Sagen der mittleren Werra 53
Von der Brautküche bei Brotterode
Oberhalb Brotterode liegt rechts von der Straße nach dem Inselsberg ein schönes Waldgründchen, die Brautküche genannt, das von einem kleinen klaren Bach, die Braut, durchrieselt wird.
Dorthin ging eines Tages die schöne, junge Braut eines Brotteroder Bergknappen, um Reisig zu sammeln. Vielleicht hatte sie jenen Wald gewählt, weil dort grade die Gruben, in denen ihr Liebster arbeitete, nahe dabei lagen, und deshalb sang sie, als sie ihr Bündel zusammenbinden wollte, ein lustiges Weiterlesen
Deutsche Märchen und Sagen 170
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
225. Der Geist mit der Schellenkutte
Ein paar Mönche kamen auf der Reise in eine Herberge, in welcher ein Zimmer nicht bewohnt werden konnte, weil dort ein Geist hauste. Der Wirt war erfreut, als er die Mönche sah, nahm sie freundlich auf, denn er dachte, sie würden den Geist leichtlich beschwören und bannen können. Er schlug ihnen denn auch ein Bett in der Kammer auf, wo der Geist sich stets zeigte.
In der Nacht, als die Mönche kaum schliefen, begann der Geist sein Spiel und zupfte sie bei den Haaren, die ihre kahlgeschorenen Scheitel spärlich umsäumten.
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Sagen der mittleren Werra 52
Von einem Spuk in Brotterode
Bei Brotterode lagerte einmal im Dreißigjährigen Krieg ein Haufen Kroaten auf der nach ihnen auch heute noch sogenannten Kroaten-Eller. Der drangsalierte den Ort gar arg. So erstachen sie neben dem Wirtshaus auch einen Mann. Der spukt heute noch. Bald steht er in nachdenkender Stellung und mit verschränkten Armen an der Ecke des Wirtshauses, bald geht er am Bach auf und ab. Wem er aufstößt, bringt er nichts Gutes.
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Deutsche Märchen und Sagen 169
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
224. Weißer Geist zu Nürnberg
Gegen das Jahr 1672 lebte in Nürnberg ein Goldschmied mit seiner Frau und sechs Kindern. Diese Frau hatte einen Familiengeist, der immer um sie war und ihr vorhersagte, was ihr begegnen würde. Er zeigte sich ihr in Gestalt eines weißgekleideten Kindes, welches eine Sanduhr in der Hand trug.
Einmal sprach er zu ihr: »Frau, Ihr wäret tot gewesen, hätte nicht ein Sandkörnchen, welches ein Loch in diesem Gläschen gestopft hat, Euch geholfen.«
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Leben, Taten und Schicksale der merkwürdigsten englischen Räuber und Piraten … Teil 5
Leben, Taten und Schicksale der merkwürdigsten englischen Räuber und Piraten der frühesten bis auf die neueste Zeit
Nach amtlichen Urkunden und anderen glaubwürdigen Quellen von C. Whitehead
Aus dem Englischen von J. Sparschil
Leipzig. 1834
Thomas Wynne
Dieser berüchtigte Verbrecher wurde zu Ipswich geboren, wo er bis in sein fünfzehntes Jahr lebte, und dann zu Schiff ging. Neun Jahre danach kam er nach London, wo er in liederliche Gesellschaft geriet, mit Weibspersonen der verworfensten Art schwelgte und keine Schurkerei unterließ, um seine und ihre Ausschweifungen bestreiten zu können. Endlich wurde er im Einbrechen in die Häuser und in Diebereien aller Art so geschickt, dass er als der gefährlichste Spitzbube seiner Zeit verrufen war.

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