Der Weg ins Unendliche
Eine lange Straße erstreckte sich vor meinen Füßen. Der Asphalt fühlte sich weder kalt noch warm an. Selbst die Luft schien weder Kälte noch Wärme zu besitzen. Am Straßenrand war nicht ein Grashalm, geschweige denn ein kleiner Baum zu sehen. Nur eine endlose Sandlandschaft, die durch diese eine Straße gespalten wurde. Es erinnerte mich ein bisschen an eine Wüste, in der man bei jedem Schritt auf einen Tropfen Wasser hoffte. Doch hier verspürte ich weder Erschöpfung, noch Hunger oder Durst. Ich schaute in den wolkenlosen Himmel. Keine Sonne, die mich blendete, kein Mond, der wie ein wachendes Auge auf mich herunter blickte. Ich lauschte in die einsame Stille, doch alles, was ich vernahm, waren die Stimmen, die in meinem Kopf umherschwirrten. Sie sagten mir, ich solle weiter die Straße Weiterlesen
Engelslieder
Ein Lied für den Wächter, schlafend im Stein.
Ein Lied für den Zorn, der wütend schreit.
Ein Lied für die Trauer, die das Herz zerreißt.
Ein Lied für die Sehnsucht, die nicht schweigt.
Ein Lied für die Liebe, die niemals weicht.
Ein Lied für den Abschied, wenn nichts sonst mehr bleibt.
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Die Erweckung
Hastige Schritte, unterbrochen von keuchenden Geräuschen. Knackende Äste, kurz darauf ein Aufprall und ein erstickter Schrei. Leise geflüstert ein paar tröstende Worte, das Rascheln von Kleidung und wieder hastige Schritte.
Schließlich verloren sich die Geräusche im Wald.
***
In der Nähe blitzte für einen kurzen Moment ein silbernes Horn im Mondlicht auf.
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Geisternächte
Die Glöckchen klirrten hell in der Nacht, als Spin, keinen Steinwurf von uns entfernt, endlich auftauchte und – um seine Ankunft zu bekunden – einen Salto in der Luft schlug. Als er wieder landete, versanken seine Füße in den spitzen langen Schuhen bis über die Waden im frischen spurlosen Schnee. Sein Grinsen schien noch blöder als sonst.
»Dann wären wir wohl vollzählig«, ließ sich Ignatius vernehmen.
Wir – das war eine Ansammlung von dreizehn Gestalten, deren Gesichter so bleich waren wie der kürzlich gefallene Schnee. Die Aufmerksamkeit aller war nun auf Spin gerichtet: Sein Weiterlesen
Die einsame Waldfee
Vor gar nicht all zu langer Zeit lebte tief im Wald die kleine Fee Briana. Sie fühlte sich schrecklich einsam und verlassen, weil sie glaubte, dass niemand außer ihrem Volk von ihrer Existenz wusste. Und sie wusste genau, dass es nicht nur Feen und Elfen in der ganzen großen Welt gab.
Irgendwer hatte ihr einmal erzählt, dass es außer den Feen noch Menschen und Tiere auf dem großen Erdenball lebten. Wie gern hätte sie all diese Wesen einmal gesehen. Am liebsten jedoch hätte sie sich mit einem Menschenkind befreundet. Aber wie sollte das geschehen, wenn ihr Volk sich dermaßen zurückzog, dass niemand zu ihnen vorrücken konnte.
Außerdem schienen sie den Menschen nicht gerade wohl gesonnen sein. Viele der Elfen sagten, man solle sich vor den Menschen in Acht nehmen. Sie seien nicht nur eigenartigere Charaktere, sondern auch sehr groß, von Weiterlesen




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