Oberhessisches Sagenbuch Teil 89
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
In den Lochgärten
Unmittelbar vor der Neustadt von Grünberg liegen die Lochgärten. Da sollen vor Zeiten, als die Stadt noch mit Mauern und Türmen bewehrt war, große Schanzen gewesen sein. Von denselben sieht man nun nichts mehr, denn der Platz ist überall geebnet und wird als Gartenland benutzt. Es ist schon lange her, da arbeiteten im Sommer dort Leute noch zur Mittagszeit und sahen unvermutet zwei große silberne Kannen vor sich stehen, die wundersam dem Boden entstiegen waren und wie die lichte Sonne am Himmel glänzten und gleißten. Ganz Weiterlesen
Aus dem Wigwam – Entstehung der Sandmücken
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Noch vierzig Sagen
Mitgeteilt vom Navajohäuptling El Zol
Entstehung der Sandmücken
ie Waldungen des Ohio Valley waren früher von zahlreichen Gnomen, Zauberern und Hexen besiedelt, die ihr Unwesen in mannigfacher Weise zum Nachteile der roten Bewohner trieben.
Nun wohnte in einer Felsengrotte ein Einsiedler, der ein Zauberer war und Jäger und Reisende in verschiedenen schrecklichen Gestalten plagte, ja einige derselben erschlug. Endlich überfiel und tötete ihn ein tapferer Häuptling. Um seine Zauberkraft gänzlich zu vernichten, verbrannte er die Leiche zu Asche und übergab diese den Lüften. Aber stehe da! Statt dass der Wind sie verwehte, wurde sie zu Ponksak, Sandmücken.
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Oberhessisches Sagenbuch Teil 88
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Bei der Breungeshainer Totenkirche
Einem Mann zu Breungeshain träumte es in drei aufeinanderfolgenden Nächten, er solle sich in Frankfurt auf die Mainbrücke stellen, da würde er etwas Neues erfahren. Nach längerem Bedenken über die Sache entschloss er sich dazu und hing den Weg dran. Es dauerte einen, es dauerte zwei Tage, er stand auf der Brücke, aber kein Mensch kümmerte sich um ihn.
Am dritten Tage ging ein Mann auf ihn zu und fragte ihn, warum er immerfort auf der Brücke auf- und abginge.
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Heinrich I. verweigert den Magyaren den Tribut (933)
Der König lässt den magyarischen Abgesandten statt des abgeforderten Tributs einen räudigen Hund zum Schimpf vor die Füße werfen.
Eine glücklichere Wahl hätten die ostfränkischen Fürsten nach dem Tod Konrad des I. kaum treffen können, als jene des Herzogs Heinrich von Sachsen, eines jungen, kräftigen und mutigen Mannes, der seine Tapferkeit bereits gegen die Sorben und Wenden, welche an sein Herzogtum grenzten und dasselbe oft beunruhigten, in mehreren glücklichen Treffen an den Tag gelegt hatte.
Nach seiner Erhebung zur Königswürde suchte er, wie sein Vorfahre Konrad, zuerst die unter sich selbst unruhigen und uneinigen Adligen zu beruhigen und besonders die ihm abgeneigten Herzöge zu demütigen.
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Elbsagen 94
Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig
97. Klaes Störtebeker und Göde Micheel (1400)
Störtebeker und Göde Micheel waren Seeräuber und trieben lange Zeit vor der Elbe ihr Unwesen, sodass kein Schiff hinaus oder herein konnte. Der König und die Hamburger konnten ihnen nichts anhaben. Endlich aber hat ein Blankeneser Fischer sie gefangen, als sie einmal in der Elbe lagen. Er war ihr alter Bekannter und Kamerad gewesen, wurde freundlich von ihnen aufgenommen und bat, sein Boot an ihr Schiff legen zu dürfen, weil das Weiterlesen

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