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Storys & Lyrik

Nächtlicher Schrecken

Heute ein kleiner Text von mir, der mir spontan einfiel und gut zum Geisterspiegel passt:
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Die Zwillingsschwestern

Eine Fantasy-Kurzgeschichte von Hanno Berg

I

Tapos war Priester im größten Tempel der Hauptstadt. Er hatte eine Frau namens Namea und liebte sie sehr. Beide waren sehr traurig, denn es war ihnen nicht vergönnt, ein Kind zu bekommen, so sehr sie sich auch darum bemühten.

Der berühmte Maler Sagar, dem man nachsagte, er male die Menschen so natürlich, als seien ihre Bildnisse lebendig, schenkte Tapos ein lebensgroßes Bild von Zwillingen, zwei jungen Mädchen in Messgewändern, die sehr anmutig und klug aussahen. Tapos hängte Weiterlesen

Human Capital

Human Capital

Eine Krimi-Kurzgeschichte von Peter Mair

I

»Wie kriege ich Walter Ott aus dem Knast?«, fragte sich Arthur Kluge.
Der zwei Meter große Privatdetektiv rutschte unruhig auf der Parkbank im Hofgarten hin und her. Er wartete auf seinen Partner Chaplin. Aber weit und breit war kein Mensch zu sehen. Nicht mal ein Spaziergänger.
Lag wahrscheinlich daran, dass über Nacht die Temperatur um zehn Grad gefallen war. Weiterlesen

Eins plus, eins minus


Eins plus, eins minus oder die Geschichte von der Quote null

Eine Science-Fiction-Kurzgeschichte aus der Feder von C. C. Slaterman

Es war weit nach Mitternacht, als Björn Sanders durch ein Geräusch geweckt wurde, das er nur zu gut kannte. Verschlafen richtete er sich auf, schwang die Beine über den Bettrand und warf irritiert einen Blick aus dem Fenster.
Draußen tanzten inzwischen grellbunte Warnlichter durch die verschneiten Straßen der kleinen Ansiedlung und die Luft war vom Dröhnen schwerer Motoren erfüllt. Grüne, rote und blaue Lichter blinkten durch die Nacht, während ein amphibisches Kettenfahrzeug durch den Weiterlesen

So eine Dra­chen­schan­de

So eine Dra­chen­schan­de

Sei­ne Gna­den, der Kron­bi­schof von Kal­li­op­ta IV ver­ließ wut­schnau­bend sein groß­zü­gig an­ge­leg­tes Ba­de­zim­mer, ohne sich um ze­re­mo­ni­el­le Ge­wan­dung auch nur ei­nen Au­gen­blick zu küm­mern. Ge­nau­er ge­sagt, um ir­gend­wel­che Ge­wan­dung. Schließ­lich sinkt die Not­wen­dig­keit tex­ti­ler Ver­hül­lung dras­tisch, wenn man über ei­nen etwa fünf­zehn Fuß1 lan­gen mit grün­me­tal­lic­far­be­nen Schup­pen ge­pan­zer­ten Kör­per ver­fügt, des­sen Fort­pflan­zungs­or­gan wäh­rend sei­ner nicht über­mä­ßig häu­fi­gen Ru­he­pau­sen un­sicht­bar hin­ter ei­ner sta­bi­len Schup­pen­ta­sche lau­ert. Mo­ra­li­sche oder ze­re­mo­ni­el­le Ein­wän­de wa­ren auch nicht zu er­war­ten. Der Wil­le zu öf­fent­lich ge­äu­ßer­ter Kri­tik ist nun mal er­heb­lich ein­ge­schränkt, wenn man sie ge­gen­über ei­nem Bi­schof äu­ßern soll, der ei­nen aus ei­nem fast zwei Fuß2 lan­gen, reiß­zäh­ne­be­stück­ten Ra­chen an­grinst, auf Kal­li­op­ta IV kraft Am­tes sak­ro-sankt ist und des­sen Vor­lie­be für das Vers­pei­sen läs­ti­ger Un­ter­ta­nen sei­tens der öf­fent­li­chen Mei­nung eher als läss­li­che Sün­de be­trach­tet Weiterlesen