Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 10
Wäwäbisowin1
oder die Schaukel am Seeufer
Hoch oben am nördlichen Ufer des Huron lebte ein altes Weib mit ihrem Sohn und dessen Frau nebst einem kleinen Waisenknaben, den sie aus Mitleid angenommen hatte. Ihr Sohn ging tagtäglich auf die Jagd und brachte seiner Gemahlin stets fette Hirschlippen, wohlschmeckende Bärennieren und sonstige Leckerbissen mit, die sie sich dann braun und hart röstete. Diese zärtliche Aufmerksamkeit war aber der Alten ein Dorn im Auge, und sie beschloss daher, ihre Schwiegertochter umzubringen.
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Schwäbische Sagen 25
Der Michelstein
Eine mündliche Überlieferung aus Oberessendorf
Im Oberamt Waldsee, zwischen Ober- und Unteressendorf liegt ein Berg, der gewöhnlich die »Halde« genannt wird. Auf einer Höhe dieser Halde liegt ein sehr anmutiger Bauernhof, der von alters her der »Venusberg« heißt. Man weiß aber nicht mehr, woher dieser Name stammt. Nicht weit von diesem Venusberg ist neben den Ruinen des Schlosses Landau ein mächtiger Fels, aus dem Weiterlesen
Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 09
Miskwandib
oder Rotkopf und seine beiden Söhne
Miskwandib war ein tüchtiger Jäger und liebte auch die Jagd über alles. Nun klagten ihm seine Söhne einst, dass sie ihre Mutter immer allein ließe, wenn er im Wald umherstreife, und dass sie ihn lieber begleiten möchten, als sich zu Hause zu langweilen. Der Jäger wusste dies recht gut, wollte jedoch seine Kinder nicht wissen lassen, dass ihre Mutter den Weg der schlechten Frauen wandle. Doch stand er am anderen Morgen recht früh auf und verbarg sich unbemerkt in einem nahe stehenden dichten Gebüsch.
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Schwäbische Sagen 24
Viertes Kapitel
Riesen- und Teufelsgeschichten
Der Riese Erkinger
Mündliche Überlieferungen aus Hirschau und Liebenzell
1.
Den gewaltigen Turm bei Liebenzell, den man im Volk das »Schloss« nennt, hat der Riese Erkinger erbauen lassen. Der Kalk oder »Speis« soll mit Wein angemacht sein. Andere sagen mit Milch, welche die umwohnenden Bauern liefern mussten. Dieser Turm hatte unten ehedem keinen Eingang. Erst spät hat man die ungeheure Mauer, die aus dicken Quadern besteht, durchbrochen, Weiterlesen
Sagen- und Märchengestalten – Der Adept zu Berlin – Teil 7
Sagen- und Märchengestalten sowie Geister-, Wunder- und Aberglauben des deutschen Volkes
Mit Erzählungen von Begebenheiten der Vorzeit, die den Glauben an eine Geisterwelt förderten, Berlin, Verlag von Burmester & Stempell,1874
Der Adept zu Berlin – Teil 7
Don Caëtano hatte in jener denkwürdigen Nacht auf eine wunderbar schnelle Weise den Grund der Talschlucht erreicht, welche der steilen Wand des Burgberges zur Basis diente, und war unverletzt entkommen.
»Was den Galgen zieren soll, ertränkt nicht im Wasser!«, sagte der alte Ignaz, der am nächsten Morgen vergebens den gefährlichen Abhang durchspähte, zu seinen Gefährten und kehrte verdrießlich in den Turm zurück.
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