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Oberhessisches Sagenbuch Teil 70

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Die Teufelsmühle zu Ilbeshausen

Unter allen Gebäuden zu Ilbeshausen, ja, man kann sagen, im ganzen hohen Vogelsberg, zeichnet sich durch ihre Bauart die Hansenmühle aus. Sie ist zwar nur aus Holz errichtet, aber so bedeutend in der Länge, so fein und kostbar mit allerlei Zierrat an Fenster, Gebälk und Türen, wie kein anderes Haus rings herum. Das hat aber auch seine besondere Bewandtnis.

Ein einzelner Mann hatte sich sieben Jahre im Oberwald das Holz gehauen, bearbeitet und den ganzen Plan mutterseelenallein gemacht, dass, als es ans Bauen ging, ihn der Hochmut übernahm und er mit dem Teufel wettete, dass er gerade so schön und schnell bauen könne, als wie er selbst.

Infolgedessen machten sich denn die zwei an ihr Werk. Der Teufel baute den unteren Giebel, der so wunderschön und noch heute die Bewunderung aller ist, der Zimmermann den oberen, der jenem nicht im Geringsten entspricht. Zudem wurde der Teufel auch eher fertig und hing zum Hohne seinen Hut auf die oberste Spitze des Gebäudes zum Walde hinauf. Dann führte er den Zimmermann ins Krainfelder Feld. Da zerriss er ihn in den Lüften.

Seitdem heißt die Mühle die Teufelsmühle im Leutemund, obwohl es der Müller nicht gern hat, wenn man sie so nennt. Es befindet sich in ihr ein Wandgefach, das ist von außen anzusehen wie ein Fenster, dadurch schlupft der Teufel aus und ein auf der Mühle. Wenn man dasselbe den einen Tag zugemauert hatte, fand man es allemal am anderen Morgen wieder geöffnet.

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