Deutsche Märchen und Sagen 77
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
85. Der Wasserteufel und die sieben weißen Gespenster
Zwischen Zwevezeele und Lichtervelde liegen unfern der Muzebank die Trümmer eines alten Schlosses. Ein gewisser Chirurg kam spät abends einmal in die Gegend, und nahe dem Bach, von dem man sich viel erzählt, rief er: »Wasserteufel, komm heraus!«
Da rauschte es plötzlich im Wasser und es sprang jemand heraus und ans Ufer. Der Chirurg nahm sich aber nicht die Zeit, näher zuzuschauen, wer das war, sondern lief, so schnell er konnte, dem nahen Lichtervelde zu.
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Die Hexen von Forres – Kapitel 10
Die Hexen von Forres
Oder: Der unglückliche König Stuart Robert III. und seine Söhne
Eine wahre Schauergeschichte aus alter Zeit
Zehntes Kapitel
Die Hexe am Earn
Kaum hatten die Großen des Reiches von dem Unterfangen Eduards gehört, begannen sie alles gegen den König in Bewegung zu setzen. Der König sollte durch eine Revolution gestürzt werden. Nun merkte Eduard, dass er gegen diese übermütigen Herren mit unbeugsamer Strenge auftreten müsse. Er ließ daher das Haupt derselben, den Grafen Grahame, gefangen setzen und nicht eher frei, bis er ihm auf ritterliches Ehrenwort gelobt hatte, nie Weiterlesen
Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 38
Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann
Das Weingartenloch
Es gibt wohl kaum eine andere Höhle in Deutschland, die für das Volk so viel des Geheimnisvollen birgt, wie das Weingartenloch. Schon Henning Behrens gibt in seinem Hercyna curiosa oder Der kuriose Harzwald, einem Werk, das um 1700 erschien und das die älteste Quelle für die Harzsagen ist, interessante Schilderungen dieser ungeheuer weit ausgedehnten Höhle.
Köstlich ist die Art und Weise, wie er den Weg zu den Schätzen zeigt, die dort, wie er ernsthaft versichert, in großer Menge lagern, und wie er den Wanderer anweist, bald häuserlang auf dem Bauch sich durch schmale Gänge Weiterlesen
Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 37
Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann
Römerstein und Nixei
Am Rand des Südharzes, in der nächsten Umgebung des anmutigen Kurortes Sachsa, erhebt sich aus üppig grünenden Feldern ein nackter Hügel, dessen Gipfel von zackigen Felsklippen gekrönt ist. Einen seltsamen Kontrast bildet diese dunkle Felspartie, die, von fern gesehen, einer Burgruine täuschend ähnlich ist, gegen den weißen Alabaster des gegenüberliegenden Sachsensteins, der schimmernd aus seiner grünen Umgebung hervorsieht.
In dieser reizvollen Gegend weiß der Volksmund manch Märlein zu erzählen. Die Felsklippen inmitten des Feldrains Weiterlesen
Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 36
Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann
Die Einhornhöhle
Die Einhornhöhle, früher Zwergloch genannt, ist wohl die größte Höhle des Harzes. Sie hat ihren Namen dem Umstand zu danken, dass Forscher behaupteten, Hörner und Knochen des fabelhaften Einhorns in ihr entdeckt zu haben; gibt doch Leibniz in seiner Protogäa sogar die Abbildung eines in der Höhle gefundenen Einhornskeletts. In Wirklichkeit aber waren das freilich Knochen des antediluvianischen Höhlenbären, welche man dort gefunden hatte. Übrigens ist die Einhornhöhle, wenn auch nicht sagenumwoben wie zum Beispiel das Weingartenloch, so doch durch die vielen Funde eine der interessantesten Höhlen des Harzes. Sie liegt in der Zechsteinformation am Weiterlesen
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