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Oberhessisches Sagenbuch Teil 58

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Der sichere Schuss

Der Jägermüller von Heimertshausen saß bei rabenschwarzer Nacht mitten unter den Bauern am Wirtstisch und schnitt nach ferner Weise wieder einmal mit dem großen Messer auf. Diese aber hielten es für Fopperei und lachten ihm entweder ins Gesicht oder schüttelten ungläubig dazu die Köpfe.

Geärgert sprang er auf und rief: »Was gilt es? Ich gehe in die Kammer, mache das Fenster auf, lege die Büchse an den Backen und drücke blindlings los – es soll doch ein Hase im Garten liegen, den ich getroffen habe!«

»Ja, was gilt es?«, antworteten sie und wetteten um viel Geld, dass er es nicht könnte, denn sie hielten es für die pure Menschenunmöglichkeit. Allein der Jägermüller tat, wie er gesagt hatte, und schoss sein Gewehr in die Dunkelheit ab, ohne einen Augenblick zu zielen. Dann begab sich die ganze Gesellschaft hinaus in den Garten. Lange zu suchen brauchten sie nicht, denn an der gegenüberliegenden Hecke wälzte sich ein armes Häschen noch frisch in seinem Blut, und die Wette war somit gewonnen. Die Bauern zahlten zwar das Geld mit saurem Gesicht, aber einer nach dem anderen machte sich eine Ausrede, um von dem Jägermüller loszukommen, obwohl er sie zum Mitessen mit vielen Worten einlud. Denn sie wussten nun von ihm, wo Barthel den Most holt, und wollten mit einem, der sich dem bösen Feind verschrieben hatte, nichts zu schaffen haben.

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