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Phänomene und Legenden

Sagen der mittleren Werra 16

Sagen-der-mittleren-Werra

Vom Jungfernborn am Ruppberg1

In der Höhe, da wo die eigentliche Kuppe des Ruppberges beginnt, sprudelt eine starke Quelle. Sie wird der Jungfernborn genannt. Hier hält sich eine weiße Jungfer auf. Manche wollen ihrer dort drei beieinander gesehen haben. Die Jungfer trägt an ihrem Gürtel einen goldenen Schlüssel zu den reichen Schätzen des Ruppberges, und wer sie erlöst, bekommt den ganzen Reichtum. Viele auch haben sie am Born ihre Wäsche waschen sehen, der floss dann jedes Mal milchweiß ab.
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Oberhessisches Sagenbuch Teil 112

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Im Schloss zu Burggemünden

wohnte schon seit undenklichen Zeiten der herrschaftliche Forstmeister, der aber neben seinem Amt meist noch starte Landwirtschaft betrieb und so mancherlei Gesinde nötig hatte. Sein Pferdeknecht hatte das Nachtlager im Stall, oben an der Wand, damit er doch gleich bei der Hand sei, wenn es irgendetwas gab. Aber gerade darüber beschwerten sich die meisten Knechte und wollten ihm nicht bleiben. Sie behaupten, im Stall hause etwas, das lasse ihnen des Nachts keine Ruhe. Sie wüssten nicht zu sagen, was es wäre.
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Aus dem Wigwam – Die Götter der Dakota

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Zwanzig Sagen
Mitgeteilt von Kah-ge-ga-gah-bowh

Die Götter der Dakota

nkatahe (Unktahe) ist der Gott des Wassers. Sein Name bedeutet außergewöhnliche Tatkraft, und die vielen Götter, welche denselben Namen führen, zeichnen sich durch ihre Stärke aus. Die Unkatahes sehen wie Ochsen aus, nur sind sie bedeutend größer und können Hörner und Schwanz bis hinauf in den Himmel strecken. In jenen Körperteilen ist auch ihre Kraft enthalten. Der männliche Untatahe wohnt im Wasser, der weibliche auf der Erde. Ersterer wird mit Großvater und Letzterer mit Großmutter angeredet. Der erste Unkatahe, der, wie einige sagen, von Watantanka selber oder dem Großen Geist aus einer Rippe geschaffen wurde, war männlichen und der Zweite weiblichen Geschlechts. Von diesen beiden stammen alle übrigen Unkatahes ab.

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Oberhessisches Sagenbuch Teil 111

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

IX.

Tiere, Elemente, Pflanzen, Legendäres und Historisches

Das ehemalige Barfüßerkloster zu Grünberg

ist zum Teil noch erhalten und unter dem Namen das Stift im Besitz mehrerer Bürger; seine Kirche aber findet sich nicht mehr vor. Wo dieselbe gestanden hatte, an einem heimlichen Ort unter der Erde, vergruben die Mönche bei Weiterlesen →

Sagen der mittleren Werra 15

Sagen-der-mittleren-Werra

Vom Hasen am großen Hermannsberg

Mein Vater, so erzählte ein Steinbach-Hallenberger, sah einmal droben am Hermannsberg einen Hasen sitzen, der war so groß, wie er noch keinen gesehen hatte. Er schlich sich leise zu ihm heran und – schnapp – hatte er ihn an den langen Ohren und hob ihn hoch auf. Da aber guckte ihn der Hase so martialisch in die Augen, dass es dem starken Mann sonderbar zumute war und er das Weiterlesen →