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Krimi & Thriller

Der Gefangene der Stadtvogtei – Kapitel 5

Der Gefangene der Stadtvogtei
Eine Berliner Kriminalgeschichte
von Jodocus Donatus Hubertus Temme
G. Behrend (Falkenbergische Verlagsbuchhandlung), Berlin, 1861

Kapitel 5

Ein Polizeirat

Gegen fünf Uhr morgens beabsichtigte der Ochsenhändler Joachim Nettelberg abzureisen. Der Hausknecht, obschon noch schläfrig, versah pünktlich seinen Dienst: Bereits um vier Uhr war er erwacht, hatte Stiefel und Kleider der Gäste gereinigt und schickte sich nun, fünf Minuten vor halb fünf, an, den Ochsenhändler zu wecken.

Er klopfte an die Tür. »Herr Nettelberg, es ist Zeit!«

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Florian Wacker – Falsche Versprechen

Florian Wacker – Falsche Versprechen

Es ist Nacht in Frankfurt am Main. Ein Mann namens Schota hat einen Mord an einem Unternehmensberater gesehen und ist nun auf der Flucht.

Er weiß nicht genau, wo er ist und was er tun soll. Er denkt, dass er Gabriel finden muss, einen Bekannten, der sich als Chef aufgespielt hat und nun – wie er selbst – Angst hat und verschwunden ist.

Schota weiß, dass sie ihn suchen, und erinnert sich an den Mord, den Toten und all das Blut. Er sieht die Leiche überall und rubbelt an seinen Händen, seiner Hose und seiner Jacke, um das Blut loszuwerden, das er dort vermutet und das niemand sehen darf, damit niemand denken kann, dass er mit der Sache etwas zu tun hat.

Schota denkt an Nia, eine hübsche Frau aus seiner Vergangenheit, die ihn immer beruhigen konnte. Sie musste dazu gar nicht brüllen, sondern ihn nur ansehen und fragen, ob er noch bei Verstand sei. Sie musste ihm nur sagen, er solle sie anschauen und sich wieder einkriegen.

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Der Kurier und der Detektiv – Kapitel 25

Allan Pinkerton
Der Kurier und der Detektiv
Originaltitel: The Expressman and the Detective
Chicago: W. B. Keen, Cooke & Co., 113 and 115 State Street. 1875

Kapitel 25

Die beiden Frauen ließen Barclay fassungslos zurück und begaben sich in den Garten. Mrs. Maroney kündigte an, am nächsten Morgen nach New York zu reisen, um ihren Mann zu besuchen, und bat Madam Imbert, sie zu begleiten. Diese willigte bereitwillig ein, da sie ohnehin einige Einkäufe zu erledigen hatte. Ihr Plan stand fest: Sie wollten für den Morgen Stemples Gespann mieten, nach Philadelphia fahren, die Pferde dort in einem Mietstall unterstellen und mit dem Zug nach New York weiterreisen. Nach dem Besuch bei Maroney sollte es auf demselben Weg zurückgehen, sodass sie am Abend wieder zu Hause wären.

Der Tag in New York verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle. Green, der von ihren Plänen wusste, beschattete sie auf Schritt und Weiterlesen →

Der Detektiv – Band 31 – Eine leere Streichholzschachtel – Teil 2

Walter Kabel
Der Detektiv
Band 31
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Eine leere Streichholzschachtel – Teil 2

Mir war nun recht beklommen zumute. Zwar hatte Harald uns schon aus weit bedrohlicheren Lagen befreit als aus dieser, doch bereitete mir der Gedanke, in einer Art Mausoleum eingesperrt zu sein, durchaus Unbehagen.

Ich drehte mich um. Ich sah Harst nicht gleich. Er hatte seine Taschenlampe ausgeschaltet. Aber der Lichtkegel meiner Taschenlampe fand ihn bald. Er hatte sich auf den Sargdeckel gesetzt, der etwas im Hintergrund auf dem Steinboden stand. Eine andere Sitzgelegenheit gab es hier nicht.

Ich ging auf Zehen zu ihm hin. Jeder laute Schritt hallte in diesem Raum so nervenaufreibend wider.

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Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 18

Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 3, Teil 3

Die Water Street und die nähere Umgebung mit ihren Boardinghäusern, Kneipen und Tingeltangels ist in New York das Paradies der Seeleute. Gegenwärtig war eine sehr stille Zeit. New York war mit Seeleuten überfüllt, es kamen und gingen keine Schiffe, und die regelmäßig fahrenden Linien haben ihre ständige Besatzung.

Ein Bild von dieser faulen Sommerzeit gab die Gaststube von Tiedemanns Boardinghaus. (Ein Boardinghaus ist eine Matrosenherberge, der Wirt heißt Boarding-Master; in Deutschland wird er Heuerbaas genannt, und diese Herbergsväter sind in aller Welt auch Deutsche.)

Es sah traurig genug aus in der Gaststube. Von den Dutzend Matrosen und einigen Steuerleuten, welche bei Tiedemann im Logis lagen, spielten drei Mann Karten; sie spielten um Nasenstüber … um Hosenknöpfe, wollen wir lieber sagen. Die anderen hockten untätig Weiterlesen →