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Sombrero

Dreizehn Jahre im Wilden Westen – Kapitel VI

Dreizehn Jahre im Wilden Westen
Oder: Abenteuer des Häuptlings Sombrero
Nürnberg, 1877

VI. Eintritt bei der regulären Kavallerie. Nach Texas.

Als ich kräftig genug dazu war, ging ich im Monat Juni nach New York, hielt mich da einige Zeit auf und ließ mich nachher zur regulären Kavallerie anwerben. Ich kam zu dem Rekruten-Depot in Carlisle, Pennsylvania, wo ich einige Bekannte traf und wir recht gute Zeiten hatten. Wir waren täglich auf der Reitschule und mussten oft eine Stunde lang ohne Sattel herumtraben. Doch wurden wir mit der Zeit alle gute Reiter.

Nach Verlauf eines Monats gingen zweihundert Mann via New York nach Betlows Island, einer kleinen Insel im Hafen Weiterlesen

Dreizehn Jahre im Wilden Westen – Kapitel V

Dreizehn Jahre im Wilden Westen
Oder: Abenteuer des Häuptlings Sombrero
Nürnberg, 1877

V. Abschied vom Militär und Farmerleben

Den 4. Juli feierten wir auf Hildenhead. Am 5. bekam ich meinen Abschied nebst Bezahlung, worauf ich am Abend per Dampfschiff nach Savannah zurückging. Nun kaufte ich mir Zivilkleider, einige Kästen Papierkragen, einen Spazierstock etc. Nächsten Tag war ich zu einem Ausflug an die Meeresküste eingeladen und man konnte mich im Festschmuck auf der Thunderbolt-Straße dahinwandeln sehen. Manches Mädchen fragte, wer denn der hübsche Jüngling wäre. Ehe ich aber auf dem Festplatz ankam, wurde die Hitze unerträglich, sodass mein schöner weißer Weiterlesen

Dreizehn Jahre im Wilden Westen – Kapitel IV

Dreizehn Jahre im Wilden Westen
Oder: Abenteuer des Häuptlings Sombrero
Nürnberg, 1877

IV. Abenteuer und Kämpfe mit Negern

Da wir nie weniger als ein Fass Bier im Hause hatten, so ging es oft sehr lebhaft zu, besonders da Miller, wenn etwas angeraucht, Feuer auf friedliche Neger eröffnete, welche uns oft, obwohl niemals getroffen, beim General verklagten, was uns aber keinen Schaden brachte.

Eines Tages saß ich in einer Scheune der Farm mit einer alten Reiterpistole spielend, welche gewöhnlich drei bis viermal abgedrückt sein wollte, ehe sie losging. Ein Neger, der da beschäftigt war, hatte die Unverschämtheit, mir Weiterlesen

Dreizehn Jahre im Wilden Westen – Kapitel III

Dreizehn Jahre im Wilden Westen
Oder: Abenteuer des Häuptlings Sombrero
Nürnberg, 1877

III. Auf dem Kriegsschauplatz

Noch am selben Abend bestiegen wir einen Extrazug und nun ging es per Bahn auf den Kriegsschauplatz zu. Wir kamen in Harper’s Ferry an, wo wir wieder einige Zeit zu liegen hatten. Dieser Platz, ein Städtchen, liegt zwischen hohen Bergen, von großen Flüssen umgeben, und ist beinahe eine Insel. Als wir ankamen, war es nur noch ein Trümmerhaufen. Wir mussten deshalb im Freien biwakieren. Da es jedoch fortwährend regnete, so spionierte ich so lange, bis ich einen Keller entdeckte, der noch gut erhalten war. Sogleich nahm ich mit drei Kameraden Besitz Weiterlesen

Dreizehn Jahre im Wilden Westen – Kapitel II

Dreizehn Jahre im Wilden Westen
Oder: Abenteuer des Häuptlings Sombrero
Nürnberg, 1877

II. Eintritt in die Armee

Das Treiben und Leben in der großen Seestadt war für mich etwas Merkwürdiges, umso mehr, als damals der Bürgerkrieg gerade in seinem höchsten Stadium war. Überall waren Musikchöre, die mit vollem Dampf patriotische Lieder ausbliesen; dazu die Werber, welche jeden ansprachen und ihm etwas vorlogen, um ihn zum Soldaten zu machen. Doch ich war standhaft, kneipte mit ihnen und hielt mich für unüberwindlich. Zuletzt aber wurde ich doch von einem Gescheiteren überlistet. Bald war ich mit der Uniform der Vereinigten Staaten geschmückt und fand Weiterlesen