Rübezahl, der Herr des Gebirges – Folge 46
Rübezahl, der Herr des Gebirges
Volkssagen aus dem Riesengebirge
Für Jung und Alt erzählt vom Kräuterklauber
Verlag Carl Gustav Naumann, Leipzig, 1845
46. Wie Rübezahl noch einmal eine Jungfer ist.
Der Kräuterklauber, welcher eigentlich ein Schuster ist, aber einmal im Befreiungskrieg, wo sie ihn brauchten, Offizier war und den sie seitdem abgesetzt haben, weil keine Franzosen mehr zu versohlen sind und sich die Edelleute da überall wieder eingeschustert haben, der Kräuterklauber also kennt die Kriegsknechte so gut wie den Krieg selbst, den er bis zu Ende mitgemacht hatte, und kann in dem Punkt ein Wort mitsprechen. Also weiß er Weiterlesen
Deutsche Märchen und Sagen 40
Johann Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
40. Vom Breitöpfchen
Es war einmal ein Mann und eine Frau, die wussten eines Abends nicht, was sie essen sollten.
Endlich sprach der Mann: »Frau, lass uns Brei essen.«
»Nein«, sprach die Frau, »dann müsste ich morgen das Breitöpfchen spülen, und das tue ich nicht.«
Deutsche Märchen und Sagen 39
Johann Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
39. Lügenmärchen
Es war einmal ein gewaltiger Herr, hieß Dummohr von der Schnauze, war klein von Gestalt und groß von Nase, auf welcher Nase unlängst saß ein gestiefelter Dragoner. Dadurch geschah es, dass Herr Dummohr nicht gut sehen konnte, weshalb er gegen den ersten Maitag rannte und seine Nase daran tödlich verwundete. Die Ärzte ließen durch sein linkes Nasenloch einen feinen weißen Schornsteinfeger kriechen, der untersuchte alles ganz wohl mit einer Laterne, wo kein Licht innen war, meinte, durch das rechte Nasenloch wieder herauszukommen, fand aber Weiterlesen
Rübezahl, der Herr des Gebirges – Folge 45
Rübezahl, der Herr des Gebirges
Volkssagen aus dem Riesengebirge
Für Jung und Alt erzählt vom Kräuterklauber
Verlag Carl Gustav Naumann, Leipzig, 1845
45. Wie Rübezahl ein paar Wanderer zum Besten hat.
Es ist zwar eine alte gemeine Redensart schon aus der Schrift her: »Es gibt nichts Neues unter der Sonne«, aber es passt doch nicht überall. Denn es wird so viel Neues erfunden und ausgeheckt, dass sich die Altvorderen überschlügen, wenn sie das einmal sehen sollten. So haben die Menschen auch hier zu Lande Gläser erdacht, in welchen man deutlich den Wein sieht. Und will man dann trinken, so hat man doch nichts. In diesem Stück hat Weiterlesen
Deutsche Märchen und Sagen 38
Johann Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
38. Vom guten Janchen und dem bösen Mieken
Es war einmal eine arme Frau und die hatte zwei Kinder, ein Knäblein, das Janchen hieß, und ein Mägdelein, welches Miekchen hieß. Eines Morgens nun gab sie jedem ein Butterbrot und schickte sie in den Wald, Reisig holen. Unterwegs kam ihnen die Mutter Gottes entgegen, gekleidet wie ein blutarmes Weib, und die sprach zu Miekchen: »Ach, Kind, ich hab so großen Hunger, gib mir doch etwas von deinem Butterbrot.«
Aber Miekchen drehte den Kopf um und sprach: »Nein, das tue ich nicht.«
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