Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl – 12. Kapitel
Heinrich Döring
Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl
Verlag C. F. Schmidt, Leipzig, ca. 1840
Zwölftes Kapitel
Wie es dem Glashändler Hans erging auf der Riesenkoppe und wie er aus einem armen Mann ein reicher wurde
Es begab sich aber, dass Rübezahl, lange umhergespäht nach dem Glashändler Hans, den sein Weg, wie er wusste, über die Riesenkoppe führte, ihn einherschreiten sah, gar lustig und guter Dinge, einen Kasten auf dem Rücken, voll der schönsten Tafeln böhmischen Glases, die er um einen gar billigen Preis gekauft hatte. Die Sonne brannte sehr, und erschöpft setzte er seinen Kasten auf einen Baumstamm und warf sich hin auf den Rasen, die müden Glieder behaglich ausstreckend. Als er nun so dalag, seinen vorteilhaften Einkauf überdachte Weiterlesen
Sagen der mittleren Werra 55
Vom Burgberg bei Brotterode
Dicht über dem unteren Teil von Brotterode, wo heute das Badehaus steht, erhebt sich der Burgberg, der besonders an seiner Südseite steile Felsenhänge hat. Auf dem Berg stand die Brunosburg, von der heute kaum noch einige Spuren sichtbar sind. Sie soll von einem Grafen Namens Bruno erbaut worden sein.
1. Auf der Brunosburg herrschte einmal eine sehr stolze und heftige Gräfin, der es ihr Gesinde nicht leicht recht machen konnte. So hatte sie eine Magd, welcher bloß das Amt oblag, der schönen Herrin das üppige goldene Haar zu strählen. Dieser war von einer gütigen Fee die Erfüllung dreier Wünsche zugesagt worden.
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Deutsche Märchen und Sagen 172
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
227. Kind im Keller
Am 11. Juli des Jahres 1646 fiel ein dreijähriges Kind zu Freiburg durch ein Kellerloch in den Keller des Stadtgefängnisses. Mit sehr großer Betrübnis suchten die Eltern drei Tage lang, doch nirgends war das Kind zu finden; kein Mensch hatte es gesehen. Am 15. endlich wurde ein Soldat, der sich gegen die Hauptwache zur Wehr gesetzt und dabei einen Offizier verwundet hatte, zum Gefängnis gebracht. Die, welche ihn bewachten, hörten des Nachts die Stimme eines Kindes, nicht weinen oder klagen, sondern nur »Vater!« rufen und um etwas zu trinken bitten. Zur Stunde öffnete man den Keller, aus dem die Stimme drang und der seit langer Zeit zugemauert war. Man fand das Weiterlesen
Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 26

Der Name von Köpenick und der große Krebs von Stralow
Im Müggelsee soll vor alten Zeiten ein großer Krebs gewesen sein. Das war aber nicht einer wie der im Mohriner See in der Neumark, von dem man sagt, dass er an einer Kette liege, und wenn er loskäme, so würde die ganze Welt untergehen, sondern der Krebs im Müggelsee war ein verzauberter Prinz. Das ist eine eigentümliche Geschichte, und zwar soll damit der Name von Köpenick zusammenhängen. Die Gelehrten sagen zwar, der Name rühre noch aus der alten Wendenzeit her und bedeute so viel als Schanze, Wall. In Köpenick aber hat man es von jeher anders erzählt. Es fischte einmal nämlich ein Weiterlesen
Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl – 11. Kapitel
Heinrich Döring
Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl
Verlag C. F. Schmidt, Leipzig, ca. 1840
Elftes Kapitel
Wie der armen Bauersfrau großes Leidwesen sich wieder in Freude und Lust verwandelt
»Sollte ich den Korb zu fest gepackt haben?«, sprach die Frau verwundert zu sich, als die Last mit jedem Schritt, den sie vorwärts tat, immer schwerer wurde, dass sie fast zu Boden sank. »Sollte der Berggeist, von dessen Schelmereien man sich so mancherlei erzählt, mir etwa ein Paar Steine hineingeworfen haben?« Aber nichts als dürres Laub fand sie, als sie den Korb emsig durchsuchte. Da nahm sie ihn wieder auf den Rücken, und niedergebeugt von der noch immer fortdauernden Schwere, dankte sie Gott, als sie endlich ihr Häuslein Weiterlesen

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