Oberhessisches Sagenbuch Teil 70
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Die Teufelsmühle zu Ilbeshausen
Unter allen Gebäuden zu Ilbeshausen, ja, man kann sagen, im ganzen hohen Vogelsberg, zeichnet sich durch ihre Bauart die Hansenmühle aus. Sie ist zwar nur aus Holz errichtet, aber so bedeutend in der Länge, so fein und kostbar mit allerlei Zierrat an Fenster, Gebälk und Türen, wie kein anderes Haus rings herum. Das hat aber auch seine besondere Bewandtnis.
Ein einzelner Mann hatte sich sieben Jahre im Oberwald das Holz gehauen, bearbeitet und den ganzen Plan Weiterlesen
Hannikel – 14. Teil
Christian Friedrich Wittich
Hannikel
oder die Räuber- und Mörderbande, welche in Sulz am Neckar in Verhaft genommen und daselbst am 17. Juli 1787 justifiziert wurde
Verlag Jacob Friderich Heerbrandt, Tübingen, 1787
Hannikel war in seinem ganzen Leben nie krank und ist sich auch sonst keines einzigen körperlichen Leidens bewusst.
Gefangen wurde er nur ein einziges Mal, und zwar zu Dunzdorf, wo er mit des dortigen Schultheißens Sohn Händel bekam und zur Strafe einen Tag und eine Nacht eingesperrt, sodann aber mit einer Tracht Schläge wieder Weiterlesen
Elbsagen 73
Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig
74. Der Teufel und der Tartarenkönig
Anfang des 16. Jahrhunderts lebte in Magdeburg ein reicher Bürger und Ratmann, namens Melchior Teufel, der aber für seine Zeit sehr wenig fromm war und in seinem Umgang sich gar nicht wählerisch zeigte, denn er ging nicht bloß mit Leuten aus allerlei Ständen und verdächtigen Herkommens um, sondern er rühmte sich geradezu, dass er gar keinen Glauben habe. Sein bester Freund war der Häuptling einer Zigeuner- oder Tartarenbande, die Weiterlesen
Aus dem Wigwam – Pomperaug
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Vierzig Sagen
Mitgeteilt von Chingorikhoor
Pomperaug
m Land der Mohawk hatte Sich einst eine kleine Abteilung Blassgesichter unter Leitung eines alten Priesters niedergelassen. Da sich dieselben sehr friedlich benahmen, so legte ihnen auch kein Indianer Hindernisse in den Weg. Sie bauten sich Häuser und pflanzten Kartoffeln und säten Korn.
Da sie nun das urbar gemachte Land gern als ihr Eigentum gesehen hätten, so machte der Priester dem Häuptling Pomperaug, der ihn eines Tages in seiner Hütte besuchte, den Vorschlag, ihm die betreffende Landstrecke gegen entsprechende Bezahlung abzutreten.
Hannikel – 13. Teil
Christian Friedrich Wittich
Hannikel
oder die Räuber- und Mörderbande, welche in Sulz am Neckar in Verhaft genommen und daselbst am 17. Juli 1787 justifiziert wurde
Verlag Jacob Friderich Heerbrandt, Tübingen, 1787
Noch hatte Hannikel die Hoffnung auf Befreiung nicht ganz aufgegeben. Auf dem ganzen Weg bis hin zum Rheinstrom nährte er sie. Oft wandte er sich zu dem in großer Menge nachgelaufenem Volk, um zu sehen, ob sich solches nicht noch für ihn verwenden würde. Wahrscheinlich hätte er aufs Neue um Hilfe gefleht, wenn sich nicht der beherzte Gulzinger vor ihn auf den Wagen hingestellt und ihm mit drohender Miene Stillschweigen zugewunken hätte. Sobald er aber sah, dass er mit den Übrigen vom Sarganser Landwaibel und den acht Weiterlesen
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