Adventskalender 2021 – 21. Türchen
Der falsche Weihnachtsmann
Eine heitere Weihnachtsgeschichte von Fritz Ginzel
Aus: Coburger Zeitung vom 25.12.1908
Zu keiner Zeit des Jahres denke ich so viel an mein Heimatstädtchen wie zur Weihnachtszeit. Welch ein Unterschied zwischen ihm und der lichterdurchfluteten Großstadt! Beinahe aufdringlich laden hier die reich geschmückten Schaufenster die Menschen zum Kauf ein. Überall weisen Schilder auf besondere Geschenke für die Kinderwelt hin. Auch mein Heimatstädtchen stattet die Auslagen zu dieser Freudenzeit reicher aus. Mancher Kaufmann leistet sich einmal den Luxus, seinen Laden mit Reserve-Petroleumlampen zu versehen, aber jede Aufdringlichkeit liegt ihm fern. Instinktiv fühlt er, dass eine obige Aufschrift Geschenke Weiterlesen
Adventskalender 2021 – 20. Türchen
Die drei Nüsse
Aus: Deutsches Märchenbuch. Herausgegeben von Ludwig Bechstein, Leipzig 1849
Es war einmal ein Prinz, der war ein großer Jagdliebhaber. Obwohl seine Eltern ihm das Jagen streng verboten hatten, so ging er doch eines Tages wieder in den Wald. Hier verfolgte er anhaltend einen Hirsch, bis dieser sich in ein großes schönes Haus flüchtete, das plötzlich vor dem überraschten Jäger stand, der aber auch in dieses Asyl dem Hirsch nachfolgte. Es war aber dieses Haus ein bezaubertes Schloss, und darinnen lebten drei schöne Prinzessinnen unter strenger Obhut ihrer Eltern, welche böse Zauberer waren.
Kaum war der Jüngling eingetreten, so fiel hinter ihm ein starkes Gattertor, und er sah sich Weiterlesen
Sagen der mittleren Werra 21
Vom Arzberg
Von Steinbach-Hallenberg nach Asbach zu erhebt sich links an der Straße ein mächtiger, quellenreicher Bergrücken (der Arzberg). Für dessen Erhaltung wird täglich in der halben Welt gebetet, denn er ist ganz mit Wasser angefüllt und würde das Land über hundert Meilen weit überschwemmt, wenn er einmal zusammenbrechen sollte.
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Adventskalender 2021 – 19. Türchen
Hans und der Teufel
Aus: Deutsche Volksmärchen aus Schwaben von Dr. Ernst Meier, Stuttgart 1852
Hans sollte wandern und hatte gar keine Luft dazu und sagte: »Wenn doch nur der Teufel käme und mir Gelb brächte, dass ich nicht fort brauchte!«
Da stand sogleich ein schwarzes Männlein da und reichte ihm ein Säckchen voll Geld. Das nahm Hans und stellte es beiseite; dann aber packte er auch das schwarze Männlein und schob es in seinen Ranzen, schnürte ihn zu und hing ihn auf den Rücken und fragte ein paar Bauern, die mit Dreschflegeln daher kamen: »Was soll ich Euch geben, wenn Ihr einen Tag lang diesen Ranzen dreschen wollt?«
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Aus dem Wigwam – Entstehung der Menschen nach Ansicht der Tschinuk
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Zwanzig Sagen
Mitgeteilt von Kah-ge-ga-gah-bowh
Entstehung der Menschen nach Ansicht der Tschinuk
ie Tschinuk erzählen, dass, als einst der alte Toolux (Südwind) in den Norden wanderte, ihm die runzelige Quutshui, eine Riesin und Zauberin, begegnete. Er bat sie um etwas zu essen. Sie gab ihm ein Netz und sagte, er möge zusehen, ob er nicht einige Fische fangen könne. Er ging an das Wasser, warf das Netz hinein und fing auf den ersten Zug einen kleinen Walfisch.
Als er nun denselben mit seinem Messer in Stücke schneiden wollte, rief ihm das alte Weib zu: »Nimm eine scharfe Muschel und zerschneide den Fisch der Länge nach und nicht kreuzweise!«

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