Mörder und Gespenster – Band 1 – 16. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Erbe des Teufels
Kapitel 6
Er hatte die Gasse, in der der Pfefferküchler wohnte, bald erreicht. Der Goldschmied saß hier bei seiner lieben Gevatterin im Erdgeschoss neben dem Laden, das wusste er. Das kleine Stäbchen war mit Absicht gewählt worden, um jeden Verdacht der Sträflichkeit dieses Beisammenseins von dem Mann zu entfernen.
Der Schäfer horchte an der Tür, blickte durch den Laden und klopfte ziemlich heftig an, nachdem er Licht gesehen und Stimmen vernommen hatte. Die Störung erschreckte das Pärchen nicht wenig. Schließlich fasste sich die Frau, öffnete ein kleines Gitterfenster und fragte, was sein Begehren sei.
Der mysteriöse Doktor Cornelius – Band 1 – Episode 6 – Kapitel 4
Gustave Le Rouge
Der mysteriöse Doktor Cornelius
La Maison du Livre, Paris, 1912 – 1913
Sechste Episode
Die Ritter des Chloroform
Viertes Kapitel
Eine sensationelle Verhaftung
Der Direktor der Irrenanstalt war trotz seines harmlosen und gutmütigen Auftretens ein echter Bandit. Die Vereinigung der Roten Hand, deren Mitglieder in den höchsten Kreisen der amerikanischen Gesellschaft vertreten waren, fand in ihm ihren ergebensten Diener und treuesten Agenten.
Johnson stand in enger Verbindung zu Dr. Cornelius, dem Leiter des Lunatic Asylums, wusste jedoch nicht, dass der Bildhauer aus menschlichem Fleisch der Anführer der Lords der Roten Hand und somit der Großmeister der schrecklichen Vereinigung war. Cornelius Weiterlesen
Mörder und Gespenster – Band 1 – 15. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Erbe des Teufels
Kapitel 5
Nachdem der Schäfer seinen alten Onkel zu Bett gebracht und zugedeckt hatte, ging er wieder in das Nebenzimmer, um alles in Ordnung zu bringen, damit der Kanonikus am nächsten Morgen keinen Grund zum Schelten haben würde. Er konnte nicht schlafen, obwohl er nach dem Weggang seiner beiden Begleiter lange geschlafen hatte. War es die seltsame Aufregung, in die ihn der Vorfall mit dem Kanonikus versetzt hatte? Er kleidete sich nicht aus, öffnete ein Fenster und blickte hinunter auf den Platz vor der Domkirche, an dem das Haus des Kanonikus lag.
Auf dem Platz war alles still und ruhig. Die Türen und Fenster der Häuser waren geschlossen und nur das Knarren der Weiterlesen
Mörder und Gespenster – Band 1 – 14. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Erbe des Teufels
Kapitel 4
So lebte der arme Schafhirte nun schon mehrere Wochen im Haus seines Oheims, des Kanonikus. Franz, so hieß er, war mit allem zufrieden und fühlte sich glücklich in seinem neuen Stand. Er war klug genug einzusehen, dass es für ihn von Vorteil war, einen Geistlichen zu hüten statt eine Herde Schafe. Daher fand er es gar nicht unangemessen, selbst die Rolle des Hundes zu übernehmen. Er war nicht nur Wärter und Hüter, sondern auch Knecht und Stab des Greises.
Mit rührender Aufmerksamkeit sagte er jedes Mal »Zur Gesundheit!«, wenn der Alte nieste. Hustete der Alte, so blieb sein »Gott behüte Euch noch lange, Herr Oheim!« nie aus. Kurz, der Kanonikus mochte sich räuspern oder irgendein Geräusch machen, so Weiterlesen
Tür des Todes – Kapitel 1
John Esteven
Tür des Todes
Kapitel 1
Halloween
Rückblickend scheint es mir, als wäre meine erste Ankunft in Greyhouse bereits von Täuschung, Geheimhaltung und Doppelzüngigkeit überschattet gewesen. Als hätte ich an seiner Schwelle gezwungen werden sollen, eine neue, zweideutige Haltung einzunehmen. Ich erinnere mich an das Unbehagen, das ich an jenem Herbstabend empfand, als ich mich im stattlichen Gästezimmer zurechtmachte, das mir zugewiesen worden war. Zahlreiche Bedenken und Fragen stellten sich mir, und je mehr ich über die Natur meiner Position nachdachte, desto weniger gefiel sie mir. Wäre da nicht meine Freundschaft mit Eleanor Graham gewesen, wäre ich schon damals geflüchtet. Ja, hätte es sie und Carl Ballion nicht gegeben, wäre ich überhaupt nicht dort gewesen.
Die Nacht, die Stille und die Unsicherheit bildeten ein trostloses Vorspiel zu dem Auftrag, zu dem ich gerufen worden war. Ich Weiterlesen
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