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Storys & Lyrik

Die Brille des Teufels – I

Die Brille des Teufels
Nach dem Englischen von Wilkie Collins

Diese Geschichte erschien ursprünglich in der New Yorker Zeitschrift The Spirit of the Times am 20. Dezember 1879 als The Magic Spectacles. Sie wurde unter demselben Titel in The Seaside Library im Juni 1880 nachgedruckt. In Großbritannien erschien es unter Wilkies bevorzugtem Titel The Devil’s Spectacles in lokalen Zeitungen, darunter dem Bath Herald in zwei Teilen am 20. und 27. Dezember 1879.

Im Januar 1887 schrieb Collins eine Notiz zu The Devil’s Spectacles, Love’s Random Shot und Fie! Fie! Or, the Fair Physician: »Diese Geschichten haben in Zeitschriften ihren Zweck erfüllt, sind aber einer Wiederveröffentlichung in Buchform nicht würdig. Weiterlesen

Marc Hartkamp – Trisha

Trisha

Trisha schreckte aus einem unruhigen Traum zurück in die Realität, blickte sich erschrocken in ihrem Zimmer um und zog sich ängstlich die Bettdecke bis zum Kinn hoch. Sie sah das geöffnete Fenster ihres Zimmers. Ein seichter, warmer Sommerwind wehte in den Raum, bauschte die Vorhänge sanft auf und sog sie abwechselnd leicht durch das Fenster hinaus. Vage Erinnerungen an ihren Traum erfüllten Trishas Gedanken. Da war ihr Vater gewesen. Er winkte sie lächelnd zu sich herüber. Nach dem frühen Tod ihres Vaters war nichts in ihrem Leben so, wie es früher einmal gewesen war. So glücklich und unbeschwert. Sie sehnte sich in diese Zeit zurück. Doch war dort in dem Blick ihres Vaters in ihrem Traum etwas falsch. Seine Augen wirkten starr und böse. Niemals hatte sie sich vor ihrem geliebten Vater fürchten müssen. Sie war seine kleine Prinzessin gewesen und so behandelte er sie auch. Ein wohliges Gefühl durchströmte Trisha, bei dem Gedanke an ihn. Aber sein böser Blick in ihrem Traum …
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Das Seegespenst

Heinrich Schmidt
Das Seegespenst

»Willy! Willy!«

»Hier, Bruder Jack!«

»Komm her, mein Junge! Komm! Hier an Backbord bin ich! Lehne dich mit dem Rücken gegen den Poller und lasse deinen Kopf auf dem Anker ruhen. Ich will mich zu dir setzen.«

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Die Plauderstube – Die Geschichte vom alten Pomschick

Die Geschichte vom alten Pomschick

Ich zählte achtzehn Jahre, als ich schon durch zwei Jahre Fähnrich im Regiment Pawlowsky war.

Das Regiment bewohnte die Kaserne am anderen Ende des Marsfeldes, gegenüber des Sommergartens.

Der Kaiser Paul regierte bereits drei Jahre und bewohnte den roten Palast, der eben fertig geworden war.

Eines Nachts, als mir, ich weiß nicht mehr welcher Ausflug, den ich mit meinen Kameraden machen wollte, nicht gestattet worden war und ich fast allein zu Bett lag, wurde ich aus meinem Schlummer durch eine Weiterlesen

Der Teufel im Schornstein

Der Teufel im Schornstein
Eine Lausbubengeschichte aus dem Jahre 1779

Ein gewisser Gastwirt, ich weiß nicht wo, hatte die löbliche Gewohnheit, dass er keine Magd lange behalten mochte. Er liebte die Veränderung; ja unter 25 Mädgens, die noch so ganz artig und hübsch waren, denn in Gasthöfen müssen sie doch wohl hübsch sein. Weiß man keine Einzige, die ein ganzes Vierteljahr bei ihm ausgedient und ihren vollen Lohn bekommen hatte; denn er wusste immer etwas: Bald war ein Löffel weg, bald vermisste man einen neuen Besen, bald blieb das Mensch so lange in bei Kirche, bald war ein Topf, bald eine Schüssel entzwei, bald steckte der Muz bei den Passagieren, bald machte der Sausödel die Stiefel Weiterlesen