Aus dem Reiche der Phantasie – Heft 1 – Der letzte Höhlenmensch – 7. Kapitel
Robert Kraft
Aus dem Reiche der Phantasie
Heft 1
Der letzte Höhlenmensch
Verlag H. G. Münchmeyer, Dresden, 1901
Der Kampf mit den Farken
Ruhig ließ Richard die Farken herankommen, bis sie nur noch zwanzig Meter von dem Wasserbau entfernt waren. Dann trat er kurz entschlossen auf die Galerie und rief mit schallender Stimme: »Halt!«
Augenblicklich hielten die Boote, und auf den Gesichtern der Herannahenden konnte Richard lesen, von welcher Bestürzung sie ergriffen wurden, als sie aus der Wohnung der Toten solch eine fremdartige, unbekannte Erscheinung treten sahen.
»Maka – es ist die entflohene Maka!«, erklang da eine Stimme.
Femegerichte und Hexenprozesse in Deutschland – Teil 1
Oskar Wächter
Femegerichte und Hexenprozesse in Deutschland
Stuttgart, Verlag von W. Spemann, 1882
Vorwort
Femegerichte und Hexenprozesse gehören einer längst entschwundenen Zeit an. Aber, von weittragender Bedeutung für ganz Deutschland, werfen sie Licht und Schatten über vier Jahrhunderte unserer Geschichte. Und sind sie nicht heute noch von allgemeinem Interesse? Wer hätte nicht schon von Feme und von Hexen gehört und gelesen? In Romanen und Dramen, in allerlei Erzählungen der Fremdenführer, in Sagen und Beschreibungen tauchen sie immer wieder auf. Und in der Tat haben diese mittelalterlichen Erscheinungen etwas ungemein Fesselndes bei aller unheimlichen Macht, welche sie auf das Gemüt des Hörers üben. Aber die Wenigsten wissen, wie es damit wirklich sich verhielt. Unkenntnis und Mangel an historischem Sinn ließen ein Gestrüpp irriger Vorstellungen aufwuchern, durch welche der wahre Sachverhalt vielfach entstellt und getrübt wurde.
Adventskalender 2024 – 23. Türchen
Wo war es, wo war es nicht – es war einmal ein armer Mann, der hatte einen sehr frommen Sohn, der war Schafhirt. Eines Tages weidete er seine Schafe in einer sehr felsigen Gegend, und wie einer,… Weiterlesen
Der Kurier und der Detektiv – Kapitel 10
Allan Pinkerton
Der Kurier und der Detektiv
Originaltitel: The Expressman and the Detective
Chicago: W. B. Keen, Cooke & Co., 113 and 115 State Street. 1875
Kapitel 10
Wir kehren nun in den Norden zurück, wo wir Mrs. Maroney als Gast von Mr. Moore vergnügt hinterlassen haben. Green verfolgte sie aufmerksam, und jede ihrer Bewegungen wurde mir berichtet. Ich hielt es für ratsam, Mrs. Maroney persönlich zu treffen, solange sie sich im Norden aufhielt, und begab mich aus diesem Grund nach Philadelphia, in Begleitung von George H. Bangs, meinem Generalinspektor. Ich hatte beschlossen, Mr. Bangs die vollständige Verantwortung für alle in diesem Fall eingesetzten Mitarbeiter zu übertragen. Er sollte stets über alle Bewegungen von Maroney und seiner Frau informiert sein, tägliche Berichte von allen Mitarbeitern erhalten und diese dann an mich weiterleiten. Ich würde ihm Anweisungen erteilen, die er an die Mitarbeiter weitergeben sollte. Da ich noch viele andere Fälle bearbeitete, konnte ich nicht meine gesamte Zeit diesem einen Fall widmen. Bangs sollte in Philadelphia Weiterlesen
Adventskalender 2024 – 22. Türchen
Es war einmal ein armer Mann, der hatte zwölf Söhne, und weil er sie zu Hause nicht alle ernähren konnte, schickte er sie in die große Welt hinaus, sie sollten sich selbst ihr Brot verdienen und das Glück versuchen. Zwölf Tage und Nächte gingen die Brüder quer über Berg und Tal, bis sie zuletzt ein reicher König zu Reitknechten annahm und jedem dreihundert Gulden Jahreslohn versprach. Nun war unter den Pferden des Königs ein sehr mageres hässliches kleines Pferd, das plagten und quälten die elf älteren Brüder fortwährend, weil es so hässlich war, aber der Jüngste sorgte besser dafür als jene; er suchte alle Brotrinden und Überbleibsel zusammen für das kränkliche Pferdchen. Deswegen verspotteten ihn denn auch seine Brüder oft, ja zuletzt verachteten sie ihn ganz, als wäre er närrisch. Aber er ließ sich den Spott ganz ruhig gefallen und die Verhöhnung, ebenso ruhig wie das Pferdchen die Quälerei.
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