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Sagen der mittleren Werra 10

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Das Mädchen von Näherstille und die Otterkönigin

In Näherstille lebte einst eine Magd, zu der kam regelmäßig, wenn sie die Kühe melkte, eine Schlange mit einem goldenen Krönlein auf dem Kopf in den Stall gekrochen und tat so zutraulich, dass ihr die Magd jedes Mal etwas Milch zu trinken gab. Das mochte wohl einige Jahre gedauert haben, da gefiel es der Magd, sich zu verändern, das heißt sie heiratete. Als sie nun das letzte Mal melkte, der Otter die Milch reichte und zu ihr sprach »Du armes Tier, wie wird es dir nun gehen, morgen ziehe ich ab«, da schmiegte sich die Schlange zärtlich an sie an, ließ das goldene Krönlein in ihren Schoß fallen und verschwand. Die Magd aber erzählte alles ihrem Herrn und zeigte ihm das Kleinod.

Dieser sprach: »Mädchen, du bist nun reicher als ich, doch wahre das Krönlein!«

Sie verkaufte es aber bald darauf für vieles Geld an einen Krämer, der ihr keine Ruhe ließ. Dem aber bekam der Handel schlecht, denn kaum hatte er die Krone zu Hause in sichere Verwahrung gebracht, als sich auch schon seine Stube mit allerlei Gewürm füllte. Er wusste sich kaum zu retten. Es half ihm nichts, dass er auf Bänke und Tische sprang, das Ungeziefer kroch sogar an den Wänden hinauf.

In seiner Herzensangst lief er mit dem Krönlein zu der Magd und ließ ihr nicht eher Ruhe, bis sie ihm dasselbe wieder abgenommen hatte.

Sie verbarg es in einem Kornhaufen. Das war gut, denn von nun an konnte sie so viel von dem Korn einsacken, wie sie wollte, der Haufen blieb derselbe.

Einstmals aber hatte sie aus Versehen das Krönlein mit in den Sack gemessen, das Korn zu der Mühle getragen und dort aufgeschüttet. Das aber machte den Müller fast toll. An ein Klingeln war nicht zu denken, es lief und lief und das Korn wollte kein Ende nehmen. Als er im Trichter nachsah, fand er das Krönlein. Der Müller dachte, das ist ein guter Fang und verschwieg den Fund. Es ging ihm aber nicht besser, wie dem Krämer, er dankte Gott, als es wieder in der rechten Hand war.

Das Krönlein aber wurde von nun an besser verwahrt, erbte in der Familie noch lange fort und erhielt diese in bleibendem Wohlstand.

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