Dämonische Reisen in alle Welt – Kapitel X, Teil 3
Johann Konrad Friederich
Dämonische Reisen in alle Welt
Nach einem französischen Manuskript bearbeitet, 1847.
Kapitel X, Teil 3
»Meine Herren, wissen Sie etwas Neues?«, rief in diesem Augenblick ein eintretender Kaffeegast den Anwesenden zu. »Soeben ist die Nachricht angekommen, dass sich ein furchtbares Unglück auf der Nordbahn zwischen Paris und Lille zugetragen hat. Ein Zug von dreißig Wagen ist von einem zwanzig Meter hohen Damm in tiefes Wasser hinabgestürzt; mehrere hundert Reisende sind ertrunken.«
Alle Anwesenden gaben Zeichen und Laute des Entsetzens von sich.
»So arg ist es gerade nicht«, murmelte Asmodi, »aber doch noch immer arg genug.«
»Haben Sie nähere Nachrichten?«, fragte der eben Eingetretene.
Des Teufels Reise durch einen Teil des Protestantismus 08
Des Teufels Reise durch einen Teil des Protestantismus
Aufzeichnungen einer hochgestellten Person
Verlag von Wilhelm Jurany. Leipzig. 1847
»Schwerlich«, antwortete Herr H. und zuckte mit den Achseln.
»Warum nicht«, fragte Satanas mehr als erstaunt, diesen Zweifel an seinem getreuen Sohn zu bemerken.
»Unter den großen Herren haben wir noch zu viele, die gern reden und darum auch zu viel reden«, bemerkte Herr H. »Man kann heute kaum noch zu Menschen reden, ohne ihnen etwas versprechen zu müssen. Versprechungen sind das einzige Palliativ für manche Wunder. Aber kann man wohl etwas versprechen, ohne sich selbst dabei zu versprechen? Ach, ich will schweigen, denn hierin sitzt eben das böse Geschwür, welches nicht so leicht und nicht so schnell zu heilen ist und für welches wir noch nicht den rechten Arzt haben. Denn unsere Ärzte scheinen es noch gar nicht zu wissen und auch kein Kapitel in ihrer Arzneiwissenschaft zu haben, dass unter allen Krankheiten die Maulkrankheiten die gefährlichsten sind.«
Der hinkende Teufel – Kapitel 4 – 1. Teil
Alain-René Lesage
Der hinkende Teufel
Pforzheim 1840
Viertes Kapitel – 1. Teil
Die Liebesgeschichte des Grafen von Belflor und Leonore von Cespedes
Der Graf von Belflor, einer der angesehensten Herren am Hof, war sterblich in die junge Leonore von Cespedes verliebt. Er hatte jedoch nicht die Absicht, sie zu heiraten, denn die Tochter eines einfachen Edelmanns schien ihm keine hinreichend glänzende Partie zu sein. Er wollte sie zu seiner Geliebten machen.
In diesem Verlangen folgte er ihr überall hin und verlor keine Gelegenheit, ihr durch seine Blicke seine Liebe auszudrücken. Doch er konnte weder mit ihr reden noch ihr schreiben, da sie fortwährend von einer strengen und wachsamen Duenna namens Marcella beaufsichtigt wurde. Darüber war er verzweifelt, und weil dieses Hindernis sein Verlangen nur noch glühender machte, Weiterlesen
Die Virginier – Erster Band – 13. Kapitel
William Makepeace Thackeray
Die Virginier
Erster Band
Wurzen, Verlags-Kontor, 1858
13. Kapitel
Vergebliche Suche
Je weiter Harry Warrington nach Pennsylvania vorrückte, desto größer wurden die Berichte über die britische Katastrophe und desto mehr bestätigten sie sich. Diese beiden berühmten Regimenter, die in den schottischen und kontinentalen Kriegen gekämpft hatten, waren vor einem fast unsichtbaren Feind geflohen. Ihre gepriesene Disziplin und Tapferkeit hatten ihnen nichts genützt, als sie sich einer Bande von Wilden und ein paar französischen Infanteristen stellen mussten. Der unglückliche Befehlshaber der Expedition hatte äußerste Tapferkeit und Entschlossenheit gezeigt. Viermal war sein Pferd unter ihm erschossen worden. Zweimal war er verwundet worden, das letzte Mal tödlich, was drei Tage nach der Schlacht sein Leben beendete. Mehr als einer von Harrys Informanten hatte Weiterlesen
Der hinkende Teufel – Kapitel 3
Alain-René Lesage
Der hinkende Teufel
Pforzheim 1840
Drittes Kapitel
Wohin der hinkende Teufel den Studenten führt und was er ihm zuerst zeigt
Asmodi hatte seine Schnelligkeit nicht umsonst gerühmt. Er durchflog die Luft wie ein von starker Hand abgeschossener Pfeil und ließ sich schließlich auf dem Turm der San-Salvador-Kirche nieder. Nachdem er wieder festen Fuß gefasst hatte, sagte er zu seinem Gefährten:
»Nun, Señor Leandro, ist es nicht eine falsche Redensart, wenn man einen holprigen Wagen ein Teufelsfuhrwerk nennt?«
»Allerdings«, antwortete Zambullo höflich, »denn dieses Fuhrwerk ist lieblicher als eine Sänfte und dabei so förderlich, dass man keine Zeit hat, sich auf der Reise zu langweilen.«
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