Archiv

Mythen & Wirklichkeiten

Schinderhannes – Dreizehntes Kapitel

Leben und Taten des berüchtigten Johann Bückler, genannt Schinderhannes
Für Jung und Alt zur Lehre und Warnung aufs Neue geschrieben von W. Fr. Wüst, Reutlingen 1870
Druck und Verlag von Fleischhauer & Spohn

Dreizehntes Kapitel

Schinderhannes macht einen Besuch bei seinem Vater.

Gegen Ostern 1802 machte Schinderhannes seinem Vater heimlich einen Besuch. Er hatte ihn lange nicht gesehen und empfand nun eine rechte Sehnsucht nach ihm.

Früher hatte der Sohn dem Vater öfters Geschenke gemacht, und dieser wusste wohl, dass es gestohlenes Gut Weiterlesen

Elbsagen 19

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

19. Die Sagen vom Lilienstein

Der Lilienstein ist ein hoher, steiler Fels, der dem Königstein gerade gegenüber liegt. Von fern gesehen scheint es, als ob er ganz von der Elbe umflossen würde. Aus verschiedenen Anzeichen lässt sich erkennen, dass er früher bewohnt gewesen sein musste.

Vor Zeiten kletterten einmal mehrere junge Leute aus Neugier am Fuß des Liliensteins umher, da sahen sie Weiterlesen

Aus dem Wigwam – Der Schutzgeist

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Der Schutzgeist

ie Delawaren glauben, sie seien von einem mächtigen Manitu, der in Gestalt eines nur selten sichtbaren Adlers über ihnen schwebe, beschützt. Ist er mit ihrem Betragen zufrieden, so fliegt er niedrig und umkreist die weißen Wolken am Himmel. Auch ist dies zugleich ein sicheres Zeichen, dass das kommende Jahr ein ausgezeichnetes wird, dass der Mais gut gedeiht und sie großes Glück auf der Jagd haben werden. Zuweilen wird er auch böse, lässt seine Stimme im Donner hören, im Blitzen seine zornigen Augen sehen und schlägt dann diejenigen tot, die ihm missfallen.

Diesem mächtigen Geist pflegen die Delawaren regelmäßig zu opfern. Zum Zeichen, dass er es wohl aufnimmt, lässt er manchmal eine Feder fallen, die unsichtbar und unverwundbar macht.

Einstmals wurden die Delawaren von den Pawnee auf einer großen Prärie umringt und beinahe sämtlich umgebracht. Weiterlesen

Oberhessisches Sagenbuch Teil 26

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Weiße Frau im alten Keller

Bei Mauswinkel und Wettges in der Mitte, wo jetzt nichts als Hutweide ist, heißt man es die Dietrichsburg und am alten Keller. Es soll dort ein altes Schloss gestanden haben, dessen Reichtümer von einer weißen Frau bewacht werden. Vom Mauswinkel ging einmal ein Mann dort vorüber, um die Essenszeit, und sah die weiße Frau sitzen mit einem Strickstrumpf in der Hand. Sie bat ihn, um Mitternacht doch ja zu ihr zu kommen, denn es sei jetzt gelegene Zeit zu ihrer Erlösung. Er werde sie dann in Gestalt einer Schlange erblicken, aber er brauche sich nichts Weiterlesen

Schinderhannes – Zwölftes Kapitel

Leben und Taten des berüchtigten Johann Bückler, genannt Schinderhannes
Für Jung und Alt zur Lehre und Warnung aufs Neue geschrieben von W. Fr. Wüst, Reutlingen 1870
Druck und Verlag von Fleischhauer & Spohn

Zwölftes Kapitel

Die letzten Unternehmungen des Schinderhannes auf dem linken Rheinufer

Zwei Einbrüche sind es, die Schinderhannes noch auf dem linken Rheinufer ausführte, ehe er sich auf die rechte Seite begab, um nie wieder dorthin zurückzukehren. Er hatte einige neue Gesellen angeworben, auf deren Unerschrockenheit und Geistesgegenwart er sich verlassen konnte. Mit diesen machte er einen Einbruch bei dem Pächter Zürcher auf dem Neudorfer Hof bei Lettweiler. In der Nacht vom 12. auf den 13. Februar 1802 erschien er Weiterlesen