein Bauch war voll blauer Flecken und das Heu unter mir war klebrig und feucht. Es roch nach Urin und Kot, wobei ich auch noch ein paar Blutflecke an den Stallwänden sehen konnte. War das etwa mein Blut? Nein, ich hatte keine offenen Wunden. Weiterlesen →

Die Aktentasche

Mike ging wie gewöhnlich zur Arbeit. Er hatte zwar keinen Spaß an seiner Arbeit, aber er musste sie schließlich tun. Denn niemand nahm sie ihm ab. Im Grunde war es allen egal, ob die Arbeit nun gemacht wurde oder nicht. Wenn sie nicht gemacht wurde, musste man sie eben am nächsten Tag erledigen. Und da kannte niemand Gnade. Nicht einmal sein Chef, mit dem er sich eigentlich ganz gut verstand. Da war er gnadenlos. Ließ sich da nicht reinreden. Verfolgte verbissen seine Ziele. Und das war auch gut so. Mike hatte das schon immer an ihm bewundert. Diese Hartnäckigkeit wollte er auch haben. Aber er wusste, dass dies nie etwas werden würde, wenn er sich nicht um eine Beförderung bemühte.

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Die Frau und die Schlange

Die Frau und die Schlange

Vor gar nicht allzu langer Zeit lebte hinter einem dicken Stein eine Schlange. Sie war nicht groß oder schön, sondern sie hatte die Länge eines mittleren Holzstabes und ihre Farbe ähnelte der des braun – verdorrten Grases am Ende eines heißen Sommers. Aber dennoch war die Schlange etwas Besonderes, und die wenigen Menschen, die jemals von ihr gehört hatten, fürchteten sich vor ihr, denn sie besaß die Gabe, Flammen erscheinen lassen zu können.

Sie verbarg sich meist hinter einem großen Stein, der vor einer kleinen Höhle lag. Dieses Loch hatte sie sich schon vor langer Zeit gegraben und bewohnte sie es, ohne dass irgendjemand davon wusste.

Des Tags döste sie vor sich hin, des Nachts blickte sie in die Sterne und lauschte den leisen Geräuschen der Nachttiere, während sie ihren Gedanken nachhing.
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Tod am Ramesseum

Prolog

Verhaftung

I

Memphis, vor vier Wochen

Der Grabräuber hieß Akim. Ein einfacher Name für einen einfachen Mann, dessen Arbeit bislang darin bestanden hatte, an Pharaos Grabmal zu arbeiten.
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