Mörder und Gespenster – Band 1 – 7. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Werwolf
Kapitel 7
Wenn die Familie des Werwolfs durch frühere Frevel, Verbrechen, Zauberkünste oder Täuschungen ihrer Vorfahren in das namenloseste Elend gestürzt worden war und der zuletzt übrig gebliebene Spross, dieser Unglückliche, ein unverschuldetes hartes Los zu tragen hatte, aus dem er sich, vom Zufall begünstigt, durch gewaltsame Handlungen zu befreien strebte. So war es hingegen der Metzger im Dorf, der von unbescholtenen Eltern stammte, einen guten Leumund genoss und Taten verübt hatte, die ihn dem Amt der Gerechtigkeit überantwortet hätten, wären sie ans Licht gekommen. Es war Es war nicht nur das Blut des Schlachtviehs, das er vergossen hatte. In seiner Jugend hatte er sich in böse Händel verstrickt und ein zügelloses Leben bei den Weiterlesen
Mörder und Gespenster – Band 1 – 6. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Werwolf
Kapitel 6
Mühsam keuchte das Pferd den Abhang hinauf, ängstlich hob sich die Brust des Metzgers und selbst die wütige Frau, die ihn auf dem kurzen Weg mit Scherzen abzulenken versuchte, begann jetzt, bange und fragend nach ihm hinzublicken.
»Hörst du es heulen?«, wisperte der Mann und hielt das Pferd mit einem kräftigen Ruck an, sodass der Wagen eine Strecke zurückrollte.
»Es ist nichts«, erwiderte die Frau mit einem Ton, der ihre Ruhe ausdrücken sollte, doch das Gegenteil verriet, »es ist nichts, es Weiterlesen
Ellery Lloyd – Das geheime Bildnis
Ellery Lloyd – Das geheime Bildnis
Patrick Lambert und Caroline Cooper stehen am Anfang der 1990er Jahre in Cambridge vor dem Abschluss ihres Kunstgeschichtestudiums. Caroline will Wissenschaftlerin werden, und Patrick möchte einen guten Abschluss machen, um Galerist zu werden und mit großer Kunst zu handeln.
Caroline und Patrick kennen sich schon seit dem Beginn ihres Studiums und haben bereits zwei Mal miteinander geschlafen Sie treffen sich vor dem Haus einer Frau namens Alice Long, von der es in der Unibibliothek Bücher gibt. Sie soll die Abschlussarbeiten der beiden betreuen.
Bevor die beiden das Haus von Alice Long betreten, äußert Caroline ihre Besorgnis, weil diese Frau nicht zur Fakultät gehört und an keinem College ist. Die Studentin versteht nicht, dass eine solche Person ihre Abschlussarbeit betreuen soll, die für ihren Uniabschluss sehr wichtig ist. Wenn sie nun eine miese Betreuerin ist und sich das ungünstig auf eine auf ihre Arbeit auswirkt, kann sie ihre Berufschancen wohl abschreiben.
Mörder und Gespenster – Band 1 – 5. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Werwolf
Kapitel 5
Während der Werwolf mit seiner leichten Beute eilig nach Hause trabte, setzte der Metzger seinen Weg ins Kloster über Stein und Stock fort. Es war noch nicht die gewohnte Stunde, als er dort anlangte; er hatte den Weg zurückgelegt, ohne sich Zeit zu lassen. Er musste den Pförtner wecken und tat dies mit so ungestümer Hast, dass dieser sich vom Lager aufraffte, in der Meinung, das Kloster stehe in Flammen. Er entsetzte sich, als er den todbleichen Mann vor sich stehen sah, der kaum sein »Gelobt sei Jesus Christus!« hervorzubringen vermochte.
Der Metzger betrat die Zelle des Pförtners und musste sich einige stärkende Tropfen erbitten, um seine Schwäche zu überwinden, Weiterlesen
Mörder und Gespenster – Band 1 – 4. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Werwolf
Kapitel 4
Nach langer Zeit – es mochten einige Stunden vergangen sein – sank Simon, der Werwolf, erschöpft auf einen Steinhaufen. Die fieberhafte Aufregung, die ihn so plötzlich ergriffen hatte, war verflogen und hatte eine Erschöpfung zur Folge. Da lag nun das entsetzliche Gespenst am Weg, doch niemand war da, der sich vor ihm fürchten wollte. Selbst war es so hilfsbedürftig, von Hunger und inneren Schmerzen gefoltert. Er wollte sich an der Menschheit rächen, die ihn verstoßen und mit dem Bannfluch belegt hatte. In diesem Augenblick hätte ihm sein ärgster Feind entgegenkommen können, ohne dass er ihm etwas zugefügt hätte. Anstelle von Hass gegenüber anderen fühlte er Mitleid und Bedauern mit sich selbst. Stille Wehmut war in sein Herz Weiterlesen
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