Oberhessisches Sagenbuch Teil 104
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Kröten verwandelt
Im Oberwald sind viele Orte, wo man Gold und Silber finden könnte unter der Erde. Auch ist schon dick danach gesucht worden. Drei Männer in Michelbach kannten solch eine Stelle, wo ein Schatz geblüht hatte, und beschlossen, denselben zu heben. Weil aber einer von ihnen , ein armer Flickschuster, eine dringende Abhaltung hatte, so gingen die zwei anderen allein hinauf. Doch statt Geld zu finden, krochen an dem Platz viele scheußliche Kröten umher, eine dicker und glotzäugiger als die andere. Ihr Ärger war nicht gering, zudem sie noch Säcke Weiterlesen
Sagen der mittleren Werra 11
Der bestrafte Otternbeschwörer aus Grumbach
An einem Sonntag gingen einmal zwei Burschen aus dem eine Stunde südlich von Schmalkalden gelegenen Dorf Grumbach in den nahen, frischgrünen Wald.
Da zog der eine ein Buch aus der Tasche und sprach zu dem anderen: »Willst du einmal alle Ottern beisammen sehen, die sich hier im Wald aufhalten?«
Sein Kamerad lachte und war es zufrieden.
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Aus dem Wigwam – Fliegende Köpfe
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Noch vierzig Sagen
Mitgeteilt vom Navajohäuptling El Zol
Fliegende Köpfe
ie ersten Feinde, welche sich mit den Irokesen maßen, waren die fliegenden Köpfe. Dieselben flogen wie Sternschnuppen durch die Luft, waren fast ganz mit Haar umgeben und von ungeheurer Größe. Keine menschliche Kraft konnte ihnen erfolgreich entgegen treten. Die Medizinmänner sagten, ihr Ursprung sei geheimnisvoll und es läge nur an ihnen, sie durch ihr Künste zu vertreiben.
Nun flog eines Abends ein solches Ungeheuer in einen Wigwam, der von einer Frau nebst ihrer Tochter bewohnt war. Dieselben rösteten Eicheln im Feuer und nahmen eine nach der anderen heraus und aßen sie. Der fliegende Kopf erstaunte darüber, dass diese Leute Kohlen aßen, und teilte dies seinen Kameraden mit, die nun nichts mehr mit den Weiterlesen
Bergmann und Wilddieb IV
Sagen der mittleren Werra 10
Das Mädchen von Näherstille und die Otterkönigin
In Näherstille lebte einst eine Magd, zu der kam regelmäßig, wenn sie die Kühe melkte, eine Schlange mit einem goldenen Krönlein auf dem Kopf in den Stall gekrochen und tat so zutraulich, dass ihr die Magd jedes Mal etwas Milch zu trinken gab. Das mochte wohl einige Jahre gedauert haben, da gefiel es der Magd, sich zu verändern, das heißt sie heiratete. Als sie nun das letzte Mal melkte, der Otter die Milch reichte und zu ihr sprach »Du armes Tier, wie wird es dir nun gehen, morgen ziehe ich ab«, da Weiterlesen


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