Hannikel – 4. Teil
Christian Friedrich Wittich
Hannikel
oder die Räuber- und Mörderbande, welche in Sulz am Neckar in Verhaft genommen und daselbst am 17. Juli 1787 daselbst justifiziert wurde
Verlag Jacob Friderich Heerbrandt, Tübingen, 1787
Währenddessen, dass die jungen Leute so recht schwärmerisch lustig waren, stopften sich die alten Mütterchen ihre Stumpfpfeifgen, schmauchten nach aller Herrlichkeit und ließen sich ihren Schnaps trefflich dazu schmecken.
Erst spät begaben sie sich in ihr schon voraus in einem benachbarten Dorf auf dem Heuboden einer neugebauten Scheuer bestelltes Nachtquartier.
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Elbsagen 59
Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig
59. Wittenberg und Doktor Faust
Johannes Faust, ein Bauernsohn aus dem anhaltischen Flecken Salzwedel hatte einen begüterten Bürger in Wittenberg zum Oheim. Dieser war kinderlos und nahm den trefflich veranlagten Knaben zu sich, hielt ihn fleißig zur Schule an und ließ ihn später die Universität Ingolstadt besuchen. Dort lag der junge Faust mit Eifer theologischen Studien ob und erwarb sich die Magisterwürde. Durch Umgang mit schlecht gesinnten jungen Weiterlesen
Aus dem Wigwam – Eine Sage der kalifornischen Indianer
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Vierzig Sagen
Mitgeteilt von Chingorikhoor
Eine Sage der kalifornischen Indianer
achdem die beiden großen Geister, welche alle Dinge erschaffen, mit ihrer Arbeit zu Ende waren und die Erde vollendet und mit dem Tierreich bevölkert hatten, probierten sie von ihren Anstrengungen aus. Der Ältere stieg wieder zum Himmel hinauf und der Jüngere blieb auf der Erde zurück. Die Abwesenheit seines Bruders machte Letzterem indessen den Aufenthalt mit der Zeit langweilig, sodass er sich zum Zeitvertreib aus Erde eine Anzahl Söhne in menschlicher Gestalt zusammenknetete. Er flößte denselben Leben ein, wohnte mit ihnen und verbrachte angenehme Tage mit denselben in verschiedentlichem Zeitvertreib, hauptsächlich, indem er ihnen Unterricht erteilte.
Zu dieser Zeit war auch der Mond ein Bewohner der Erde, und jede Nacht, wenn der Vater sich mit seinen Söhnen in Weiterlesen
Oberhessisches Sagenbuch Teil 58
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Der sichere Schuss
Der Jägermüller von Heimertshausen saß bei rabenschwarzer Nacht mitten unter den Bauern am Wirtstisch und schnitt nach ferner Weise wieder einmal mit dem großen Messer auf. Diese aber hielten es für Fopperei und lachten ihm entweder ins Gesicht oder schüttelten ungläubig dazu die Köpfe.
Geärgert sprang er auf und rief: »Was gilt es? Ich gehe in die Kammer, mache das Fenster auf, lege die Büchse an den Backen und drücke blindlings los – es soll doch ein Hase im Garten liegen, den ich getroffen habe!«
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Elbsagen 58
Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig
58. Die weiße Frau im Schloss zu Wittenberg
Wie in den Palästen mehrerer hoher und fürstlicher Häuser Deutschlands und Böhmens, so hat sich auch vormals im kurfürstlichen Schloss zu Wittenberg, und zwar auf dem Gang, der zur Schlosskirche führt, von Zeit zu Zeit ein Gespenst sehen lassen, namentlich so oft ein betrübender Todesfall dort bevorstand. Es war bekannt unter dem Namen Die weiße Frau.
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