Archiv

Kolumnen

Slatermans Westernkurier 06/2024

Auf ein Wort, Stranger, kennst du noch Cullen Baker, den bösen Mann von Arkansas?

Der Wilde Westen war Wirklichkeit, es hat ihn mit all seinen Facetten wirklich gegeben. Das Vordringen der ersten Trapper und Fallensteller, die nachfolgende Eroberung des Landes durch die Siedler, der Bau der Eisenbahnen, der Bürgerkrieg und auch die Cowboys. Oftmals war der Revolver das einzige Gesetz und deshalb gehörten auch die Männer dazu, die davon lebten, dass sie ihre Waffen schneller und sicherer beherrschten als andere. Männer, die auf beiden Seiten des Zaunes standen. Gesetzeshüter wie Tom J. Smith, Heck Thomas oder Chris Madsen, aber auch Männer die im Laufe ihres Lebens fünf, zehn, fünfzehn oder mehr Kerben in den Griff ihres Revolvers schnitzten, wobei jede Kerbe für den Tod eines Menschen stand.

Sie alle schrieben auf ihre Art einige Kapitel der amerikanischen Pioniergeschichte, aber nicht mit Feder und Tinte, Weiterlesen →

Vergessene Helden 15

Weniger ist oft mehr

Wenn ich jetzt schreibe, dass wir uns in der heutigen Ausgabe dieser Kolumne an Protagonisten vergangener Westernserien erinnern wollen, wird der eine oder andere wahrscheinlich spontan an Bonanza, Big Valley oder die Leute von der Shiloh Ranch denken.

Aber dem ist nicht so, und deshalb bleibt auch Rauchende Colts außen vor und High Chaparral und Lancer und, und, und …

Warum, wird sich jetzt so mancher fragen, diese Serien sind doch Kult. Helden wie Little Joe, Trampas oder Marshal Matt Dillon sind doch Legenden, die in drei, vier oder sogar mehr als fünfhundert Folgen über Jahrzehnte hinweg zu sehen waren. Eben und das ist auch der Grund, weshalb diese Serien nicht erwähnt werden. Sicher Weiterlesen →

Slatermans Westernkurier 05/2024

Auf ein Wort, Stranger, erinnerst du dich noch an den Tutt-Everett-Krieg in Arkansas?

Das Grenzland im Westen der Vereinigten Staaten wurde während der Pionierzeit vor allen Dingen durch Gewalt geprägt, verursacht durch Indianerüberfälle, Gesetzlose, aber auch durch zahllose Bürgerwehren, die versuchten, die Gewalt zu kontrollieren und einzudämmen, und sich dabei oft auch außerhalb des Gesetzes stellten. Ein weiterer Faktor waren Fehden und politische Konflikte, die hauptsächlich aus Auseinandersetzungen zweier Parteien, meistens Familien oder Interessengruppen, resultierten, die ihren Ursprung zum Teil aus einem Missverständnis heraus oder aus kleinsten Beleidigungen hatten, die irgendwann einmal in grauer Vorzeit geschahen bzw. ausgesprochen wurden.

Gerade aus diesen entstammten teilweise über Generationen andauernde Vergeltungszyklen, die einen hohen Blutzoll forderten. Einer davon war der sogenannte Tutt-Everett-Krieg im kleinen Marion County in Arkansas, der inzwischen in Vergessenheit geraten ist, obwohl er während der Jahre 1844 bis 1850 mehr als zwei Dutzend Tote und unzählige Verletzte forderte.

Im Jahr 1836 wurde auf Betreiben des Gouverneurs und der Einwohnerschaft von Arkansas das Marion County gegründet, hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Landes eigentlich eine gute Entscheidung. Eigentlich, doch Weiterlesen →

Vergessene Helden 14

Glaubt man Frank Hopkins, so führte er eines der aufregendsten, herausforderndsten und buntesten (wenn auch nicht aufgezeichneten) Leben des späten 19. Jahrhunderts. Niemand ritt mehr Meilen, entkam mehr Gefahren und schloss mehr Freundschaften als er.

Frank Hopkins ging als ein großer Mann in die Geschichte ein, weil er ein großartiger Reiter war und weil er immer erfolgreich blieb, obwohl er fast aus dem Nichts kam. Hopkins ist vor allem für seine Fähigkeit bekannt, Distanzpferde zu Höchstleistungen zu bringen, und für seine Erfolge mit Mustangs.

Im Laufe seines Lebens nahm Frank Hopkins an Hunderten von Distanzrennen teil. Hätte es am Ende jedes Rennens blaue Schleifen für den Sieger gegeben, hätte Frank fast 400 davon gesammelt. Sein berühmtestes Rennen fand in Arabien statt, wo er auf einem westlich gezüchteten Mustang namens Hidalgo 3.000 Meilen gegen arabische Wüstenpferde ritt, was praktisch unmöglich war – und den ersten Platz belegte.
Weiterlesen →

Slatermans Westernkurier 04/2024

Auf ein Wort, Stranger, heute wollen wir an die letzten Überlebenden der Piscataway erinnern.

Die Piscataway sind ein algonkinischer Stamm, der mit den Lenape/Delaware verwandt ist, aus deren Vorfahren sie hervorgegangen sind. Obwohl der indianischen Sprachfamilie der Algonkin im Osten zahlreiche Bauern und Waldstämme wie die Delaware oder die Winnebagos angehören und sich ihre Zugehörigkeit bis weit in den Westen hinein auch auf die Volksgruppen der Cheyenne, Arapahoe, Atsinas, Blackfeet, Chippewas und Crees erstreckt, blieben sie einzig und allein lediglich dem Volk der Nanticoke verbunden. Ein Umstand, der wohl daher rührt, dass sie mit ihnen in prähistorischer Zeit vereint waren und zusammen einen einzigen großen Stamm bildeten.

Frei übersetzt bedeutet ihr Name »Die Menschen dort, wo der Fluss eine Biegung macht.«

Sie waren sesshafte Jäger und Bauern, deren Stammesgebiet sich zwischen dem Potomac River und dem Westufer der Chesapeake Bay in Maryland erstreckte.

Sie lebten in festen Dörfern in der Nähe von Gewässern, die mit Kanus befahrbar waren. Wie es bei den algonkischen Weiterlesen →