Adventskalender 2024 – 14. Türchen
Es war einmal ein König und eine Königin, die hatten kein Kind, wünschten sich aber eins. Wie nun die Königin eines Tages im Garten lustwandelte, sah sie einen Rosmarinstrauch, der viele kleine Schösslinge hatte. Da seufzte sie und sprach: »Ach, der Rosmarinstrauch hat seine Sprossen, und ich, die Königin, habe kein Kind.«
Von der Zeit an wurde sie guter Hoffnung, und wie ihre Zeit kam, gebar sie ein Rosmarinsträuchlein. Dieses pflanzte sie in ein Töpflein, begoss es mit Milch und ließ es nimmer aus den Augen.
Einst besuchte sie ihr Neffe, das war der Sohn des Königs von Spanien. Wie der das Sträuchlein sah, fragte er: »Frau Königin, was ist es doch mit diesem Rosmarinsträuchlein?«
Das schwarze Schiff – Kapitel 5
Beadle’s Half Dim Library
John S. Warner
Das schwarze Schiff
Kapitel 5
Das Ergebnis der Täuschung
Die BLACK SHIP blieb im Kielwasser der REVENGE, wartend auf den Anbruch des Tages. Sobald der erste Streifen Morgenlicht mühsam durch den Nebel drang, wurde das Schiff lebendig und für den Kampf vorbereitet. Schotten, Essenströge usw. wurden abgeräumt; Stückpforten wurden hochgezogen, und die Kanonen sorgfältig inspiziert und für kurze Distanzen geladen. Bottiche wurden mit Wasser gefüllt und an Stellen verteilt, wo die Männer sie leicht erreichen konnten; Kettenpumpen wurden geräuschlos betätigt, um sicherzustellen, dass alles frei war; das Ersatzruder wurde bereitgestellt, die Ruderpendel gekappt und nach innen geführt, und Entlastungstaljen angebracht. Die unteren und die Rahen der Marssegel und der Gaffel waren mit Ketten verzurrt; Marssegelblöcke festgemacht; Toggies an den Brassen, und Stagen und Takelagen niedergeholt; Krankenstationen und Lagerräume gut beleuchtet. Das Weiterlesen
Adventskalender 2024 – 13. Türchen
Ein reicher Vater, Herr vieler Güter, war am Sterben. In der letzten Stunde rief er seinen einzigen Sohn, den er über alles geliebt hatte, und sprach mit fester Stimme: »Mein teurer Sohn, mit mir geht es zu Ende. Alles, was ich besessen habe, gehört jetzt dir. Genieße es in Frieden. Ich warne dich: Hüte dich vor der weißen Zwiebel.«
So starb er.
Der Jüngling hatte viele Freunde und wanderte oft mit ihnen durch die Straßen. Auf diesem Gang erblickte er eines Tages einen Bauern, der einen mit Zwiebeln beladenen Esel vor sich hertrieb. Kaum hatte er die Zwiebeln gesehen, dachte er an die Warnung seines Vaters und rannte ohne zu zögern davon. Die Freunde blieben verwundert zurück und wussten nicht, wie sie sich die Sache deuten sollten. Das Gleiche passierte noch einmal mit anderen Gefährten. Weiterlesen
Der Detektiv – Band 29 – Die Menam-Brüder – Kapitel 4
Walter Kabel
Der Detektiv
Band 29
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Die Menam-Brüder
Der Detektiv Kong-Penj
Ich schlief sehr bald ein. Dann merkte mich ein leises Geräusch, über dessen Ursprung ich nicht sofort klar werden konnte. Ich war sehr schnell völlig munter geworden. Die beiden kleinen Fenster gegenüber meinem Bett zeichneten sich mit ihren gelben Vorhängen als verschwommene Vierecke undeutlich in der mich umgebenden Finsternis ab. Ich sah, dass die Vorhänge sich bewegten, obwohl die Nacht völlig windstill war. Ich hatte das Empfinden, dass ein Fremder in unserer Kabine gewesen sein müsse. Es war das bei mir jenes unerklärliche Ahnungsvermögen, das sich mit der Zeit bei Leuten einstellt, deren Beruf stete Nervenanspannung, stete Wachsamkeit und stetes Auf dem Sprung sein verlangt.
Buffalo Bill Der letzte große Kundschafter – 11. Kapitel
Buffalo Bill
Der letzte große Kundschafter
Ein Lebensbild des Obersten William F. Cody, erzählt von seiner Schwester Helen Cody Wetmore
Meidingers Jugendschriften Verlag, Berlin 1902
Elftes Kapitel
Ein kurzer, aber erfolgreicher Zug gegen die Indianer
Da Will zu den beurlaubten Expressreitern gehörte, so wurde ihm, obwohl er das jüngste Mitglied der Gesellschaft war, gestattet, sich dem Zug gegen die räuberischen Indianer anzuschließen.
Der Kampf war kurz, aber heftig. Bis zum Powder River benutzte die Abteilung den Indianerpfad, dann folgte man dem Lauf dieses Flusses bis etwa vierzig Meilen von dem Punkt entfernt, wo sich nun das alte Fort Reno erhebt. Von dort aus führte der Pfad gen Westen am Fuße des Gebirges hin und wurde von dem sogenannten Bach der Verrückten, einem Nebenflüsschen des Powder, Weiterlesen


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