Sagen der mittleren Werra 61
Vom Floßberg
Vom weißen Stein aus zieht sich an der südlichen Gebirgswand hinauf zum Rennsteige ein Kamm, der dann mit diesem eine Strecke fast parallel läuft, hierauf sich wieder talwärts senkt und der Floßberg genannt wird, eine der wildesten Partien der Gegend. Schauerlich schön hat sich hier zwischen längst verlassenen, tiefen Schächten, dunklen Fichten und knorrigen Eichen aus dem verwitterten Granitgebirge ein mächtiger Flussspatgang erhoben, der einer Weiterlesen
Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl – 16. Kapitel
Heinrich Döring
Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl
Verlag C. F. Schmidt, Leipzig, ca. 1840
Sechzehntes Kapitel
Wie Rübezahl den armen Bendix aus seinem Kerker rettete
Vor der Pforte des Kerkers, dessen Wände den armen Bendix umschlossen, stand Rübezahl, auf Mittel und Wege sinnend, wie er, ohne eben großes Aufsehen zu erregen, den Gefangenen vor dem Tod am Galgen retten könnte. Als er nun den Geistlichen, der dem reuigen Sünder Trost und Mut zugesprochen hatte, aus des Kerkers Pforte heraustreten sah, da fiel ihm, dem Berggeist, ein, als dessen Doppelgänger in das Gefängnis zurückzueilen. So geschah es, dass die Wachen, durch die ihnen bekannte Gestalt getäuscht, ihm den Weiterlesen
Sagen der mittleren Werra 60
Vom Eisenmann und der wölle (wilden) Eiche
Am Rennsteig nach Brotterode zu steht ein ungefähr tischhoher Gedenkstein von Granit, der Eisenmann genannt. Vor alten Zeiten soll hier ein Fuhrmann dieses Namens ermordet worden sein. Seit jener Zeit spukt es dort droben arg in der Mitternachtsstunde. Viele hörten allda deutlich ein unheimliches Querzen, Knarren und Stampfen, als ob ein mit Sechsen bespannter Frachtwagen vorüberfahre. Andere hörten das Knallen einer Peitsche, noch andere wollen selbst den bespannten Wagen dort gesehen haben. Ein lauter Notschrei verkündet zuletzt, dass der Spuk an dem Stein angelangt und wieder Weiterlesen
Deutsche Märchen und Sagen 175
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
231. Der Geist zu Bingen
Nicht weit von der Stadt Bingen, da wo das Flüsschen Naas in den Rhein mündet, liegt ein Dorf, welches Camon heißt.
Da war im Jahre 858 ein Geist, welcher den Einwohnern viel schlimme Streiche spielte. Zuerst fing er an, unsichtbar die Leute mit Steinen zu werfen und ihnen an die Türen zu pochen. Bald danach gab er unter menschlichen Gestalten Antworten, verriet Diebstähle und stiftete Zwietracht und Uneinigkeit. Dann begann er Scheunen und Häuser anzuzünden und zu verbrennen.
Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl – 15. Kapitel
Heinrich Döring
Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl
Verlag C. F. Schmidt, Leipzig, ca. 1840
Fünfzehntestes Kapitel
Wie Rübezahl eines armen und tief betrübten Mägdleins sich mit Rat und Tat annahm
Als nun mit Anbruch des dritten Morgens die Neugier manche hinauslockte aus ihrer Wohnung, um auf dem Markt den Galgen vorläufig zu betrachten, an welchen der arme Bendix gehängt werden sollte, wurden sie durch das widrige Gekrächze eines großen schwarzen Raben, der sich auf die Spitze des Galgens gesetzt hatte, wieder zurückgescheucht und trotz aller Bemühungen, ihn fortzujagen, seinen Platz durchaus nicht verlassen wollte. Erst als das Gewühl sich wieder zerstreute, flatterte Rübezahl – denn er war es – herab von dem Galgen Weiterlesen

Neueste Kommentare