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Mythen & Wirklichkeiten

Kreaturen der Finsternis – Der Amarok

Der Amarok oder auch Amaroq wird in der Mythologie der Inuit als ein riesiger Wolfsgeist beschrieben, der in der Arktis eher allein als in Rudeln jagt und dafür bekannt ist, dass er diejenigen jagt, die töricht genug sind, allein durch die Wildnis zu ziehen.

Es gibt eine Reihe von Legenden, die sich um diese Kreatur ranken, von denen viele sie in ein positives Licht rücken. In einer von ihnen ruft ein kleiner Junge, der körperlich schwach ist, den Gott der Stärke an, damit er ihm helfe, stärker zu werden. Ein Amarok materialisiert sich und stößt ihn zu Boden, woraufhin eine Reihe kleiner Knochen von ihm fällt. Der Amarok erklärt ihm, dass die Knochen sein Wachstum behindern und trainiert mit ihm weiter, bis der Junge stark genug ist, um gegen Bären zu kämpfen. Eine andere Geschichte erzählt von einem Mann, der den Tod eines Verwandten betrauert, von einem in der Nähe lebenden Amarok hört und sich auf die Suche nach ihm macht. Er stößt auf die Höhle des Amarok, findet seine Jungen, tötet sie stattdessen und versucht, die Tat zu vertuschen. Als der Amarok zurückkehrt und seine Jungen nicht findet, geht er zu einem nahe gelegenen See und zieht eine humanoide Gestalt heraus, die den trauernden Mörder tot zusammenbrechen lässt, da er seine Seele verloren hat. Einem Amarok bleibt nichts verborgen.

Es wird angenommen, dass diese Kreatur eng mit einem betrügerischen Gott der Inuit verbunden ist, der ebenfalls ein Wolf ist Weiterlesen

Deutsche Märchen und Sagen 187

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

250. Der Schatz zu Hummelshausen

Im Schloss zu Hummelshausen liegt ein ungeheurer Schatz begraben; der ist in einer großen Kiste verwahrt und auf der Kiste liegt ein schwarzer Hund. Jedes Jahr sinkt die Kiste ein Klafter tiefer in die Erde.

Bis sie gefunden ist, wird weder Glück noch Segen auf dem Schloss sein. Die Leute, welche dort wohnen, sterben und verderben.

251. Schatz im Keller

Im Jahr 1648 diente ein gewisses Mädchen, na­mens Elisabeth, in einem fürstlichen Haus einer berühm­ten Stadt Deutschlands. Da begegnete ihr der folgende Fall.
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Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 40

Das untergegangene Dorf Gohlitz

Südlich von Lehnin liegt ein See, welcher der Gohlitzsee heißt und seinen Namen daher hat, dass an der Stelle desselben ehemals ein Dorf namens Gohlitz gelegen haben soll. Das ist aber untergegangen durch die Strafe Gottes, weil die Bauern dort ganz übermütig und gott­los geworden waren.

Da war denn eines Tages ein kleiner Spring (Quell), der sich dort an einer naheliegenden Höhe befindet, plötzlich so angeschwollen, dass das gesamte Dorf mit Vieh und Menschen untergegangen ist und nichts da­von übrig blieb als der große Damm, denn das ist die Landzunge, die sich noch weit in den See hinein erstreckt.
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Sagen der mittleren Werra 83

Die Kinder am Silbergrund unter dem Arnsberg

Von dem Steg über das Haselwasser im Schweinaer Grund läuft ein scharfkantiger Rücken zwischen Letzterem und dem Silbergrund bis aus die Höhe des Arnsbergs, der Arnsberger Reuter genannt. An der westlichen Seite desselben am Silbergrundwasser in den Erlen soll es nicht geheuer sein.

Ein Bergmann erzählte mir: »Ich habe einen Kameraden, der ging einst während der Schicht, um Stöcke zu roden, in den Wald und stellte seinen Schubkarren einstweilen in die Erlen am Arnsberger Reuter. Als mein Kamerad glaubte, eine gehörige Ladung zu haben, ging er den Berg hinunter, um den Schubkarren zu holen, und war nicht wenig erstaunt, dort am Platz statt des Karrens drei mit Blumen spielende Kinder in schneeweißen Kleidchen zu erblicken. Da er dachte, es seien Kinder vornehmer Leute, die sich vielleicht hier im Wald verirrt hätten, so fragte er sie nach ihrem Namen und woher sie kämen. Allein er mochte sich stellen, wie er wollte, sie lachten, spielten mit ihren Wasserlilien fort und blieben ihm die Antwort schuldig. Je länger er jedoch die Kinder betrachtete, desto kurioser und unheimlicher wurde es ihm ums Herz. Da fiel es ihm erst ein, dass er sich in den Erlen am Arnsberger Reuter befand. Er machte sich daher schnell daran, um seinen verschwundenen Schubkarren woanders zu suchen. Doch kaum war er einige Schritte Weiterlesen

Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 06

Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

17. Der schwarze Wog

Stromabwärts von Schreiberhau befindet sich im Zackenbett ein dunkler Wasserwirbel, welcher der schwarze Wog genannt wird. Die Sage erzählt, dass derselbe unergründlich sei und in seiner Mitte einen heißen Sprudel besitze, der das Zufrieren im Winter verhindere. Der schwarze Wog soll außerdem die unheimliche Eigenschaft be­sitzen, das Wasser des Zackens aufhalten und dadurch die Mühlen an demselben zum Stillstand bringen zu können. In den Jahren 1703, 1746, 1773, 1785, 1797 und 1810 sollen deshalb die Mühlen stundenlang zur Betriebsunterbrechung gezwungen worden sein.

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