Xaver Stielers Tod – Kapitel 2
Robert Kohlrausch
Xaver Stielers Tod
Kriminalroman
Erschienen 1928 im Josef Ginger Verlag Berlin
Zweites Kapitel
Tief in Gedanken, den Kopf zur Erde gebeugt, ein paar müde Falten um den fest geschlossenen Mund, schritt Xaver Stieler dahin, so ganz unähnlich in seiner Haltung dem von der Menge vergötterten Künstler, dass manch einer stehen blieb und ihm verwundert nachschaute. Wo waren die Kraft, Elastizität, Beweglichkeit geblieben, die den Besitzer dieses ebenmäßig schönen Körpers auf beiden Hälften der Erdkugel berühmt gemacht hatten? Weiterlesen
Im fernen Westen – Der junge Auswanderer 8
Der junge Auswanderer
Kapitel 8
Der Reiter, welchen Texas Dick vorhin hatte über die Hügelwelle reiten sehen, war in der Tat Alfred Richter gewesen. Er war seither ohne Schwierigkeiten im schlanken Trab geritten, um sein Pferd nicht sehr zu ermüden, denn er hatte noch einen weiten Weg vor sich. Als er aber in die Nähe der tief zerklüfteten Barranca kam und bemerkte, dass die Dämmerung bereits herabsank, so setzte er sein Pferd in Galopp, um die Schlucht noch vor Einbruch der Nacht zu passieren, weil diese voll mit Geröll lag. Aus diesem Grund hatte er den Anruf Dicks nicht mehr gehört. Als er in die Schlucht einritt, wurde die Dämmerung dichter wegen der Enge des Passes und der Höhe der Felsenwände zu beiden Seiten. Er musste daher seine ganze Aufmerksamkeit auf den schwierigen Pfad richten, über welchen er zu reiten hatte, und konnte sich nicht umsehen. Er mochte ungefähr die Hälfte der Weiterlesen
Der Teufel auf Reisen 23
Carl von Kessel
Der Teufel auf Reisen
Zweiter Band
Ein humoristisch-satirischer Roman aus dem Jahr 1870
Fünftes Kapitel – Teil 7
Abenteuer auf dem Lande
An demselben Abend, wo die hier beschriebene Flucht stattfand, saßen die beiden jungen Offiziere noch spät mit dem Freiherrn und seinen Töchtern unter einer Gruppe prächtiger Linden. Herr von Bergheim war bei ausgezeichnet guter Laune und die Damen zeigten sich liebenswürdiger als je zuvor. Die breitästigen Bäume verbreiteten ihren Blütenduft. Während aus den Gebüschen die sanften schmelzenden Töne der Nachtigall sich so Weiterlesen
John Tanner – Das Leben eines Jägers 26
John Tanner
Das Leben eines Jägers
oder
John Tanners Denkwürdigkeiten über seinen 30-jährigen Aufenthalt unter den Indianern Nordamerikas
Erstmals erschienen 1830 in New York, übersetzt von Dr. Karl Andree
Sechsundzwanzigstes Kapitel
Herr Henry hatte sich etwa zehn Jahre lang in Pembina als Handelsmann aufgehalten. Sein Nachfolger war ein Herr Mackenzie, der aber nur eine kurze Zeit blieb, worauf Herr Wells kam, dem die Indianer den Beinamen Gah-se-moan (das Schiff) gaben, denn er war sehr dick und rund. Dieser Mann legte am Ufer des Red River, dicht Weiterlesen
Der Totenwirt und seine Galgengäste 12
Der Totenwirt und seine Galgengäste
Eine abenteuerliche und höchst wundersame Ritter-, Räuber-, Mörder- und Geistergeschichte aus der grauen Vorzeit, um 1860
Ein nächtlicher Gast
In diesem Augenblick ertönte der laute Schlag des Klopfers an dem mit Eisen beschlagenen, inwendig mit zwei eisernen Balken verriegelten Tor des Gehöfts. Gleichzeitig stürzten die vier Bärenfänger mit grässlichem Geheul dem Tor zu.
»Heilige Maria!«, jammerte die Hausfrau, »der böse Feind begehrt Einlass! Beschütze uns!«
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