Archiv

Vergessene Werke

Die Hexen von Forres – Kapitel 6

Die Hexen von Forres
Oder: Der unglückliche König Stuart Robert III. und seine Söhne
Eine wahre Schauergeschichte aus alter Zeit
Sechstes Kapitel

Eine Freundin in der Not

In solcher Lage verlebte Rothsay bereits 4 Tage mit seinem knochigen Zellengenossen, ohne dass er in seiner stillen Kerkereinsamkeit gestört worden wäre, außer mittags und abends, wo der Kerkermeister ihm Speise und Trank vorsetzte, aber ohne ein Wort zu sprechen.

Daran wäre dem Prinzen nun wenig gelegen gewesen, ob dieser ihm das Essen schweigend oder plaudernd Weiterlesen →

Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 31

Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann

Die Teufelsbäder

In der Gegend von Osterode findet man in finsterem Wald mehrere Teiche, welche Teufelsbäder genannt und vom Volk ängstlich gemieden werden. Die Sage erzählt, dass der Teufel, wenn es ihm am Abend in der Hölle zu heiß würde, hier Bäder zur Abkühlung nähme. Bald will man große menschliche Glieder aus dem finsteren Spiegel des Teiches hervortauchen gesehen haben, bald wieder den Schweif einer riesigen schwarzen Schlange, die sich in vielen Windungen zusammengerollt habe. Auch große Feuerklumpen stürzen oft vom Himmel ins Teufelsbad. Bei Nacht wagt sich kein Wanderer in die Nähe der Bäder, denn der Teufel versucht ihn durch Irrlichter ins Wasser zu Weiterlesen →

Der Fluch von Capistrano – Kapitel 5

Johnston McCulley
Der Fluch von Capistrano
New York. Frank A. Munsey Company. 1919
Ursprünglich in fünf Teilen in der All-Story Weekly ab der Ausgabe vom 9. August 1919 als Serie veröffentlicht.
Kapitel 5
Ein Ausritt am Vormittag

Am nächsten Morgen legte sich der Sturm. Es gab nicht eine einzige Wolke, die das perfekte Blau des Himmels trübte. Die Sonne war hell, Palmwedel funkelten im Sonnenlicht. Die Luft war erfrischend, als sie vom Meer aus in die Täler wehte.

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Deutsche Märchen und Sagen 72

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

78. Kind im Wasser

Zu Boyghem in Ostflandern ging einmal eine Frau zum Bach, um Wasser zu schöpfen, und fand im Bach ein allerliebstes Kind liegen. Mitleidig nahm sie das Kind heraus, drückte es in die Arme und trug es mit sich nach Hause, wo sie es sorgfältig wickelte, wärmte und es auf ein Kissen schlafen legte. Dann lief sie schnell zu einer Nachbarsfrau, um von der eine Wiege zu leihen, bekam die auch und machte ein Bettchen darein. Als das Kind erwacht war, gab sie ihm zuerst Milchbrei, dann legte sie es in die Wiege. Doch kaum begann sie zu wiegen, als Weiterlesen →

Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 30

Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann

Von den Zwergen bei Osterrode

Einem Bauern, der große Erbsenfelder in der Nähe von Osterode hatte, aßen die Zwerge alle Erbsen auf und ruinierten außerdem sein Land sehr. Darüber war der Bauer recht unglücklich, denn er wusste nicht, was er beginnen sollte, um die lästigen Diebe fortzuscheuchen. Endlich kam er auf den Einfall, große Stangen zu nehmen und damit rundherum zu schlagen. Sicher würde er auf diese Weise einem von den unsichtbaren Zwergen die Nebelkappe abschlagen. Wirklich kam es, wie er gedacht hatte, und bald sah er ein kleines, graues Männchen vor sich, dessen Kappe weit fortgeschleudert war. Der Bauer hielt den um Gnade bittender Zwerg fest und schalt ihn Weiterlesen →