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Fred Vargas – Jenseits des Grabes

Fred Vargas – Jenseits des Grabes

Kommissar Adamsberg von der Brigade Criminelle des 13. Pariser Arrondissements ist gerade mit der Rettung eines Igels beschäftigt, den man angefahren hat, als er von einem Mord an einem Wildhüter in Louviec, einem kleinen Ort in der Bretagne, erfährt.

Der aggressive Wildhüter des Ortes wurde mit einem kostbaren Messer in der Brust tot aufgefunden, und in der Nacht zuvor haben die Bewohner des Ortes das Gespenst des Grafen von Combourg aus dem 18. Jahrhundert auf den Straßen gehört, den man den Hinkenden nennt, weil er 1709 ein Bein einbüßte.

Wenn man in der Nacht sein Holzbein auf die Pflastersteine schlagen hört, so die Legende, kündigt dies einen Mord an.

Einen Monat zuvor fährt Adamsberg nach Combourg und freut sich während der Fahrt auf ein Wiedersehen mit Franck Matthieu, dem Kommissar von Combourg, mit dem er einen Serienmord in der Bretagne aufgeklärt und sich währenddessen gut verstanden hat.

Nach einem administrativen Treffen in der Gendarmerie will sich Adamsberg zusammen mit Matthieu noch das Schloss der Stadt anschauen. Während eines Gesprächs mit dem Kommissar erfährt Adamsberg, dass einer der Schlossbewohner früherer Zeiten der Vicomte de Chateaubriand war, einer der größten französischen Schriftsteller, und ein weltweit bekannter Wegbereiter der Romantik. Sein Hauptwerk sind die Erinnerungen von jenseits des Grabes.

Schließlich fahren die beiden Ermittler nach Louviec, wo sie im örtlichen Gasthof auf Josselin de Chateaubriand treffen, der auch spöttisch der Vicomte von Combourg genannt wird und das exakte Ebenbild seines 1848 verstorbenen Vorfahren ist. Außerdem erfährt Adamsberg von Matthieu und anderen von der Legende des Hinkenden und lernt im Gasthof auch den Wildhüter kennen, der einen Streit mit Chateaubriand hat. Am nächsten Morgen um 9:00 Uhr tritt Adamsberg den Rückweg nach Paris an.

Einen Monat später erfährt er, wie bereits beschrieben, dass in Louviec der Mord am Wildhüter passiert ist. Matthieu ruft ihn an und schildert, dass der Arzt des Ortes, der damals den Streit zwischen den Gasthofbesuchern schlichtete, das Opfer kurz vor seinem Tod gefunden hat und dass der Ermordete noch einiger Silben stammelte, bevor er starb, die Chateaubriand neben weiteren Indizien seiner Meinung nach verdächtig machen, den Mord begangen zu haben, was er selbst aufgrund seiner Sympathie für ihn gar nicht wahrhaben will.

Adamsberg beruhigt ihn und versucht, seinen Verdacht zu zerstreuen. Schließlich fährt er in die Bretagne. Als er zurück in Paris ist, geschieht ein weiterer Mord in Louviec. Da Chateaubriand weiter verdächtig ist und sogar verhaftet wird, überträgt der Innenminister Adamsberg und seiner Abteilung die Ermittlungen, damit der Name des großen Dichters nicht in den Schmutz gezogen wird.

 

Fred Vargas schreibt mit Jenseits des Grabes einen komplexen, verwickelten Kriminalroman, der den Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln vermag. Die Charaktere, die die Autorin dabei beschreibt, sind interessant und außergewöhnlich, allen voran Kommissar Adamsberg, der nicht nur ausgesprochen ungewöhnlich ermittelt, sondern dabei nahezu genial einen äußerst schwierigen Kriminalfall löst.

Bei all ihrer Verschrobenheit sind die Helden des Romans oft ausgesprochen liebenswert und die Täter durchaus nicht nur böse, was man von einer differenzierten Kriminalgeschichte auch erwarten darf.

Der französische Landstrich, in welchem die Story spielt, wird so interessant beschrieben, dass man als Leser den Wunsch entwickelt, dieses schöne Fleckchen Erde einmal zu sehen. Die Weine und die kulinarischen Highlights, in deren Genuss die Figuren des Romans kommen, erhöhen, genauso wie die Sehenswürdigkeiten, den Reiz für den Fremden, einmal in die Bretagne zu reisen.

Fazit:
Jenseits des Grabes von Fred Vargas ist ein vielschichtiger, spannender Kriminalroman dessen Akteure ungewöhnlich und oft liebenswert sind. Die Autorin versteht es, die Bretagne als interessantes Fleckchen Erde darzustellen und dem Leser eine Reise dorthin schmackhaft zu machen.

Ich kann diese Geschichte dem Leser empfehlen, der gerne einen komplexen, ungewöhnlichen und spannenden Krimi liest und dazu etwas über Leute und Orte erfahren möchte, von denen die Story erzählt.

Die Autorin:

Fred Vargas ist der Künstlername der französischen Schriftstellerin Frédérique Audoin-Rouzeau. Sie ist im Juni 1957 in Paris geboren, lebt mit ihrem Sohn im Pariser Stadtteil Montparnasse und ist hauptberufliche Archäologin.

Seit 1986 schreibt sie in ihrer Freizeit Kriminalromane. Im Mittelpunkt ihrer Bücher steht der französische Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg.

Heute ist Fred Vargas (das Pseudonym entstand aus der Abkürzung ihres Vornamens und dem Nachnamen der von Ava Gardner gespielten Filmfigur Maria Vargas) die bedeutendste französische Kriminalautorin und hat internationales Renommee.

Sie erhielt unter anderem 2004 den Deutschen Krimipreis, 2012 den Europäischen Krimipreis für ihr Gesamtwerk und 2016 den Deutschen Krimipreis in der Kategorie International.

Quellen:

• Fred Vargas, Jenseits des Grabes, Blanvalet in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, München, 1. Aufl. 2025.

• de.wikipedia.org

www.penguin.de

Bilder:

• Cover des Buches. Mit freundlicher Genehmigung der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH.

• Foto der Autorin. Copyright: Astrid di Crollalanza; Flammarion. Ebenfalls mit freundlicher Genehmigung der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH.

(ww)

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