Archiv

Erik Schreiber

Der Hochzeitstag

Gerd Heller hatte es mal wieder eilig. Die Uhr auf seinem Schreibtisch zeigte mit 17.10 Uhr, dass er schon 40 Minuten überfällig war. Und ausgerechnet an seinem Hochzeitstag. Wenigstens einmal wollte er überaus pünktlich zu Hause sein. Er griff sich seinen Mantel vom Ständer und riss diesen dabei fast um. Seine Kollegin Beate, die mit ihm im Büro arbeitete und ihm gegenübersaß, lachte über ihn.

»He, Gerd! Du vergisst deinen Blumenstrauß.«

Schnell sah er sich um, griff sich die weißen und roten Rosen, die er in der Mittagspause besorgt hatte, aus der Vase, und verschwand durch die Tür. Nicht ohne den Mantelärmel zum Weiterlesen →

Gut geplant ist gut gemordet

Sschkasssch ist nicht der Planet, auf dem ich gerne leben würde und aussprechen kann den Namen außer den ansässigen Negalithen mit ihren gespaltenen Zungen kein anderer. Seit drei Monaten war ich mit so geheimen Nachforschungen betraut, dass ich selbst nicht genau wusste, was ich hier soll. Man gab mir den Auftrag, ich soll den Botschafter der Negalithen beobachten. Welch ein Job. Ich habe jetzt alles beobachtet, was es zu beobachten gab. Ein Botschafter, der sich um Frau und Kinder kümmerte. Wobei, Kinder waren es ja noch keine. Ein Dutzend Eier, abwechselnd bewacht vom Botschafter und seiner Frau. Mitten in der Wüste, dort, wohin sich alle Negalithen zurückzogen, wenn es darum ging, ihr Gelege auszubrüten. Und erst der Sand. Links Sand, rechts Sand, vorn und hinten Sand, unten auch noch und vor allem in meiner Kleidung. Ich hatte mich schon überall wund gerieben. Ach ja, Weiterlesen →

Das Rätsel der Drachen

Khandir ist ein Kaufmann aus der nicht sehr bedeutenden Hafenstadt Yannah und geht dort seinen Geschäften nach. Während einer seiner Handelsreisen wird er auf See von einem heftigen Unwetter überrascht. Sehr Weiterlesen →

Frank Schweizer – Grendl

Es freut mich immer wieder, einen neuen Autor vorzustellen, der sich in Deutschland mit der phantastischen Literatur beschäftigt. Diesmal ist es Frank Schweizer, der beim noch relativ unbekannten Otherworldverlag sein philosophisches Fantasy-Werk vorstellt. Dabei möchte ich das Buch gar nicht in eine Schublade stecken, denn es passt nirgends hinein. Der Beginn des Buches ist eine leicht veränderte Jetztzeit, ein Riss im Himmel, die kleine, aber wichtige Änderung. Und danach ein philosophisches Abenteuer? Eine phantastische Reiseerzählung? Eine ironische Gegenwartserzählung? Ich kann es nicht sagen …

Das Buch Grendl ist wohl eines der wenigen, die bereits eine Buchbesprechung hinter sich haben, aber den Druck noch vor sich.
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Immer wieder Mikschens Planetoid

Seit zwei Tagen hing ich auf der Station fest. Das erwartete Raumschiff, das mich zurück nach Enders Planet bringen sollte, hatte aus irgendeinem Grund Verspätung gehabt und in zwei Stunden könnte ich endlich an Bord gehen. Nicht früher. Da hilft mir auch der Ausweis des Bürgerdienstes nichts. Solange kein dringender Verdacht vorliegt, muss ich mich genauso gedulden wie jeder andere Passagier auch. Daher hing ich nun an der Bar herum, sah mir die Passagiere an und unterhielt mich mit einem der anderen Passagiere. Nach zwei Wochen Urlaub auf Llamar gefielen mir die einheimischen Damen immer noch, aber Mann muss ja auch mal wieder etwas anderes sehen. Wobei ich extra Mann betonte, sie verstehen? Der Negalith mir gegenüber hatte gerade eine nette Begebenheit aus seinem Leben erzählt und hoffte nun auf eine aus meinem Leben. So sind sie die Negalithen. Die Echsenabkömmlinge Weiterlesen →