John Strobbins – Eine mysteriöse Flucht
José Moselli
John Strobbins Buch 1
Eine mysteriöse Flucht
Mr. James Mollescott, Polizeichef von San Francisco, drehte sich eine dünne Zigarette aus Opiattabak, zündete sie an und nahm einen Zug. Dann legte er sie in einen eleganten Metallaschenbecher, lehnte sich in seinem Ledersessel zurück und drückte mit ausgestreckter Hand den Knopf einer elektrischen Klingel. Der Abend brach an, das violette Licht der Straßenlaternen der Kentucky Avenue drang bereits durch das angelehnte Fenster. James Mollescott betätigte einen Schalter, der die in grünes Porzellan gehüllte Glühbirne über dem breiten Mahagonischreibtisch zum Leuchten brachte. Im selben Moment klopfte es.
»Herein!«
Leise öffnete sich die schwere Ledertür und der Sekretär des Polizeichefs trat ein.
»Keine Neuigkeiten, Morsith?«
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Catherine Parr Band 1 – Kapitel 9
Luise Mühlbach
Catherine Parr
Erstes Buch
Historischer Roman, M. Simion, Berlin 1851
IX.
Der Lendemain
Die große Cour war vorüber! Neben dem König auf dem Thron sitzend, hatte Catherine die Glückwünsche ihres Hofes empfangen. Der lächelnde Blick des Königs und die halblauten zärtlichen Worte, welche er dann und wann an die Königin richtete, hatten den klugen und gewandten Hofleuten bewiesen, dass der König in seine junge Gemahlin heute noch ebenso verliebt sei, wie er es gestern in seine Braut gewesen war! Man beeiferte sich daher, der Königin zu gefallen, jeden ihrer Blicke, jedes Lächeln, welches sie hierhin und dorthin leuchten ließ, aufzufangen, um den zu sehen, an welchen es gerichtet war, damit man vielleicht danach die künftigen Favoriten der Weiterlesen
Aus dem Reiche der Phantasie – Heft 1 – Der letzte Höhlenmensch – 3. Kapitel
Robert Kraft
Aus dem Reiche der Phantasie
Heft 1
Der letzte Höhlenmensch
Verlag H. G. Münchmeyer, Dresden, 1901
In der Pfahlhütte
Der Fluss erweiterte sich zu einem unübersehbaren See, und Richard stieß einen Laut der Überraschung aus. Er sah in einiger Entfernung vom Ufer, also noch im Wasser stehend, ein großes Dorf von sich auf Pfählen erhebenden Hütten.
»Es ist eine Ansiedlung von Pfahlbewohnern«, erklärte Karak. »Sie waren zu schwach und zu feige, um auf dem Land zu leben, wo sie den Raubtieren die Höhlen hätten streitig machen müssen. Da zogen sie sich auf das Wasser zurück und lebten wie die Reiher von Fischen. Aber jetzt haben sie ihre Dörfer auch schon längst verlassen und arbeiten als Sklaven der Rundköpfe, weil sie Weiterlesen
Nikolas Kuhl, Stefan Sandrock – Das Dickicht
Nikolas Kuhl, Stefan Sandrock
Das Dickicht
Juha Korhonen, gebürtiger Finne und Polizist beim LKA Hamburg, erwacht in seinem mökki, einem Ferienhaus, das den urtypischen finnischen Ferienhäusern ähnlich ist und das er im Frühjahr bei einer Radtour entdeckt und wenige Tage später zusammen mit seiner Lebensgefährtin Maria gekauft hat, mit der er gestern Abend Streit hatte.
Beim Kauf hatten sie sich vorgenommen, das mökki, ein Name, der einfach Hütte bedeutet, zu renovieren und wohnlich zu gestalten. Passiert war den ganzen Sommer lang gar nichts. Stattdessen hatten sie in den heißen Sommer im schattigen Garten und am Ufer der Elbe verbracht und faul in ihren Liegestühlen gelegen. Nun war der Herbst da und das Haus im selben Zustand wie im Frühjahr.
Juha fühlt sich wie gerädert, denn er hat die Nacht in einem zu kurzen Schlafsack auf dem Boden verbracht. Der Akku seines Handys ist über Nacht zur Neige gegangen, und so muss er ihn aufladen wenn er ins Präsidium fährt. Er beschließt, die Müdigkeit mit einem morgendlichen Bad in der Elbe auszutreiben und der Kälte mit Überkompensation zu trotzen. Dann steigt er in seinen Wagen und Weiterlesen
Snow White: A Tale of Terror
Das Märchen der Brüder Grimm über das schöne, unschuldige Schneewittchen hat mit seinen düsteren und komplexen Themen sowie seinen archetypischen Bildern über Jahrhunderte hinweg die Leser fasziniert. Doch oft wurde es im Film nicht adäquat behandelt. Snow White: A Tale of Terror versucht, dies mit herausragenden Darstellern, beeindruckenden gotischen Kulissen und Kostümen sowie einem sorgfältig ausgearbeiteten Drehbuch, das die Nuancen der Originalgeschichte betont, zu ändern. Sieben Jahre nach dem tragischen Unfall, bei dem seine Frau im Kindbett stirbt, heiratet Frederick Hoffman, der sich allein um seine Tochter Lilli kümmert, die Dame Claudia. Claudia bringt bei ihrem Einzug auf das Anwesen einen unheimlichen, kunstvoll geschnitzten Spiegel mit. Begleitet wird sie von ihrem stummen Bruder. Bald verstricken sich die eifersüchtige Stiefmutter und die misstrauische Tochter in einen endlosen Kreislauf aus Eifersucht und verletzten Gefühlen. Indem der Film die tiefenpsychologischen Implikationen dieser komplexen Familiensituation auslotet und die zahlreichen symbolischen Elemente der Geschichte (wie den vergifteten Apfel und die ausgestoßenen, zurückgezogen lebenden Holzfäller) nutzt, wird er sowohl visuell beeindruckend als auch emotional subtil. Diese Version von Schneewittchen richtet sich nicht an Kinder, sondern an Erwachsene, die mehr als nur einen gelungenen Grusel zu schätzen wissen.

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