Der Mythos Sweeney Todd und die Ära der Penny Dreadfuls
Der Mythos Sweeney Todd und die Ära der Penny Dreadfuls
Im nebelverhüllten London der viktorianischen Zeit betritt ein ahnungsloser Kunde einen unscheinbaren Friseursalon in der Fleet Street. Er nimmt auf dem Rasierstuhl Platz – doch plötzlich löst ein Mechanismus aus, der Stuhl kippt nach hinten und der Kunde stürzt in den tödlichen Abgrund des Kellers. Seine sterblichen Überreste enden als makabre Zutat: Sie werden von der geschäftstüchtigen Nachbarin Mrs. Lovett zu Fleischpasteten verarbeitet.
Diese düstere Geschichte um den Barbier Sweeney Todd gehört zu den bekanntesten und verstörendsten Großstadtlegenden der englischen Literatur. Sie vereint pechschwarzen Humor mit Rachefantasien und tief verwurzelten gesellschaftlichen Ängsten. Bis heute funktioniert der Stoff auf mehreren Ebenen: als packender Krimi, als tiefgründige Charakterstudie eines zerstörten Geistes und als beißende Sozialkritik an der urbanen Vereinsamung.
Die Geburtsstunde der Groschenromane
Ihren Ursprung hat die Legende in den sogenannten Penny Dreadfuls. Zu Beginn der viktorianischen Epoche wuchs die Weiterlesen
Ein Freund und Mitstreiter ist von uns gegangen
Ein Freund und Mitstreiter ist von uns gegangen
Torsten Low war nicht nur ein leidenschaftlicher Verleger, sondern vor allem ein zutiefst geschätzter Freund, eine tragende Säule der deutschen Phantastik-Szene und darüber hinaus. Sein plötzlicher Tod hinterlässt eine Lücke, die kaum zu füllen ist.
Mit seinem Verlag hat er über Jahre hinweg bewiesen, dass Phantastik – ob Fantasy, Science-Fiction oder Horror – weit mehr ist als nur Unterhaltung. Torsten brannte für die Geschichten, die er verlegte, und vor allem für die Menschen, die sie schrieben.
Er war kein Verleger, der sich hinter Verträgen und Zahlen versteckte. Man fand ihn dort, wo das Herz der Szene schlug: auf Messen, Conventions und Lesungen. Für unzählige Autorinnen und Autoren war er der erste große Förderer, ein geduldiger Mentor und ein verlässlicher Partner auf Augenhöhe. Mit unermüdlichem Engagement, Herzblut und einem unverkennbaren Gespür für verborgene Talente hat er die deutschsprachige Phantastik Weiterlesen
Rücksturz zur Erde: 60 Jahre Raumpatrouille Orion
Rücksturz zur Erde: 60 Jahre Raumpatrouille Orion
ES WAR ein historischer September im Jahr 1966. Während in den Vereinigten Staaten ein gewisser Captain Kirk zu seiner legendären Fünf-Jahres-Mission aufbrach, startete in der Bundesrepublik Deutschland ein völlig anderes, aber nicht minder ikonisches Raumschiff in den Kosmos. Exakt 60 Jahre ist es nun her, dass Commander Cliff Allister McLane und seine unerschrockene Crew zum allerersten Mal über die heimischen Röhrenbildschirme flimmerten. Es ist an der Zeit für eine ausführliche Retrospektive auf ein Stück deutscher Science-Fiction-Geschichte, das in seiner Einzigartigkeit bis heute unerreicht geblieben ist.
Als am 17. September 1966 um 20:15 Uhr unmittelbar nach der Tagesschau die erste Folge von Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion in der ARD ausgestrahlt wurde, stockte der Fernsehnation buchstäblich der Atem. So etwas hatte es in der hiesigen TV-Landschaft schlichtweg noch nie gegeben. Statt der gewohnten seichten Heimatfilme oder braven Fernsehkrimis taten sich plötzlich die unendlichen Weiten des Weltraums im heimischen Wohnzimmer auf. Das Publikum erlebte dieses Spektakel in brillanten, kontrastreichen Schwarz-Weiß-Bildern, untermalt Weiterlesen
Wölfe – Staffel 1, Episode 6 von 6
Wölfe
Staffel 1, Episode 6 von 6
Gespenster
Anne beschuldigt Cromwell des Verrats, als sie herausfindet, dass er in einer Krisenzeit versuchte, Mary und nicht Elizabeth zu beschützen. Doch Annes Macht schwindet rapide, und ihre Feinde sammeln sich. Anne gerät mit Jane Rochford in einen Streit, doch in ihrer Wut enthüllt Anne, dass der Musiker Mark Smeaton sowie die Adligen Francis Weston und Harry Norris ihr alle ihre Liebe gestanden haben – was den Tatbestand des Hochverrats erfüllt. Jane Rochford bereitet es großes Vergnügen, diese Vorfälle an Cromwell zu melden. Sie deutet zudem an, dass sich der ungesunde sexuelle Appetit ihres Ehemanns George Boleyn auch auf seine Schwester erstreckt. Cromwell ist von derartigen Anschuldigungen verblüfft, lässt Mark Smeaton jedoch zum Verhör vorführen. Töricht prahlt Smeaton mit seinen eigenen Heldentaten mit der Königin und beginnt unter Zwang, weitere Namen preiszugeben, darunter Norris, Weston und William Brereton. Cromwell hat nun genügend Informationen, um zu handeln, und diese Männer werden zusammen mit Anne und George Boleyn in den Tower of London gebracht. Als Cromwell jeden dieser Herren in seiner Zelle besucht, denkt er an den Untergang von Kardinal Wolsey zurück und erinnert sich daran, wie Norris, Weston, Weiterlesen
KI – Mensch gegen Maschine
Mensch gegen Maschine: Was Künstliche Intelligenz für die Zukunft des Lesens bedeutet
Stell dir vor, du liest einen fesselnden Roman, fieberst mit den Figuren mit und bist am Ende tief berührt. Doch auf der letzten Seite erfährst du: Kein Mensch hat dieses Buch geschrieben, sondern ein Computerprogramm.
Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction klang, ist heute Realität. Künstliche Intelligenz (KI) verfasst nicht mehr nur Wetterberichte oder Standard-E-Mails, sondern dichtet, erzählt Geschichten und schreibt Essays. Für die Literaturwelt ist das ein gewaltiger Umbruch. Doch was bedeutet es für die Kunst, wenn ein Algorithmus den Stift übernimmt? Wem gehört ein Text, der aus Milliarden fremder Daten zusammengemischt wurde? Und vor allem: Was heißt das für uns als Leserinnen und Leser?
Licht und Schatten: Die KI als Co-Autor
Die Reaktionen auf schreibende Computer sind völlig gespalten. Einerseits ist die KI ein fantastischer Assistent. Sie hilft Autorinnen und Autoren, wenn sie eine Schreibblockade haben, liefert Ideen für neue Welten oder übernimmt lästige Recherchearbeiten. Auch Verlage nutzen die Technik längst, um Texte schneller zu bearbeiten oder Klappentexte zu verfassen.

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