Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 53

Der letzte Graf von Ruppin
Die Grafen von Lindow, Herren von Ruppin und Möckern, stammten aus dem alten thüringischen Geschlecht der Grafen von Arnstein und kamen mit den anhaltinischen Fürsten in die Mark. Sie hatten stets eine hohe Stellung inne, waren fürstlich geachtet und meist streitbare und kluge Herren, die in der Geschichte der Mark immer wieder eine Rolle spielten. Ein eigentümliches Familienzeichen sollen sie alle mit auf die Welt gebracht haben, ein Loch im Ohr, wie es in einer alten Erzählung heißt, an der Stelle, wo andere Menschenkinder sich erst ein Loch stechen lassen müssen, wenn sie etwas hineinstecken wollen.
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Adventskalender 2024 – 7. Türchen
Ein neapolitanisches Märchen
Es war einmal in der Stadt Neapel ein alter, armer Mann. Er war so elend, so runzlig, so eingeschrumpft und hatte nicht einen einzigen Lumpen, seine Blöße zu bedecken, sodass er umherging nackt wie eine Fliege.
Da er nun nahe daran war, die Säcke dieses Lebens abzuschütteln, so rief er seine Söhne, Oratiello und Pippo, und sagte zu ihnen: »Ich werde jetzt vor den Rechnungsführer gerufen, um die Schuld, die die Natur an mich zu fordern hat, zu bezahlen, und glaubt mir, wenn ihr Christen seid, dass es mir großes Vergnügen machen würde, diesen Elendshaufen, diese Wehschlucht zu verlassen, ließe ich euch nicht zurück, ein paar erbärmlicher Gesellen, so dick wie St. Clara auf den fünf Straßen von Melito, ohne einen einzigen Stich an euch, so rein wie ein Weiterlesen
Adventskalender 2024 – 6. Türchen
Ein norwegisches Märchen
In Norwegen, nicht weit von Trondheim, lebte ein mächtiger Mann, der mit jeglichem Gute gesegnet war. Ein Teil des Landes umher gehörte ihm; zahlreiche Herden grasten auf seinen Weiden, und eine große Dienerschaft schmückte sein Haus. Er hatte eine einzige Tochter, Aslog. Der Ruf ihrer Schönheit war weit umher verbreitet. Die Vornehmsten des Landes bewarben sich um sie, aber ohne Erfolg, und wer hoffnungsvoll und freudig gekommen war, ritt traurig und schweigend wieder fort. Ihr Vater, der da glaubte, dass seine Tochter das nur täte, um eine kluge Wahl zu treffen, mischte sich nicht ein und freute sich über ihre Einsicht.
Als aber zuletzt die Edelsten und Reichsten umsonst ihr Glück bei ihr versucht hatten, so gut wie die Übrigen, Weiterlesen
Adventskalender 2024 – 5. Türchen
Eine Bauersfrau hielt sich einen Knecht, der hieß Peter. Eines Tags schickte sie ihn auf den Markt, ihre Butter zu verkaufen. Aber die Leute, die erst lange nachfragten, was die Butter koste, mit denen solle er sich nicht zu viel aufhalten; die kauften doch keine.
Als nun Peter auf dem Markt stand und die Butter feil hielt, kamen die Leute und fragten, was die Butter gelten solle.
Da sagte Peter zu ihnen: »Geht nur Eures Wegs, Ihr kauft doch keine.«
So behielt er all die Butter. Als er nun wieder nach Hause fuhr, kam er an einer Kirche vorbei und sah ein Weiterlesen
Adventskalender 2024 – 4. Türchen
Es war einmal ein redlicher Bauersmann, der lebte mit seiner Frau so einträchtig und gottgefällig, dass er allen Nachbarn ein Muster und eine Freude war. Aber dem Teufel war es ein Herzeleid; vergebens versuchte er seine Künste, die Liebe und Treue der beiden glücklichen Eheleute zu Fall zu bringen. Als er einst mürrisch darüber am Wege saß, fragte ihn im Vorübergehen ein altes Weib, warum er denn so ingrimmig aussehe.
Da sagte er: »Ach, Ihr könnt mir doch nicht helfen.«
»Wer weiß?«, meinte sie, »bei mir ist guter Rat noch nie teuer gewesen.«
Da klagte er ihr sein Leid, wie er die zwei Eheleute nicht auseinander zu bringen wüsste. Als sie das hörte, schalt Weiterlesen




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