Deutsche Märchen und Sagen 85
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
107. Wie Graf Wilhelm von Jülich starb
Aus Ärger über eine ihm auf seinem Schloss Nideck widerfahrene Schande erkrankte Graf Wilhelm und wollte dann nach Köln. Unterwegs aber fühlte er die Kräfte seines Leibes wie seiner Seele schwinden und sprach: »O, ich sehe Köln nicht mehr wieder.«
Man ließ ihn nieder und der Arzt erklärte alsbald, der Tod stehe vor der Tür, fügte dann die Bitte hinzu: »Ich rate Euch, dass Ihr doch Eure Gemahlin wieder zu Euch nehmt; tut das.«
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Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 50
Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann
Mägdesprung
Auf den Bergen und in den Felsen hausten die Riesen. So erzählt die Sage von diesen mächtigen Gesellen, die von den Menschen ihrer Größe und Kraft halber gefürchtet, aber auch wieder geschätzt wurden, weil sie die Erde von Drachen, Lindwürmern und allerlei Ungetümen säuberten. Manche seltsame Steinbildung, die, einer menschlichen Gestalt ähnlich, aus den Tropfstein- oder Granitfelsen hervorragt, erklärt die Sage für versteinerte Riesen; denn ihrer ganzen Natur nach hängen sie mit dem Steinreich zusammen. Sie sind entweder belebte Steinmassen oder versteinerte, früher lebendige Geschöpfe. Steine und Felsen sind auch des Riesengeschlechtes Waffen. Sie Weiterlesen
Deutsche Märchen und Sagen 84
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
106. Von viel anderen, welche gleicherweise vor Gottes Gericht geladen worden
Im Jahr Christi 1003 wollte Meinwerkus, der zehnte Bischof von Paderborn, die sinkende Zucht im Kloster Korvei wiederum erheben und aufrichten, kam deshalb dahin und wollte des Reformierens einen Anfang machen. Es widerstand ihm aber darin der Abt Walo, der durchaus keine strengere Regel gestatten oder zulassen wollte. Der Handel kam vor den Kaiser und wurde die Sache so weit gebracht, dass der Abt seines Amtes entsetzt wurde. Nun getraute sich der Bischof, beharrlich in seinem guten Vornehmen von Neuem, eine andere Ordnung zu Korvei Weiterlesen
Im Zauberbann des Harzgebirges – Teil 49
Im Zauberbann des Harzgebirges
Sagen und Geschichten, gesammelt von Marie Kutschmann
Ruine Anhalt
Auf waldigem Berg verborgen liegt die Ruine Anhalt. Nur noch wenige Überreste sind von der alten Stammburg der Anhaltiner vorhanden, denn schon im 15. Jahrhundert soll dieselbe, wie alte Chroniken erzählen, in Trümmern gelegen haben.
Dennoch bewahrte das Volk für diese Ruine ein reges Interesse, da die Sage ging, dass der Brunnen unter derselben unermessliche Schätze berge, dass es aber unmöglich sei, sie zu heben, weil Berggeister und gräuliche Ungetüme die Kleinodien bewachten und jeden zerreißen würden, der es wagen wollte, sie anzutasten.
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Der Fluch von Capistrano – Kapitel 11
Johnston McCulley
Der Fluch von Capistrano
New York. Frank A. Munsey Company. 1919
Ursprünglich in fünf Teilen in der All-Story Weekly ab der Ausgabe vom 9. August 1919 als Serie veröffentlicht.
Kapitel 11
Drei Bewerber
Es wurde nach einer Lösung gesucht. Don Carlos hatte nicht den Wunsch, Don Diego de la Vega oder einen Mann zu verärgern, der in der Achtung des Gouverneurs hoch stand. Und wie sollte er dem entgehen? Wenn Lolita ihr Herz nicht zwingen konnte, Don Diego zu akzeptieren, könnte sie vielleicht sogar lernen, Capitano Ramón zu lieben. Nach Don Diego war er der beste potenzielle Schwiegersohn in der Umgebung.
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