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Literatur

Der Wolfdämon – 4. Kapitel

Albert W. Aiken
Der Wolfdämon
Oder: Die Königin von Kanawha
4. Kapitel
Das Mädchen, das den Schuss abfeuerte

Winthrop blickte mit erstaunten Augen auf seine Retterin, denn dass das Mädchen sein Leben durch die rechtzeitige Rettung gerettet hatte, daran bestand kaum ein Zweifel.

Der junge Mann erblickte ein wunderschönes Mädchen, gekleidet in indianischer Tracht, ihr Gewand farbenprächtig gefranst und mit farbigen Perlen verziert. Doch obwohl es indianische Kleidung trug, floss in den Adern dieses Waldkindes mehr weißes als rotes Blut.

Die Haut hatte einen reichen olivfarbenen Ton; eine eigenartige Haut – so dünn trotz ihrer Dunkelheit, dass die schnelle Weiterlesen

Das Geisterschiff – Kapitel 29

John C. Hutcheson
Das Geisterschiff
Kapitel 29
Endlich zu Hause!

Wer als Seemann oder Weltenbummler durch die Lande zieht, kommt unweigerlich zu dem Schluss, dass die Welt weitaus kleiner ist, als Daheimgebliebene vermuten würden. Man kann kaum einen Schritt tun, ohne jemanden zu treffen, den man meilenweit entfernt oder hinter einem Ozean wähnte.

Ich war kaum in den Zug von Southampton nach London gestiegen – auf dem Weg nach Liverpool, nachdem ich erst am selben Morgen vom Postdampfer aus Colon gelandet war –, als mir in der gegenüberliegenden Ecke des Abteils ein Mann auffiel. Er war groß, hatte struppiges Haar und einen dichten braunen Bart. Ich hätte ihn nicht im Geringsten einordnen können, hätte er mich nicht einen Moment lang genau gemustert. Dann erhellte ein breites Grinsen sein Gesicht, und seine Augen funkelten so drollig, dass ich ihn sofort erkannte, noch bevor er seinen unverwechselbaren irischen Akzent hören ließ.

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Das Geheimnis zweier Ozeane – Erster Teil – Kapitel 8

Grigori B. Adamow
Das Geheimnis zweier Ozeane
Ein wissenschaftlich-phantastischer Roman
Originaltitel: Тайна двух океанов
Erster Teil
Ein außergewöhnliches Schiff
Kapitel 8
Marats Projekt

Zoi erinnert sich noch genau an seine graue, freudlose Kindheit in einer halb verfallenen, spärlich gedeckten Hütte in einer Randstraße von Jilin. Die Stadt war der getreue Begleiter seiner Kindheitsjahre. Die Erinnerungen an die Demütigung, an die ewige Unterwürfigkeit seines Vaters – eines Schusters – gegenüber dem Geldverleiher und Besitzer des Nachbarladens, gegenüber dem Polizisten an der Straßenecke, jedem japanischen Soldaten und jedem Auto, das sich selten in diese Außenbezirke verirrte, weckten in Zois Seele bis heute Scham, Bitterkeit und Zorn. Der arme Koreaner war ein Nichts, Staub unter jedem festen Stiefel Weiterlesen

Der mysteriöse Doktor Cornelius – Band 2 – Episode 8 – Kapitel 5

Gustave Le Rouge
Der mysteriöse Doktor Cornelius
Band 2

Achte Episode
Das Geisterauto
Fünftes Kapitel
Zwei vorbildliche Bedienstete

Slugh hatte gerade Edward Edmond, den Hausmeister von Mr. Fred Jorgell, verlassen, nachdem er bei der Auszählung der letzten Post dabei gewesen war. Gelassen und eine Zigarre rauchend kehrte er in das möblierte Hotel zurück, in dem er im irischen Viertel wohnte. Von Zeit zu Zeit kehrte er in eine Bar ein, genoss einen Whiskey-Soda und setzte dann gemächlich seinen Weg fort. Er war auf seine Weise sehr maßvoll und legte an einem Abend nie mehr als drei solcher Zwischenstopps ein. So legitim er es auch fand, sich in Maßen zu erfrischen, so sehr verabscheute er die Trunksucht, die er als das widerlichste aller Laster betrachtete. Hätte sich jedoch jemand anderes im Laufe des Tages in ähnlicher Weise erfrischt, wäre dieser unweigerlich noch vor Weiterlesen

Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 22

Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 3, Teil 7

Er schritt der Mühle zu und betrat den Eingang. Der andere war ihm gefolgt.

In der Flur, gleich neben dem Treppenaufgang, lag seltsamerweise direkt am Boden ein großer Haufen Mehl. Daneben stand ein Mühlknappe, welcher an einer Holzschaufel einen Stiel befestigte.

»Was liegt denn das Mehl hier?«, meinte Flederwisch im Vorbeigehen, leckte am Finger, tauchte diesen in die weiße Masse und kostete.

»Pfui Deiwel!!«, rief er sofort, heftig ausspuckend. »Wie schmeckt denn das Mehl?«

»Nee, Gabidän, nee«, sang grinsend der Mühlknappe im schönsten Sächsisch, »das is geen Mahl, das is Sie mehrstendeels Gibs, mir Weiterlesen